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MiCA geht gegen nicht lizenzierte Spot-Börsen vor, lässt Perps aber außen vor

MiCA drängt nicht lizenzierte Spot-Börsen aus Europa, doch Perpetual Futures mit hoher Leverage bleiben über Offshore-Plattformen erreichbar. So vergrößert sich die Lücke zwischen Spot-Regulierung und Derivateaufsicht.

MiCA geht gegen nicht lizenzierte Spot-Börsen vor, lässt Perps aber außen vor

Wichtigste Erkenntnisse

  • Ab dem 1. Juli geht die EU im Rahmen von MiCA strenger gegen nicht lizenzierte Krypto-Exchanges vor.
  • Crypto Perpetual Futures fallen nicht unter MiCA und bleiben deshalb über Offshore-Plattformen erreichbar.
  • Europäische Trader können dort hohe Leverage nutzen, während Spot-Plattformen zugleich strenger reguliert werden.

Ab dem 1. Juli verschärft die Europäische Union den Druck auf nicht autorisierte Krypto-Exchanges. Gleichzeitig bleibt jedoch eine wichtige Lücke bestehen: Crypto Perpetual Futures sind nicht von MiCA erfasst. Für Nutzer in Europa heißt das, dass sie weiterhin vergleichsweise leicht auf Offshore-Derivateplattformen mit hoher Leverage ausweichen können, während der Spotmarkt enger reguliert wird.

Spotmarkt wird strenger

Mit dem nahenden Ende der MiCA-Übergangsphase müssen nicht lizenzierte Crypto Asset Service Provider ihre Aktivitäten an die neue Infrastruktur anpassen oder zurückfahren. Ziel der Regelung ist es, den europäischen Spotmarkt zu bereinigen und Anleger besser vor Anbietern ohne Zulassung zu schützen. Für den Kryptomarkt in Europa ist MiCA damit ein wichtiger Schritt, der Anwendungsbereich bleibt aber begrenzt.

Denn Krypto-Derivate wie Perpetual Futures, auch Perps genannt, sind von der Verordnung nicht erfasst. Das fällt besonders ins Gewicht, weil laut Glassnode gerade dort rund 80 Prozent des Handelsvolumens im Krypto-Bereich liegen. In der Praxis funktionieren Perps ähnlich wie Contracts for Difference: Trader hinterlegen Margin, gehen gehebelte Positionen ein und halten die zugrunde liegende Coin nicht direkt.

Derivate bleiben außerhalb von MiCA

Die ESMA stellte bereits im Februar klar, dass Anbieter von Produkten, die als Perpetual Futures vermarktet werden, wahrscheinlich unter die bestehenden Produktinterventionsmaßnahmen für CFDs fallen. Entscheidend ist dabei nicht der Produktname. Fällt ein Perp unter die CFD-Definition, greifen auch die entsprechenden Vorgaben, etwa Leverage-Grenzen, eine verpflichtende Risikowarnung, Margin Close-out, Negativsaldoschutz und ein Verbot von Trading-Anreizen.

Laut Patrick Gruhn, Gründer und CEO von Perpetuals.com, liegt genau hier das Problem. Europäische Anleger können seiner Einschätzung nach über Plattformen wie Hyperliquid Bitcoin mit 50x Leverage handeln, während andere Anbieter sogar bis zu 200x Leverage anbieten. Solche Plattformen fallen nicht unter MiCA oder MiFID, also die europäischen Regeln für den Derivatehandel, und bieten deshalb auch keinen EU-Schutz wie ein Key Information Document oder eine durchsetzbare Verlustgrenze.

Warum das europäische Trader betrifft

Für Krypto-Trader in Europa ist das relevant, weil strengere Vorgaben für den Spot-Handel nicht automatisch zu weniger Risiko im Gesamtmarkt führen. Wenn Nutzer von regulierten Spot-Plattformen verdrängt werden, aber eine unregulierte Perp-Plattform mit deutlich höherer Leverage weiterhin mit wenigen Klicks erreichbar bleibt, verlagert sich das Risiko eher, als dass es verschwindet. Für die europäischen Aufseher dürfte deshalb vor allem die Durchsetzung gegenüber Offshore-Anbietern zum Lackmustest werden.

Die Debatte berührt auch die grundsätzliche Frage, wie weit MiCA tatsächlich reicht. Die Verordnung soll Anleger schützen und Marktmissbrauch begrenzen, lässt aber bestimmte Produkte und Dienstleistungen bewusst außen vor, darunter Finanzinstrumente, die bereits unter MiFID fallen. Genau daraus entsteht nun die Spannung zwischen strengeren europäischen Spot-Regeln und einem Derivatemarkt, der größtenteils außerhalb desselben Rahmens bleibt.


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