Predict.fun erstattet 400.000 Dollar nach Hack über Binance Wallet
Der Angriff traf eine externe Dokumentationsseite, nicht den Kern der Plattform. Der Fall rückt auch Binance Wallet und den Pre-Market-Handel mit dem PREDICT-Token in ein schwierigeres Licht.

Wichtigste Erkenntnisse
- Predict.fun entschädigt Nutzer vollständig, nachdem Angreifer aus dem Prediction Market in der Binance Wallet rund 400.000 Dollar erbeutet haben.
- Die Schwachstelle lag nach den ersten Erkenntnissen nicht im Plattformkern selbst, sondern auf der Dokumentationsseite eines externen Anbieters.
- Der Hack folgte zwei Tage nach dem Start des Binance-Futures-Handels mit dem PREDICT-Token, der auf dem Papier 1,43 Milliarden Dollar wert war.
Predict.fun sagt, Nutzer vollständig zu entschädigen nachdem Angreifer etwa 400.000 Dollar (358.700 Euro) aus dem Prediction Market erbeutet haben, der in der Binance Wallet läuft. Der Hack kam nur zwei Tage, nachdem Binance Futures den Handel mit dem PREDICT-Token eröffnet hatte, der auf dem Papier mit 1,43 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro) bewertet wurde.
Wie der Hack ablief
Nach den ersten Erkenntnissen lag die Schwachstelle nicht im Kern der Plattform selbst, sondern auf der Dokumentationsseite eines externen Anbieters. Diese Seite erklärte Entwicklern die Anbindung an die Plattform und wurde inzwischen offline genommen. Predict.fun hat nicht bekanntgegeben, wie viele Nutzer genau betroffen sind.
Bei den gestohlenen Mitteln handelte es sich um USDT, den Stablecoin, der darauf ausgelegt ist, ungefähr 1 Dollar (0,90 Euro) wert zu bleiben. Predict.fun lässt Nutzer Ja-oder-Nein-Anteile auf reale Ereignisse kaufen, etwa Wahlen oder Fußballspiele. Das Team sagte, dass alle betroffenen Nutzer vollständig für Verluste entschädigt werden, die direkt durch diesen Vorfall entstanden sind.
Binance und der PREDICT-Token
Das Timing macht den Fall besonders heikel. Der Token von Predict.fun ist noch nicht offiziell gestartet, aber über Binance Futures können Händler bereits mit Pre-Market-Kontrakten darauf spekulieren und dabei bis zu fünfmal Hebel einsetzen. Laut Analysten ist die Bewertung von 1,43 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro) dabei deutlich höher ausgefallen als bei vergleichbaren Projekten.
Ein Analyst hat sich auch 28 frühere Tokens angesehen, die Binance auf diese Weise gelistet hat. Einen Monat nach dem Start lag der durchschnittliche Token 49 % tiefer. Predict.fun hat bislang nicht bekanntgegeben, wer wie viel PREDICT hält, sodass der Markt vorerst mit wenig Transparenz auskommen muss.
Warum das relevant ist
Der Fall zeigt, wie anfällig Krypto-Plattformen sein können, wenn ein externer Dienst betroffen ist. Im Juni versprach Polymarket bereits eine vollständige Rückerstattung, nachdem ein Außenstehender über Code eines Zulieferers rund 3 Millionen Dollar (2,7 Millionen Euro) aus Nutzergeldern abgezogen hatte. Für europäische Kryptonutzer ist vor allem relevant, dass es bei solchen Vorfällen nicht nur um die Kern-App selbst geht, sondern auch um die Parteien darum herum, etwa Dokumentation, Wallets und andere angebundene Dienste.
Auch ein früherer Hack bei Polymarket zeigte, wie schnell eine dritte Partei den Schaden vergrößern kann, selbst wenn die Plattform selbst nicht direkt betroffen ist.