Cantor sieht STRC-Erholung als Schlüssel für Strategy
Cantor nennt die Erholung der Preferred Stock als zentral für Strategy’s Finanzierungsmodell. Auch der Verkauf von Bitcoin im Wert von 216 Millionen Dollar soll die STRC-Dividenden stützen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Cantor hält die Rückkehr von Strategy’s STRC Preferred Stock auf Par für den entscheidenden Hebel, damit das Finanzierungsmodell wieder funktioniert.
- Die Bank rechnet damit, dass Strategy mehr Cashreserven aufbaut, um die STRC-Dividenden abzusichern und die Kapitalstruktur zu festigen.
- Nach Einschätzung von Cantor könnte auch MSTR profitieren, wenn sich STRC erholt und Strategy wieder schneller Bitcoin kaufen kann.
Cantor sieht die Rückkehr von Strategy’s STRC Preferred Stock auf Par als den zentralen Schritt, um das Finanzierungsmodell des Unternehmens wieder zu beleben. Aus Sicht der Bank ist das eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Strategy die Bitcoin-Käufe wieder schneller ausweiten und zugleich die Kapitalstruktur stärken kann.
Nach einem Gespräch mit Executive Chairman Michael Saylor teilte Cantor mit, das Vertrauen in den Plan des Managements zur Stabilisierung der Bilanz und zur Kapitalaufnahme sei gewachsen. Das fällt in eine Phase, in der STRC im frühen Handel am Montag bei 87,79 $ (77 €) lag, Bitcoin bei rund 61.800 $ (54.000 €) notierte und MSTR um 3,4 Prozent auf 97,34 $ (85 €) nachgab.
STRC als Finanzierungsmotor
Strategy hat vor wenigen Minuten außerdem den Verkauf von Bitcoin im Wert von 216 Millionen $ (189 Millionen €) angekündigt. Die Erlöse sollen zur Finanzierung der STRC-Dividenden verwendet werden. Damit wird erneut deutlich, wie eng Preferred Stock, Stammaktien und Bitcoin-Bestand bei dem Unternehmen miteinander verbunden sind.
Cantor betonte, dass diese Elemente nicht als gegensätzliche Interessen verstanden werden sollten. STRC sei vielmehr die Grundlage des Finanzierungsmodells, weil Strategy über diese Struktur Kapital aufnehmen könne, ohne fortlaufend direkt mehr Stammaktien auszugeben.
Die Analysten um Ramsey El-Assal erklärten, aus ihrer Sicht sei das ein günstiger Zeitpunkt für STRC, sowohl wegen des Abschlags zum Parwert als auch wegen der Rendite des Instruments. Auch MSTR könnte ihrer Einschätzung nach profitieren, wenn sich die breitere Kapitalstruktur wieder stabilisiert.
Mehr Cash für die Dividendenabdeckung
Die Bank geht davon aus, dass Strategy die Cashreserven zur Deckung der STRC-Dividenden weiter ausbauen wird, bis die Preferred Stock wieder bei Par handelt. Den jüngsten Anstieg von etwa 10 auf 18 Monate Dividendenabdeckung wertet Cantor als ersten Schritt in diesem Prozess. Falls nötig, könne das Management zusätzliche Maßnahmen ergreifen, etwa Buybacks, doch Cashreserven bleiben laut der Bank das wichtigste Instrument.
Cantor räumte auch die Sorgen über bevorstehende Fälligkeiten bei Wandelanleihen aus. Nach Einschätzung der Bank kann Strategy seine von STRC getriebene Kapitalmaschine wieder anwerfen, bevor größere Rückzahlungen tatsächlich zum Problem werden, oder die Schulden refinanzieren.
Warum das relevant ist
Für europäische Krypto-Anleger ist das relevant, weil Strategy weiterhin zu den meistbeachteten börsennotierten Bitcoin-Vehikeln zählt. Das Unternehmen bleibt ein zentraler Verbindungspunkt zwischen Kryptomarkt, Kapitalmärkten und institutioneller Nachfrage, gerade jetzt, wo Preferred Stock, Schulden und Aktien gemeinsam die Finanzierung neuer Bitcoin-Käufe bestimmen.
Cantor erwartet, dass die MSTR-Aktie profitieren könnte, sobald STRC sich erholt und das Unternehmen später wieder Aktien ausgeben kann, um zusätzlich Bitcoin zu kaufen. Damit hängt der Kurs von Strategy nicht nur von Bitcoin selbst ab, sondern auch davon, wie gut das Unternehmen seine Kapitalstruktur steuert.
Der jüngste Bitcoin-Verkauf zur Zahlung von Preferred-Dividenden passt in dieses Bild. Strategy hatte zuvor bereits 3.588 Bitcoin verkauft und 216 Millionen $ aufgenommen, um die Dollarreserven und die Dividendenabdeckung zu stärken.
Auch die Diskussion über die Rolle von STRC im Finanzierungsmodell läuft schon länger. In einer früheren Analyse wurde bereits deutlich, dass Strategy's Preferred Stock stark fällt, das Vertrauen von Privatanlegern sinkt, gerade weil der Kurs des Instruments deutlich unter dem angestrebten Parwert blieb.