Kanada schränkt den Handel mit Krypto deutlich ein
In Kanada ist nun ein Regulierungsskandal ans Licht gekommen.

In Kanada ist nun ein Regulierungsskandal ans Licht gekommen. Der Staat erhält fortan die Kontrolle über Krypto-Anlagen und wird bestimmen, wie viel in welche Kryptowährung investiert werden darf. Das ist der Hintergrund.
Nicht Russland oder Indien, sondern Kanada, das grundsätzlich liberal ist, greift nun massiv in den Handel mit Krypto ein. Die Ontario Securities Commission (OSC), also die regionale Wertpapieraufsicht der Provinz Ontario, hat beschlossen, dass Kryptobörsen sich ihrer neuen Regulierung unterwerfen müssen. Wer als vollständig regulierter Kryptohändler auftreten möchte, muss nun Kauflimits für Kryptowährungen einführen. Die neue Verordnung gilt in den folgenden Regionen Kanadas: Manitoba, New Brunswick, Newfoundland und Labrador, Nova Scotia, Ontario, Prince Edward Island, Northwest Territories, Nunavut und Yukon.
Privatanleger aus diesen Regionen dürfen nur 30.000 Kanadische Dollar (CAD) pro Jahr in Altcoins über offizielle Handelsplattformen investieren. Professionelle Anleger dürfen 100.000 CAD investieren. Die folgenden Kryptowährungen sind befreit, die Anleger unbegrenzt erwerben können: Bitcoin, Ethereum, Litecoin und Bitcoin Cash. Bis hierhin die Fakten.
Kanada: Paternalismus statt Verbraucherschutz
Dass der Staat nun seine eigene Wallet-Strategie vorschreibt, ist ein Skandal. Unter dem Vorwand des Verbraucherschutzes will er Anleger vor schlechten Investitionen schützen. Dies wird als Eingriff in die Freiheit der Investoren gesehen.
Indem er zum Beispiel erklärt, dass Bitcoin Cash und Litecoin unbegrenzt gekauft werden können, aber Cardano- oder Polkadot-Münzen lediglich bis zu 30.000 CAD pro Jahr erworben werden dürfen, weckt die Behörde einen gefährlichen Sicherheitsvorschuss. Unerfahrene Anleger könnten denken, dass Bitcoin Cash ein besonders vielversprechendes und sicheres Projekt ist.
Kanadischer Verbraucherschutz: mit Penny Stocks und Hebelzertifikaten in die Insolvenz
Wenn man bedenkt, dass kanadische Kleinanleger unbegrenzt in zweifelhafte Penny Stocks oder Derivate mit Hebelwirkung investieren können, wodurch ein Totalverlust in greifbarer Nähe liegt, wirkt die neue Richtlinie besonders absurd.
Jeder Kleinanleger hat unzählige Möglichkeiten, innerhalb weniger Minuten sein Vermögen zu verspielen, aber 35.000 CAD in etwa Cardano (ADA) zu investieren, ist verboten. Neutralität, wie sie vom Staat gefordert wird, wird über Bord geworfen. Man kann nur hoffen, dass dieser politisch motivierte Fehlentscheid schnell revidiert wird.
Kryptospekulation weiterhin erlaubt für Pensionsfonds
Es ist umso zynischer, dass der kanadische Pensionsfonds CDPQ 200 Millionen CAD abschreiben muss, weil er in Celsius investiert hat. Als institutioneller Anleger bleibt Spekulation im Bereich der Krypto-Verleihe erlaubt. Die oben skizzierten Richtlinien gelten ausschließlich für Privat- und Professionelle Anleger.