Finst

Brent steigt nach Angriffen auf saudische Ölfelder über 100 Dollar

Der Angriff auf Saudi Aramco und die Störung in der Straße von Hormus setzen den Ölmarkt unter Druck. Auch europäische Gas- und Dieselpreise reagieren auf die Eskalation.

Brent steigt nach Angriffen auf saudische Ölfelder über 100 Dollar

Wichtigste Erkenntnisse

  • Brent Crude stieg am Dienstag erstmals seit drei Monaten über 100 Dollar pro Barrel, nach Angriffen auf Ölanlagen in Süd-Saudi-Arabien.
  • Houthi-Kämpfer feuerten Dutzende Drohnen und Raketen ab; an Standorten von Saudi Aramco brachen Brände aus und 73 Menschen wurden verletzt.
  • Die Öl- und Gasmärkte bleiben angespannt, während Störungen durch die Straße von Hormus und höhere europäische Gaspreise die Lage weiter verschärfen.

Brent Crude Oil stieg am Dienstag erstmals seit drei Monaten über 100 Dollar (86 Euro) pro Barrel, nachdem vom Iran unterstützte Houthi-Kämpfer Ölanlagen im Süden Saudi-Arabiens getroffen hatten. Der Benchmark erreichte 100,03 Dollar (86 Euro). Eine kurze Bewegung über diese Marke Ende Juli hielt damals nicht an, sodass Mai der letzte Monat blieb, in dem Brent tatsächlich über 100 Dollar (86 Euro) schloss.

Angriffe in Saudi-Arabien

Die Houthi's feuerten am Dienstag Dutzende Drohnen und ballistische Raketen auf Abha, Jazan, Najran und Khamis Mushait ab. An Standorten von Saudi Aramco brachen Brände aus, und 73 Menschen wurden verletzt, darunter Frauen und Kinder. Jazan verfügt über eine Raffinerie mit einer Verarbeitungskapazität von 400.000 Barrel pro Tag.

Der saudische Militärsprecher Maj. Gen. Turki al-Malki bezeichnete den Angriff als schwere Eskalation und sagte, es werde Vergeltungsmaßnahmen geben. Die Angriffe folgten auf US-Angriffe auf drei iranische Öltanker am Wochenende. Dahinter steht der Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und Iran, der inzwischen seit sieben Monaten andauert.

Ölhandel bleibt angespannt

Laut Rystad Energy ging der Transport durch die Straße von Hormus nach der Wiederaufnahme der Kämpfe am 30. August erneut deutlich zurück. Vor der Eskalation passierten dort täglich 8 Millionen bis 9 Millionen Barrel, danach sank die Menge auf unter 2 Millionen. Das unterstreicht, wie anfällig die weltweite Ölversorgung für Spannungen in dieser Region bleibt, durch die rund 20 % des gesamten Öls transportiert werden.

Auch der physische Markt blieb eng. Dubai und Oman wurden zwischen 104 Dollar (89 Euro) und 105 Dollar (90 Euro) gehandelt, während die Dieselmärkte laut Argus Media unter einem Mangel leiden. Brent hatte bereits in der vergangenen Woche ein Fünf-Wochen-Hoch erreicht und ist seitdem um etwa 5 Dollar (4,30 Euro) gestiegen.

Bedeutung für Europa

Für europäische Leser ist vor allem relevant, dass die Spannung nicht nur Rohöl betrifft, sondern auch breitere Energiemärkte. In der vergangenen Woche erreichten die europäischen Gaspreise bereits den höchsten Stand seit drei Jahren, was zeigt, dass die Schockwelle weiter reicht als nur Brent. Goldman Sachs hob am Dienstag seine Brent-Prognose für Dezember und 2027 um 5 Dollar (4,30 Euro) an, knüpfte dies aber vor allem an anhaltende Angebotsknappheit.


Haftungsausschluss: Dieser Inhalt dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine finanzielle, anlagebezogene, rechtliche oder steuerliche Beratung dar. Die bereitgestellten Informationen können unvollständig, ungenau oder veraltet sein und sollten nicht als solche herangezogen werden. Nichts auf dieser Website sollte als Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Halten von Kryptowährungen angesehen werden. Investitionen in Krypto-Assets sind mit Verlustrisiken verbunden.