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Kanada eröffnet Konsultation zu Stablecoin-Regeln und Yield-Verbot

Ottawa will nichtbankliche Emittenten an strenge Reserve- und Abwicklungsanforderungen binden. Das Verbot von Stablecoin-Yield knüpft an die Debatte in den USA an.

Kanada eröffnet Konsultation zu Stablecoin-Regeln und Yield-Verbot

Wichtigste Erkenntnisse

  • Kanada startet eine öffentliche 60-tägige Konsultation zu neuen Stablecoin-Regeln.
  • Nichtbankliche Emittenten müssen Reserven bei kanadischen Finanzinstituten halten und Stablecoins innerhalb von drei Werktagen einlösbar machen.
  • Die Entwürfe verbieten Yield-Zahlungen auf Stablecoins, während transaktionsbezogene Belohnungen weiterhin erlaubt bleiben.

Kanada hat eine öffentliche 60-tägige Konsultation zu neuen Stablecoin-Regeln gestartet. Die Entwürfe halten an einem Verbot von Yield-Zahlungen fest und legen nichtbanklichen Emittenten strengere Anforderungen an ihre Reserven und die Abwicklung von Rückzahlungen auf.

Strengere Anforderungen für Emittenten

Nach Angaben der Regierung müssen nichtbankliche Stablecoin-Emittenten ihre Reserven bei kanadischen Finanzinstituten halten. Dazu zählen Banken, Kreditgenossenschaften und Trustgesellschaften. Die Regeln sollen den Stablecoin Act, der Anfang dieses Jahres verabschiedet wurde, tatsächlich in Kraft setzen.

Die Regierung sagt, die Entwürfe legten die Bestandteile fest, die für die Registrierung bei der Bank of Canada nötig sind. Emittenten müssten Reserven im Wert aller umlaufenden fiat-gebundenen Token halten. Außerdem müssten Kunden ihre Stablecoins innerhalb von drei Werktagen in reguläre Währungen umtauschen können. Die Rückzahlungskosten dürften dabei 1% nicht übersteigen.

Keine Zinsen auf Stablecoins

Der umstrittenste Teil ist das Yield-Verbot. Die Entwürfe verbieten Emittenten, Zinsen zu zahlen, auch über Dritte, um Kunden zum Halten ihrer Token zu bewegen. Belohnungen, die direkt an Transaktionen gekoppelt sind, bleiben jedoch erlaubt.

Die kanadische Bankenbranche drängt schon länger auf ein solches Verbot. Banken befürchten, dass Kunden sonst Geld aus Bankkonten abziehen könnten und traditionelle Institute dann weniger zum Verleihen hätten. Diese Debatte läuft auch in den Vereinigten Staaten, wo politische Entscheidungsträger ebenfalls über Beschränkungen für Stablecoin-Yield diskutieren, um Abflüsse aus Banken zu begrenzen. Auch anderswo bewegen sich Aufseher in dieselbe Richtung: In den USA setzte die OCC Stablecoin-Rewards unter Druck in den endgültigen GENIUS-Act-Regeln.

Warum das relevant ist

Für europäische Krypto-Beobachter zeigt Kanada, wie Aufseher Stablecoins zunehmend als eigenständiges Zahlungs- und Abwicklungsprodukt betrachten. Die Kombination aus Reserveanforderungen, schneller Einlösbarkeit und einem Yield-Verbot könnte für Akteure relevant sein, die Stablecoins für Handel, Zahlungen oder Treasury-Management nutzen. Sie zeigt auch, dass die Grenze zwischen Krypto und traditionellem Bankwesen weiter unter Aufsicht gerät.


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