MANTRA-Token fällt nach Blockchain-Pause auf Rekordtief
Die Störung folgte auf einen Software-Exploit und legte Validatoren, Bridges und Exchange-Deposits vorübergehend still. Der Vorfall setzt MANTRAs RWA-Ambitionen nach dem früheren OM-Crash zusätzlich unter Druck.

Wichtigste Erkenntnisse
- Der MANTRA-Token fiel am Donnerstag nach einem Software-Exploit und einer anschließenden Netzwerkpause um 18,5 % auf ein Rekordtief.
- Das Netzwerk wurde angehalten, Validatoren gingen offline und Deposits sowie Withdrawals auf betroffenen Exchanges wurden vorübergehend pausiert.
- MANTRA untersucht den Vorfall, hat eine Schwachstelle identifiziert und bereitet eine gepatchte Version vor.
Der MANTRA-Token fiel am Donnerstag um 18,5 % auf ein Rekordtief, kurz bevor das Netzwerk nach einem Software-Exploit angehalten wurde. Der Kurs rutschte von 0,005060 Dollar (0,0043 Euro) auf 0,004126 Dollar (0,0035 Euro) gegen 23:10 UTC, während das Handelsvolumen um fast 600 % auf 24 Millionen Dollar (20,5 Millionen Euro) anstieg.
Netzwerk angehalten
Laut CoinGecko erholte sich der Token später auf etwa 0,0044 Dollar (0,0038 Euro), lag damit aber immer noch rund 10 % im Minus über 24 Stunden. Das Netzwerk erzeugte seinen zuletzt registrierten Block gegen 23:13 UTC, nur wenige Minuten nachdem der Kurs den Tiefpunkt erreicht hatte. MANTRA machte die Pause etwa eine halbe Stunde später über X bekannt.
Das Projekt sagte zunächst, dass es alle Transaktionen und Netzwerkknoten eingefroren habe, während ein Vorfall untersucht werde. Deposits und Withdrawals auf betroffenen Krypto-Exchanges wurden ebenfalls vorübergehend pausiert. Später meldete MANTRA, dass ein Angreifer eine Schwachstelle in einer Upstream-Dependency ausgenutzt habe, also in Software, die zwar von MANTRA Chain verwendet wird, aber außerhalb des Netzwerks selbst entwickelt wurde.
“We have identified the vulnerability and are proceeding to prepare a patched release,” sagte das Team.
Was MANTRA jetzt tut
Die Validatoren des Netzwerks sind weiterhin offline, während Entwickler den Fix vorbereiten und testen. Ein Neustart der Blockchain erfordert eine Abstimmung mit der breiteren Gruppe von Validatoren, die Transaktionen verifizieren und das Netzwerk am Laufen halten. MANTRA sagt außerdem, dass es Geldflüsse verfolgt und mit Exchanges zusammenarbeitet, hat aber noch nicht mitgeteilt, welche Software genau ausgenutzt wurde, wie der Angriff ablief oder ob Assets verloren gegangen sind.
“We are not yet in a position to confirm the complete scope,” so das Projekt.
Die Störung betrifft die öffentlichen Endpunkte der Chain, Validatoren, Bridge-Aktivitäten und MANTRA-Links, die für die Kommunikation mit anderen Blockchains genutzt werden. Der Vorfall kommt zusätzlich zu einer schwierigen Phase für das Projekt. Im April 2025 stürzte der OM-Token innerhalb weniger Stunden um mehr als 90 % ab, wodurch mehr als 5 Milliarden Dollar (4,3 Milliarden Euro) an Marktwert vernichtet wurden.
Warum das relevant ist
MANTRA positioniert sich als Blockchain für tokenisierte Real-World Assets, also RWAs, bei denen traditionelle Finanzprodukte wie Fonds und Anleihen onchain gebracht werden. Gerade in so einem Markt ist Vertrauen in die Infrastruktur wichtig, weil Nutzer und Akteure, die mit tokenisierten Assets arbeiten, stark auf stabile Netzwerke und eine klare Abwicklung angewiesen sind. Das Projekt hat außerdem eine geplante Übernahme durch Inveniam Capital Partners in der Pipeline; dieser Deal soll im dritten Quartal abgeschlossen werden, auch wenn der Vorfall diese Zeitplanung derzeit nicht verändert.
Die Störung passt in eine breitere Reihe von Vorfällen, bei denen Softwarefehler und Exploits direkt zu Netzwerkpausen führen. Bei Maya Protocol wurde die Chain zum Beispiel angehalten, nachdem eine Reihe von Bugs einen Angriff auf die Liquiditätspools möglich gemacht hatte.