Bithumb gehackt, während Südkoreas Finanzsektor unter Druck gerät
Bithumb meldet, dass ein internes mobiles System kompromittiert wurde; Kundengelder scheinen nicht betroffen zu sein, doch die KISA und die Aufsichtsbehörde untersuchen die Datenlecks.
Wichtigste Erkenntnisse
- Bithumb meldet, dass ein Außenstehender Zugriff auf ein internes mobiles System erhalten hat und möglicherweise persönliche Informationen abgegriffen hat.
- Nach Angaben der Exchange sind nach bisherigem Stand keine Krypto-Fonds verloren gegangen, und das betroffene System steht getrennt von der Handelsplattform.
- Der Hack reiht sich in eine breitere Welle von Cybervorfällen bei südkoreanischen Finanzunternehmen ein, die von den Aufsichtsbehörden genauer überwacht werden.
Bithumb hat gemeldet, dass ein Außenstehender Zugriff auf ein internes mobiles System erhalten hat, das Mitarbeiter für die Arbeit und für Nachrichten nutzen. Nach Angaben der südkoreanischen Krypto-Exchange wurden dabei persönliche Informationen abgegriffen. Das Unternehmen sagt, dass nach bisherigem Stand keine Krypto-Fonds verloren gegangen sind, untersucht aber noch, wie groß der Schaden genau ist.
Internes System betroffen
Der Angriff wurde am Dienstag entdeckt und anschließend bei der Korea Internet & Security Agency sowie der Personal Information Protection Commission gemeldet, berichteten südkoreanische Medien. Bithumb sagte gegenüber Yonhap, dass noch untersucht werde, welche Daten genau betroffen sind, einschließlich der Möglichkeit, dass Mitgliedsinformationen betroffen sein könnten.
Die Exchange betonte, dass das betroffene System getrennt von der Handelsplattform sei. Dadurch sollten Kundengelder über diesen Einbruch nicht zugänglich sein. Bithumb hat bislang nicht gesagt, ob Ein- oder Auszahlungen betroffen sind oder wie viele Nutzer möglicherweise betroffen sein könnten.
Mehr Hacks in Südkorea
Der Fall steht nicht für sich allein. Die Financial Supervisory Service nannte Bithumb am Mittwoch eines von drei Finanzunternehmen, die sie zu diesem Zeitpunkt prüfte. Daishin Securities meldete, dass persönliche und Kreditdaten von 38.490 Kunden bei einem Angriff von außen abgeflossen seien. Mirae Asset Global Investments sagte, dass es ungewöhnlichen Zugriff auf einige Websysteme blockiert habe und dass Anlegerinformationen nicht betroffen gewesen seien.
FSS-Gouverneur Lee Chan-jin sagte bei einem Treffen mit Bankholding-Vorständen, dass große Finanzinstitute am Vortag mit mehreren Hackerangriffen zu tun gehabt hätten. Bereits Anfang dieses Monats sagte er, dass Cyberangriffe bis zum 14. Oktober 16 südkoreanische Finanzunternehmen getroffen hätten.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Leser zeigt dieser Fall, dass auch große Exchanges anfällig für Angriffe auf interne Systeme bleiben, selbst wenn die Handelsplattform selbst nicht direkt betroffen scheint. In Südkorea kommt das zudem vor dem Hintergrund einer breiteren Welle von Cybervorfällen im Finanzsektor, weshalb die Aufsichtsbehörden ihre Überwachung verstärkt haben. Für den Kryptosektor unterstreicht das erneut, wie wichtig Zugriffsmanagement, interne Kontrollen und eine schnelle Meldung von Vorfällen sind.
Bithumb hatte bereits Anfang dieses Jahres einen weiteren Rückschlag bei seiner internen Kontrolle. Im Februar schrieb die Exchange versehentlich 620.000 BTC bei Kunden gut, damals im Wert von mehr als $40 Milliarden (€35,9 Milliarden), statt 620.000 Won. CEO Lee Jae-won sagte damals, das Unternehmen sei sich der Schwachstellen in der internen Systemkontrolle sehr bewusst gewesen.