CFTC öffnet US-Markt für Perpetual Futures auf Aktien
Coinbase Derivatives und Kalshi dürfen Kontrakte auf Apple, Nvidia und andere US-Aktien anbieten. Der Schritt bringt ein im Offshore-Bereich beliebtes Hebelprodukt unter CFTC-Aufsicht.

Wichtigste Erkenntnisse
- Die CFTC hat Perpetual Futures auf einzelne US-Aktien für den Handel an regulierten Börsen genehmigt.
- Coinbase Derivatives und Kalshi haben Kontrakte unter anderem auf Apple, Tesla, Nvidia, Microsoft und Indexfonds eingereicht.
- Die Kontrakte bieten Hebelwirkung, doch Aufseher warnen vor schnellen Liquidationen bei starken Kursrückgängen.
Die US-Aufsichtsbehörde CFTC hat Perpetual Futures auf einzelne US-Aktien für den Handel an regulierten Börsen genehmigt. Damit kommt ein Produkt in die USA, das Anleger bisher vor allem auf Offshore-Plattformen finden konnten, das nun aber unter amerikanischer Aufsicht angeboten werden kann.
Wie die Kontrakte funktionieren
Bei gewöhnlichen Futures läuft ein Kontrakt zu einem festen Datum aus. Perpetual Futures laufen weiter, solange die Margin des Traders ausreicht. Eine wiederkehrende Funding Payment hält den Preis des Kontrakts nahe am Kurs der zugrunde liegenden Aktie.
In dem Entwurf, den Coinbase Derivatives eingereicht hat, zahlen Käufer Verkäufer, wenn der Kontrakt über der Aktie notiert, und zwar bis zu 0,10% pro Stunde. Kalshi reichte im September eine Liste ein mit 58 Kontrakten auf 55 Aktien, darunter Apple, Tesla, Nvidia und Microsoft. Auch Alibaba’s US-Aktien und zwei Fonds, die den S&P 500 und den Nasdaq-100 abbilden, fallen unter den Antrag.
Mehr Hebel, mehr Risiko
Die neuen Kontrakte ziehen vor allem wegen des Hebels Aufmerksamkeit auf sich. Kalshi lässt Trader eine Aktienposition mit einer Margin von 15,5% des Werts halten. Better Markets warnt, dass solche Positionen bei starken Kursrückgängen automatisch liquidiert werden können.
Die Gruppe weist außerdem darauf hin, dass Offshore-Single-Stock-Perpetuals einen Hebel von bis zu 20x bieten, während SEC-genehmigte Single-Stock-ETFs meist auf 2x begrenzt sind. Für US-Versionen ist von einem Hebel von bis zu 6x die Rede. Nach der Berechnung von Better Markets kann ein Rückgang von 20% bereits ausreichen, um eine 5x-Position auszulöschen.
Warum das relevant ist
Für europäische Krypto- und Derivatebeobachter ist das vor allem deshalb interessant, weil die USA damit erneut ein Produkt aus dem Offshore-Bereich in einen regulierten Markt holen. Die CFTC genehmigte zuvor bereits einen Bitcoin-Perpetual-Kontrakt auf Kalshi, was zeigt, dass Perpetuals nicht mehr nur mit Krypto verbunden werden. Wie viel Handel sich tatsächlich dorthin verlagert, dürfte von den ersten Volumina in diesen neuen Kontrakten abhängen.
Auch die breitere Diskussion über Single-Stock-Perpetuals in den USA spielt hier hinein: Kalshi hatte bereits Pläne für ähnliche Kontrakte unter anderem auf Tesla, Apple und Nvidia. Das macht deutlich, dass die neue Genehmigung nicht isoliert steht, sondern zu einer breiteren Verschiebung hin zu regulierten Hebelprodukten passt.