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Britische Banken testen tokenisierte Einlagen statt Stablecoins

Lloyds, NatWest und Barclays testeten Zahlungen über Blockchain-Rails innerhalb des Bankensystems. Der Test passt zur britischen Präferenz für Banktokens gegenüber privaten Stablecoins unter Aufsicht der Bank of England.

Britische Banken testen tokenisierte Einlagen statt Stablecoins

Wichtigste Erkenntnisse

  • Britische Großbanken haben erstmals untereinander Zahlungen mit tokenisierten Einlagen über Blockchain-Rails innerhalb des regulären Bankensystems abgewickelt.
  • Lloyds, NatWest und Barclays nahmen am Great British Tokenised Deposit-Projekt teil, einschließlich Hypothekentransaktionen und simulierter Käufe.
  • Der Test stärkt die Präferenz der Bank of England für Banktokens gegenüber privat ausgegebenen Stablecoins und läuft mit Blick auf digitale Anleihen im Jahr 2027 weiter.

Britische Großbanken haben erstmals untereinander Zahlungen mit tokenisierten Einlagen abgewickelt. Lloyds, NatWest und Barclays bewegten Geld über Blockchain-Rails innerhalb des regulären Bankensystems, statt über Stablecoins. Damit gewinnt die Präferenz der Bank of England für Banktokens gegenüber privat ausgegebenen Stablecoins weiter an Gewicht.

Wie der Test funktionierte

Der Test war Teil des Great British Tokenised Deposit-Projekts von UK Finance. Neben den Interbank-Übertragungen führten die Banken auch zwei Hypothekentransaktionen durch. Eine separate Gruppe von Banken testete einen simulierten Kauf auf einem Marktplatz, wobei programmierbare Einlagen das Geld des Käufers zurückhielten, bis der Erhalt der Waren bestätigt war.

Laut UK Finance nahmen auch HSBC und zwei weitere Kreditgeber an einer Peer-to-Peer-Transaktion teil, die einen Online-Verkauf nachahmte. Jana Mackintosh, Managing Director für Payments and Innovation bei UK Finance, sagte, dass ein solches Setup helfen könne, Betrug zu begrenzen. Sie fügte hinzu, dass das Interesse aus dem Ausland zunimmt.

Warum London auf Banktokens setzt

Tokenisierte Einlagen sind gewöhnliche Bankguthaben, die als Blockchain-Token dargestellt werden, aber rechtlich denselben Status behalten wie Geld auf einem Konto. Stablecoins werden meist von privaten Anbietern ausgegeben und liegen außerhalb des Bankensystems. Die Bank of England hat zuvor gewarnt, dass von Banken ausgegebene Stablecoins das Finanzsystem stören könnten, und hält weiterhin eine Emissionsobergrenze aufrecht, auch wenn andere Beschränkungen in diesem Jahr gelockert wurden.

Diese Linie passt zur breiteren Politik der Zentralbank. Im Juni 2026 veröffentlichte die Bank of England eine Grundsatzerklärung und einen Entwurf für einen Code für Sterling-Stablecoin-Emittenten, um Unternehmen mehr Klarheit zu geben und digitale Zahlungsmittel innerhalb des britischen Finanzsystems besser zu regulieren. Auch anderswo in Europa wächst der Druck auf Stablecoin-Regeln; die EZB will MiCA-Regel nach Tether-Absage streichen, weil Aufseher die Reserveanforderungen für Emittenten erneut prüfen.

Bedeutung für Europa

Für europäische Krypto- und Fintech-Beobachter zeigt das, dass Tokenisierung nicht nur ein Thema für Krypto-Unternehmen ist, sondern auch für große Banken und Aufseher. Dabei geht es nicht nur um Innovation, sondern auch um die Frage, welche Art von digitalem Geld am besten zu bestehenden Regeln und zur Finanzstabilität passt. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich hat zuvor ebenfalls vor Risiken rund um Stablecoins gewarnt und sieht die Tokenisierung von Bankguthaben und Staatsanleihen gerade als einen Weg, das Finanzsystem zu modernisieren.

Das Projekt geht nun mit dem Aufbau eines Unternehmens und eines Governance-Regelwerks weiter. Die teilnehmenden Banken wollen im ersten Quartal 2027 drei digitale Anleihen ausgeben, die mit tokenisierten Einlagen handelbar und abwickelbar sein sollen.


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