Japanische Großbanken schließen Yen-Stablecoin-Pilot ab
Der Test prüfte Ausgabe, Übertragung und Einlösung nach dem japanischen Payment Services Act, mit Mitsubishi Corporation als grenzüberschreitendem Anwendungsfall. Auch AML- und CTF-Kontrollen standen im Mittelpunkt.

Wichtigste Erkenntnisse
- Mizuho, MUFG und SMBC haben ihren gemeinsamen Yen-Stablecoin-Pilot nach einem Test im Juli für grenzüberschreitende Zahlungen abgeschlossen.
- Der Test nutzte einen einzigen Yen-Token, der unter dem Payment Services Act ausgegeben wurde, und prüfte Ausgabe, Übertragung und Einlösung gegen Bargeld.
- Die Banken wollen im Geschäftsjahr 2026 echte Transaktionen durchführen; der Test umfasste auch AML- und CTF-Kontrollen.
Japanische Großbanken Mizuho, MUFG und SMBC haben ihren gemeinsamen Yen-Stablecoin-Pilot abgeschlossen. Der Test lief im Juli und drehte sich um grenzüberschreitende Zahlungen. Die Banken wollen im Geschäftsjahr 2026 echte Transaktionen durchführen, womit das Projekt einen weiteren Schritt in Richtung bankausgegebener digitaler Geldformen macht.
Pilot mit gemeinsamem Token
An dem Test nahmen drei große Banken und zwei Partner teil. Gemeinsam gaben sie einen einzigen Yen-Token aus und testeten den Prozess von Anfang bis Ende. Mitsubishi UFJ Trust and Banking trat als Treuhänder auf, und TISI Inc. lieferte die Technologie.
Die Token wurden unter dem japanischen Payment Services Act ausgegeben. Nur KYC-verifizierte Nutzer bei teilnehmenden Banken konnten mitmachen. Die Ausgabe hatte kein Limit und war durch Bankeinlagen gedeckt. Nach Angaben der beteiligten Parteien machte das es möglich, nicht nur die Ausgabe, sondern auch Übertragung und Einlösung gegen Bargeld zu testen.
Was der Test gezeigt hat
Der wichtigste Anwendungsfall war das Settlement zwischen dem japanischen Hauptsitz und den Auslandsbüros von Mitsubishi Corporation. Damit wurde die gesamte Kette aus Ausgabe, Transfer und Redemption getestet. Die Banken sagen, der Test habe gezeigt, dass eine gemeinsame Ausgabe sicher, zuverlässig und operativ machbar ist.
Auch Compliance spielte eine große Rolle. Der Test umfasste Kontrollen rund um Anti-Money Laundering und Counter-Terrorist Financing. Das ist relevant, weil die drei Banken vor Abschluss dieses Piloten noch keine Live-Transaktionen durchgeführt hatten.
Warum das relevant ist
Die japanische Financial Services Agency unterstützt Fintech-Projekte schon länger über das Payment Innovation Project. Dieses Programm soll neue Zahlungsinfrastruktur mit regulierten Akteuren testen. In diesen breiteren Kontext passt auch dieser Pilot, der zeigt, dass traditionelle Finanzinstitute immer häufiger Blockchain für Zahlungsanwendungen nutzen.
Für europäische Krypto-Beobachter ist vor allem interessant, dass bankausgegebene Stablecoins nicht mehr nur eine theoretische Idee sind. Während China und die EU seit Jahren mit digitalen Währungen experimentieren, sucht Japan nun klarer nach einem Modell, in dem Banken selbst digitale Token ausgeben und abwickeln können. Auch in Europa arbeiten große Banken an einer ähnlichen Zahlungsinfrastruktur; britische Banken testeten kürzlich tokenisierte Einlagen als Alternative zu Stablecoins in einem interbanklichen Pilotprojekt.