OCC verschärft Stablecoin-Regeln und setzt Rewards unter Druck
Die OCC lässt Rewards auf Stablecoins jetzt im Einzelfall prüfen, mit Folgen für Coinbase, PayPal und Kraken. Banken befürchten, dass solche Programme Einlagen abziehen könnten.

Wichtigste Erkenntnisse
- Die OCC hat die ersten endgültigen Regeln unter dem GENIUS Act veröffentlicht und setzt Stablecoin-Rewards unter neuen Druck.
- Belohnungsprogramme werden im Einzelfall geprüft; bestehende Konstruktionen unter anderem von Coinbase, PayPal und Kraken müssen von der Aufsichtsbehörde überprüft werden.
- Die Regeln treten am 18. Januar in Kraft, während andere US-Aufsichtsbehörden noch an der weiteren Ausarbeitung des Gesetzes arbeiten.
Das amerikanische Office of the Comptroller of the Currency hat die ersten endgültigen Regeln unter dem GENIUS Act veröffentlicht. Damit geraten Belohnungsprogramme rund um Stablecoins erneut unter Druck. Krypto-Exchanges und andere Anbieter solcher Programme müssen bestehende Konstruktionen künftig von der Aufsichtsbehörde prüfen lassen.
Neue Prüfung für Rewards
Die OCC sagt, dass sie im Einzelfall beurteilen wird, ob ein Reward-Programm gegen das Gesetz verstößt. Die Aufsichtsbehörde nannte keine konkreten Beispiele dafür, was erlaubt ist und was nicht, betonte aber, dass das Wort „solely“ im Gesetz großes Gewicht hat. Eine Belohnung, die nicht ausschließlich für das Halten oder Nutzen eines Payment-Stablecoins ausgezahlt wird, kann nach Einschätzung der Behörde außerhalb des Verbots liegen.
Das macht die neuen Regeln sofort relevant für Anbieter wie Coinbase, PayPal und Kraken, die bereits Rewards auf Stablecoins anbieten. Der Sektor erhält keine sichere Übergangsregelung für bestehende Programme und muss daher abwarten, wie die OCC die Regeln in der Praxis anwendet. Die Regeln treten am 18. Januar in Kraft.
Folgen für Banken und Exchanges
Stablecoins sind Token, die an den Dollar gekoppelt sind und darauf ausgelegt sind, in einem Markt, in dem andere Krypto oft stark schwankt, einen stabilen Wert zu halten. Der Sektor wird derzeit vor allem von Tether's USDT und Circle's USDC getragen, während weiterhin neue Anbieter dazukommen.
Die Diskussion über Yield spielt schon länger eine große Rolle im Stablecoin-Markt. Banken warnen seit geraumer Zeit davor, dass Rewards auf Stablecoins mit traditionellen Einlagen konkurrieren könnten. Das ist ein wichtiger Punkt, weil Banken befürchten, dass ihre Einlagenbasis sich verschieben könnte, wenn Kunden über Krypto-Plattformen höhere Belohnungen erhalten. Gleichzeitig zeigt die neue Regel, dass Aufsichtsbehörden zunächst dem Wortlaut des Gesetzes folgen wollen, bevor Spielraum für lockerere Auslegungen entsteht.
Auch der breitere Stablecoin-Markt steht unter dem Druck neuer Konkurrenz. Circle verteidigte kürzlich noch das Geschäftsmodell von USDC, nachdem Rivalen und Partner mehr Erträge aus den Reserven an Nutzer weitergegeben hatten.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Beobachter ist das vor allem relevant, weil die USA nun einen klareren Rahmen für Stablecoins und die Rolle von Exchanges darin schaffen. Das könnte auch beeinflussen, wie internationale Anbieter ihre Produkte in mehreren Märkten aufsetzen. Die Unterschiede zwischen den Ländern bleiben groß, was den Druck auf eine weltweite Abstimmung rund um Stablecoins weiter erhöht.
Die OCC ist nicht die einzige US-Aufsichtsbehörde, die an der Ausarbeitung arbeitet. Auch das Treasury, die Federal Reserve und die FDIC arbeiten noch an eigenen Regeln. Deshalb ist noch nicht sicher, dass bis zum geplanten Inkrafttreten im Januar bereits alle Teile des GENIUS Act vollständig ausgearbeitet sind.