Bitget nimmt Bitcoin-Abhebungen nach Hack über 388 Millionen Dollar wieder auf
Bitcoin-Abhebungen sind wieder geöffnet, während Bitget den Schaden des Angriffs auf sein Wallet-System weiter untersucht. Ether und USDT folgen schrittweise.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitget nahm am 28. September um 08:00 UTC die Bitcoin-Abhebungen wieder auf, vier Tage nach einem Sicherheitsvorfall über rund 388 Millionen Dollar.
- Ether-Abhebungen folgen am 29. September und USDT einen Tag später, während die Wiederaufnahme der übrigen Dienste noch läuft.
- Bitget meldet, dass 4.098 BTC abgehoben wurden und dass private Keys sowie Cold Wallets nicht kompromittiert wurden.
Bitget hat am Montag, dem 28. September, um 08:00 UTC die Bitcoin-Abhebungen wieder aufgenommen, vier Tage nachdem die Krypto-Exchange den Dienst nach einem Sicherheitsvorfall über rund 388 Millionen Dollar (341 Millionen Euro) gestoppt hatte. Die Wiedereröffnung erfolgt schrittweise: Ether folgt am 29. September und USDT einen Tag später. Die Untersuchung läuft weiter, ebenso wie die Wiederaufnahme der übrigen Dienste.
Schrittweise Wiederaufnahme
Die Aussetzung folgte auf unautorisierte Transfers aus der Wallet-System-Infrastruktur von Bitget. Nachdem die Exchange erklärte, die Situation unter Kontrolle zu haben, entschied sich das Unternehmen für eine stufenweise Wiederaufnahme nach Blockchain und nach Asset-Klasse. Bitcoin wurde zuerst wieder geöffnet, weil die dazugehörige Abhebungs-Pipeline von dem Angriff nicht betroffen war.
Bitget teilte mit, dass Nutzer seit der Wiedereröffnung 4.098 BTC abgehoben haben. Die Exchange nannte außerdem 9.585 verarbeitete Abhebungstransaktionen. Diese Zahl bezieht sich auf die Anzahl der Transaktionen und nicht auf ein separates Bitcoin-Volumen.
Was Bitget meldet
Laut Bitget wurden bei dem Angriff keine private Keys kompromittiert. Die Cold Wallets sollen verschont geblieben sein. Die Exchange sagt, dass jede Blockchain und jedes Asset einzeln geprüft wird, bevor Abhebungen wieder geöffnet werden.
Der Betrag von rund 388 Millionen Dollar (341 Millionen Euro) ist die aktualisierte Schätzung des Schadens. Zuvor kursierte eine niedrigere vorläufige Zahl. Bitget stellt diese Anpassung als Folge weiterer Untersuchungen zum Angriff dar, nicht als Beleg für neue Diebstähle. Über die genaue Vorgehensweise der Angreifer wurde bislang kein vollständiger technischer Bericht veröffentlicht.
Der Angriff passt in eine breitere Sorge rund um die Sicherheit zentraler Krypto-Exchanges. In der Branche liegt der Fokus dabei immer häufiger auf den Risiken durch Drittparteien und auf der Frage, wie sich Wallet-System-Infrastrukturen besser abschirmen lassen. Auch die Folgen des Hacks bleiben sichtbar: THORChain weigerte sich, die Hack-Wallets zu blockieren, wodurch gestohlene Gelder über einen permissionless Weg weiter bewegt werden konnten.
Warum das relevant ist
Für europäische Krypto-Nutzer zeigt das, wie schnell Abhebungsdienste nach einem Vorfall wieder gestartet werden können, aber auch, wie abhängig Kunden von den internen Kontrollen einer Exchange sind. Bitget sagte zuvor, dass der User Protection Fund eingesetzt wurde, um den Schaden aufzufangen, was die Aufmerksamkeit für das Risikomanagement in der Branche weiter erhöht. Solange der technische Bericht fehlt, bleibt vor allem die Frage offen, wie breit die Auswirkungen eines solchen Einbruchs genau waren.