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Bybit schränkt EEA-Zugang ein, OKX wirbt um abwandernde Trader

Bybit reduziert den Zugang zur Global-Plattform in 29 EEA-Ländern, während der lizenzierte EU-Ableger in Wien offen bleibt. OKX und Binance ordnen sich rund um MiCA und die Frist vom 1. Juli neu ein.

Bybit schränkt EEA-Zugang ein, OKX wirbt um abwandernde Trader

Wichtigste Erkenntnisse

  • Bybit schränkt ab dem 1. Juli den Zugang zu seiner Global-Plattform für Nutzer in 29 EEA-Ländern schrittweise ein.
  • Bybit EU in Wien bleibt offen und bietet laut dem Artikel weiterhin Zugang für europäische Kunden.
  • OKX versucht, Trader aufzufangen, während Binance und Bybit ihr europäisches Angebot zurückfahren.

Bybit wird den Zugang zu seiner Global-Plattform für Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum in mehreren Schritten zurückfahren. Der Zeitpunkt liegt kurz vor der MiCA-Frist am 1. Juli. Damit folgt die Krypto-Exchange dem Kurs von Binance, während OKX gezielt jene Trader ansprechen will, die durch die Veränderungen im europäischen Markt neu orientieren müssen.

Bybit zieht sich zurück

Laut Bybit werden betroffene Nutzer vorab informiert und behalten weiterhin Zugriff auf ihre Assets. Die Exchange nennt 29 EEA-Länder, in denen die Einschränkungen stufenweise umgesetzt werden sollen. Kunden sollen so genügend Zeit haben, Positionen zu schließen oder zu übertragen. Verwahrungs- und Auszahlungsfunktionen bleiben erhalten, das Handelsangebot auf der Global-Plattform wird für diese Region jedoch zurückgefahren.

Der Schritt fügt sich in die breitere MiCA-Umstellung ein. Ab dem 1. Juli dürfen EEA-Einwohner nur noch von Anbietern mit einer CASP-Lizenz bedient werden. Die ESMA hat klargestellt, dass es keine zusätzliche Übergangsfrist gibt, und unlizenzierte Unternehmen bereits mit einer letzten Aufforderung zur Anpassung gewarnt. MiCA ist das erste umfassende europäische Kryptogesetz und soll die Regeln in allen 27 EU-Mitgliedstaaten vereinheitlichen.

Bybit EU, der separat lizenzierte europäische Ableger in Wien, bleibt dagegen verfügbar. Diese Einheit ist im ESMA-Register der vollständig lizenzierten europäischen Exchanges aufgeführt, auch wenn Malta dort vorerst noch außerhalb des Passporting-Bereichs liegt.

OKX und Binance verschieben den Markt

Das Vorgehen von Bybit folgt kurz auf den Rückzug von Binance aus Teilen Europas. Binance zog seinen griechischen MiCA-Antrag zurück, nachdem die Aufsicht Berichten zufolge Fragen zur Rolle von Mitgründer Changpeng Zhao aufgeworfen hatte. Der Konzern will seine EU-Dienste ab dem 1. Juli zurückfahren und später erneut einen Antrag stellen, offenbar in Frankreich.

OKX versucht, diese Entwicklung für sich zu nutzen. Die Exchange gehörte zu den ersten globalen Anbietern mit einer MiCA-Lizenz, erhielt die Genehmigung in Malta bereits im Januar 2025 und verfügt zudem über eine MiFID-Erlaubnis für Derivate. Das ist relevant, weil Binance, OKX und Bybit im Jahr 2026 zu den größten Derivateplattformen zählen, während Bybit EU vorerst nur Spot Trading anbietet.

OKX-Europe-Chef Erald rief Nutzer von Bybit und Binance zum Wechsel auf und verwies dabei auf einen Bonus für neue Einzahlungen. Gleichzeitig betonte CEO Star Xu erneut die Rivalität mit Binance, während das Unternehmen selbst nach früheren Vergleichen in den USA und einer Geldstrafe der maltesischen Aufsicht ebenfalls unter Beobachtung steht.

Was das für Europa bedeutet

Die Umsetzung von MiCA führt im europäischen Kryptomarkt sichtbar zu einer Konsolidierung. Nach aktuellen Schätzungen hat nur ein kleiner Teil der Tausenden Krypto-Unternehmen in der EU bereits eine vollständige MiCA-Autorisierung. Entsprechend dürften vor allem Anbieter mit einer frühen Lizenzstrategie im Markt bleiben. Für europäische Krypto-Nutzer kann das bedeuten, dass das Angebot kleiner wird, sich Handelsvolumen aber stärker bei einer begrenzten Zahl regulierter Exchanges bündelt.


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