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Citrini sieht Tokenization-Boom, doch der Gewinn bleibt unklar

Citrini sieht vor allem Chancen bei RWA und tokenisierten Treasuries, doch die Verteilung der Erträge zwischen Infrastruktur, Plattformen und Blockchains bleibt ungewiss.

Citrini sieht Tokenization-Boom, doch der Gewinn bleibt unklar

Wichtigste Erkenntnisse

  • Citrini Research sieht Tokenization als möglichen Durchbruch für Finance, weil immer mehr traditionelle Assets onchain kommen.
  • Laut dem Markt dreht sich die wichtigste Frage nicht darum, ob Assets tokenisiert werden, sondern darum, wer am Ende die Erträge daraus bekommt.
  • Der Markt für tokenisierte RWA ist auf mehr als $31 Milliarden gewachsen, doch der Sekundärhandel bleibt in vielen Fällen begrenzt.

Citrini Research sieht Tokenization als möglichen Durchbruch für Finance. Nach Einschätzung der Research-Firma geht es bei der größeren Frage nicht darum, ob mehr Assets onchain kommen, sondern darum, wer daran künftig wirklich verdient. Citrini, vor allem bekannt für Technologie-, KI- und Marktanalysen, hat diese Sicht in einem 79-seitigen Bericht über Real-World Assets, kurz RWA, dargelegt.

Blockchains suchen ihre Rolle

Jahrelang war eine häufige Kritik an Krypto und Blockchains, dass die Branche vor allem Infrastruktur aufgebaut hat, ohne einen klaren Anwendungszweck zu haben. Es gab dezentrale Exchanges, Lending-Protokolle, Krypto-Wallets und immer mehr finanzielle Bausteine, doch viele der Assets, die Anleger wirklich halten wollten, blieben außerhalb des Kryptomarkts.

Laut Citrini ändert sich das jetzt. U.S. Treasuries, Credit, Aktien, Fonds und andere Anlageinstrumente rücken immer häufiger auf die Rails, die Krypto in mehr als zehn Jahren aufgebaut hat. Das Unternehmen fasst das mit der These zusammen, dass Blockchains endlich eine klare Funktion gefunden haben.

Wo liegt der Ertrag

Der Kern der Debatte ist nicht nur, dass Assets onchain kommen, sondern was danach passiert. Citrini weist darauf hin, dass sich tokenisierte Assets eher wie Software verhalten können: Sie können zwischen Apps wandern, als Sicherheiten dienen, verliehen werden oder in anderen Produkten genutzt werden, ohne dass jede Partei erneut Custody und Settlement aufbauen muss.

Das passt zu einer breiteren Entwicklung, in der Stablecoins Cash onchain bringen und Wallets, Exchanges und DeFi-Protokolle reifer geworden sind. Auch Retail-Plattformen wie Robinhood und Coinbase sorgen für Distribution, während Aufsichtsbehörden in den USA und darüber hinaus tokenisierten Wertpapieren schrittweise einen klareren Weg geben. In China ist der Ton dagegen strenger geworden: Dort wurde das Verbot von Krypto jüngst auf RWA-Tokenization, Krypto-Werbung und Internetdienste ausgeweitet, die solche Aktivitäten unterstützen.

Trotzdem bleibt die Verteilung der Erträge unklar. Tokenisierte Aktien können Einnahmen über Emission, Handel, Stablecoin-Nachfrage, Lending und die Nutzung als Sicherheit generieren, doch diese Geldströme können an sehr unterschiedlichen Stellen ankommen. Analysten nennen dabei Infrastrukturunternehmen, Vertriebskanäle und Netzwerke wie Ethereum, BNB Chain und Solana als mögliche Gewinner, während andere wiederum glauben, dass der eigentliche Wert erst entsteht, nachdem ein Asset onchain ist und aktiv gehandelt oder verliehen wird. Das knüpft an die breitere Diskussion darüber an, wo der wirtschaftliche Wert von Tokenization am Ende landet, von der Infrastruktur bis zu Distribution und Settlement.

Warum das relevant ist

Für europäische Krypto-Anleger ist das relevant, weil Tokenization immer häufiger als Brücke zwischen traditioneller Finance und Blockchain diskutiert wird. Der Markt für tokenisierte RWA ist inzwischen auf mehr als $31 Milliarden (€27,5 Milliarden) gewachsen, wobei vor allem tokenisierte U.S. Treasuries und Geldmarktprodukte das größte Segment bilden. Gleichzeitig zeigt Forschung, dass der Sekundärhandel bei vielen tokenisierten Assets noch begrenzt ist, was bedeutet, dass das Versprechen von mehr Liquidität längst nicht für alle Kategorien gleichermaßen greift.

Damit bleibt die Hauptfrage von Citrini bestehen: nicht nur, welche Assets onchain gehen, sondern welche Parteien den Wert dieser Verschiebung tatsächlich für sich sichern können.


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