Bitcoin gibt nach schwachen ETF-Zuflüssen und sinkendem Open Interest nach
Spot-ETF-Zuflüsse und der Rückgang beim Open Interest deuten auf nachlassende Unterstützung für die BTC-Rally hin. Auch Ether und mehrere Altcoins geben nach.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitcoin ist am Dienstag erstmals in diesem Monat gefallen und hat damit die längste Serie von Kursanstiegen seit März beendet.
- Schwache Nachfrage am Spot-Markt, erkennbar an ETF-Zuflüssen und der Coinbase-Prämie, hat die Erholung von Bitcoin und Ether belastet.
- Der Altcoin-Markt zeigte sich uneinheitlich, während der Altcoin-Season-Indikator bei 46 von 100 lag.
Bitcoin hat am Dienstag zum ersten Mal in diesem Monat nachgegeben und damit die längste Aufwärtsserie seit März beendet. Am Montag hatte der Kurs noch 64.500 $ (56.500 €) erreicht und damit den höchsten Stand seit mehr als zwei Wochen markiert, bevor die Dynamik wieder nachließ. Auch Ether konnte seine kurze Erholung nicht halten und drehte erneut ins Minus.
Die Erholung verliert an Tempo
Die jüngste Aufwärtsbewegung bei Bitcoin und anderen Tokens war vor allem darauf zurückzuführen, dass der Markt Ende Juni bereits stark von Short-Positionen geprägt war. Der daraus entstandene Short Squeeze half dem Kryptomarkt, sich aus dem überverkauften Bereich zu lösen. Seit dem 1. Juli ist die gesamte Marktkapitalisierung dadurch um 8,4 Prozent auf 2,16 Billionen $ (1,9 Billionen €) gestiegen.
Unter der Oberfläche bleibt das Bild jedoch durchwachsen. Innerhalb von 24 Stunden wurden mehr als 500 Millionen $ (438 Millionen €) an gehebelten Krypto-Futures-Positionen liquidiert, wobei Shorts erneut den größten Teil der Verluste ausmachten. Gleichzeitig sank das Futures-Open-Interest von Bitcoin auf 740.000 BTC, nachdem es am 3. Juli noch bei 776.000 BTC gelegen hatte. Das spricht dafür, dass Derivatehändler den Anstieg zuletzt weniger stark begleitet haben.
Schwache Spot-Nachfrage belastet
Auch auf der Spot-Seite bleibt die Nachfrage laut Marktdaten verhalten. Das zeigt sich unter anderem an den ETF-Flows und an der Coinbase-Prämie. Das ist deshalb relevant, weil Spot-Bitcoin-ETFs seit ihrem Start Anfang 2024 eine deutlich wichtigere Rolle in der Marktstruktur spielen. Hinzu kommt, dass sich Bitcoin im Jahr 2026 stärker mit traditionellen Märkten wie dem S&P 500 bewegt hat, da institutionelle Anleger ihre Positionen häufiger anhand von Makrofaktoren anpassen.
Gerade für europäische Krypto-Beobachter ist der aktuelle Rücksetzer deshalb bemerkenswert. Ziehen Spot-Nachfrage und Derivate-Positionierung nicht gleichzeitig an, kann eine Erholung schneller an Schwung verlieren als in früheren Rallys. Das zeigte sich am Dienstag auch bei Ether: Die Coin fiel auf 1.770 $ (1.550 €), nachdem sie am Montag noch bei 1.830 $ (1.600 €) gelegen hatte. Die schwachen ETF-Zuflüsse passen damit zu dem breiteren Bild einer nachlassenden institutionellen Nachfrage, während große Halter weiter zukaufen.
Altcoins bleiben gemischt
Der breitere Altcoin-Markt zeigt sich derweil uneinheitlich. SOL fiel beim Open Interest auf 68 Millionen Tokens zurück, nachdem am 24. Juni noch ein Höchststand von mehr als 76 Millionen erreicht worden war. Andere Tokens wie FET, KASPA und WLD blieben trotz der allgemeinen Markterholung zurück. Das deutet darauf hin, dass nicht jede Coin automatisch von der Bitcoin-Bewegung mitgezogen wird.
Der Altcoin-Season-Indikator von CoinMarketCap liegt aktuell bei 46 von 100. Das ist weniger als der Höchststand vom Freitag, aber mehr als im Mai. Für den Kryptomarkt bedeutet das vor allem, dass die Rotation zwischen Bitcoin, Ether und kleineren Tokens vorerst unruhig bleibt und die Erholung bislang keine klare breite Bestätigung findet.