Bitcoin erholt sich nach Strategy-Verkauf auf 64.000 $
Der Kurssprung folgt auf einen größeren BTC-Verkauf durch Strategy, während US-Spot-Bitcoin-ETFs wieder Zuflüsse verzeichnen und Marktteilnehmer auf das Fed-Protokoll blicken.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitcoin hat sich in weniger als 24 Stunden von 61.391 $ auf ein Hoch von 64.529,61 $ erholt, nachdem Strategy den Verkauf bestätigt hatte.
- Am Optionsmarkt bleibt die Stimmung klar call-lastig: 60,15 % des Open Interest entfallen auf Calls, während das kurzfristige Max-Pain-Niveau bei rund 63.000 $ liegt.
- US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten am 6. Juli Zuflüsse von 56,3 Millionen $, während Strategy nach dem Verkauf noch 843.775 BTC hält.
Bitcoin hat sich innerhalb von weniger als 24 Stunden von 61.391 $ (53.800 €) auf ein Zwischenhoch von 64.529,61 $ (56.500 €) erholt, nachdem Strategy einen größeren BTC-Verkauf bestätigt hatte. Der Rebound hält sich vor dem Protokoll der Federal Reserve, und sowohl der Optionsmarkt als auch die ETF-Ströme deuten darauf hin, dass Händler und Anleger die Gegenbewegung zunächst ernst nehmen.
Der Optionsmarkt bleibt call-lastig
Am breiteren Derivatemarkt dominiert weiterhin eine bullische Ausrichtung. Nach Daten von CoinGlass entfallen 60,15 % des Open Interest über alle Laufzeiten auf Calls, während 39,85 % in Puts liegen. Für den kurzfristigen Bereich liegt das Max-Pain-Niveau bei Deribit inklusive des Verfalls am 8. Juli bei rund 63.000 $ (55.200 €).
Im Vergleich zu den größeren Positionen mit Laufzeiten bis zum 31. Juli und darüber hinaus fällt dieser Verfall eher klein aus. Entsprechend bleibt der Markt anfällig für Überraschungen aus Washington, zumal sich das Fed-Protokoll auf die Sitzung vom 16. und 17. Juni bezieht, die erste unter Vorsitz von Kevin Warsh.
ETF-Ströme ziehen wieder an
Auch bei Spot-Bitcoin-ETFs zeigt sich wieder mehr Nachfrage. Am 6. Juli flossen US-Spot-Bitcoin-ETFs 56,3 Millionen $, beziehungsweise 884,97 BTC, zu, wie CoinGlass berichtet. Damit setzt sich die Erholung nach einer Serie von 10 Tagen mit Abflüssen fort, die am 2. Juli mit einem Zufluss von 222 Millionen $ (194 Millionen €) endete.
Die gesamten Netto-Assets in US-Spot-Bitcoin-ETFs beliefen sich auf 72,89 Milliarden $ (63,9 Milliarden €). Der kumulierte Nettozufluss seit dem Start im Jahr 2024 stieg auf 51,58 Milliarden $ (45,2 Milliarden €), beziehungsweise 637.780 BTC. Auch im breiteren ETF-Markt zeigt sich, dass die Mittelzuflüsse ungleich verteilt sind. Besonders Fidelitys FBTC zog am 2. Juli 166 Millionen $ (145 Millionen €) an.
Strategie von Strategy
Der Verkauf von Strategy war der unmittelbare Auslöser für den Rücksetzer. Das Krypto-Unternehmen veräußerte 3.588 BTC für 216 Millionen $ (189 Millionen €), um Dividenden auf seine Digital-Credit-Investmentinstrumente auszuzahlen. Das liegt deutlich über den zuvor kursierenden Gerüchten über 491 BTC. Trotz des Verkaufs hält das Unternehmen weiterhin 843.775 BTC und bleibt damit die größte Corporate-Bitcoin-Treasury der Welt.
Für europäische Krypto-Anleger ist vor allem relevant, dass solche großen institutionellen Bewegungen nicht nur den Spotpreis beeinflussen, sondern auch die Stimmung an den Derivatemärkten und bei ETFs prägen. In einem Umfeld, in dem das Fed-Protokoll und US-Fondsströme gleichzeitig im Fokus stehen, dürfte Bitcoin weiter sensibel auf neue Signale aus den USA reagieren. Dabei bleibt auch die Kapitalstruktur von Strategy ein wichtiger Faktor; die Erholung von STRC gilt laut Cantor als entscheidend dafür, dass die Finanzierungsmaschine des Unternehmens wieder anlaufen kann.