Ledger arbeitet an Atom-Wallet nach CryptoBilis-Leak
Die Atom läuft auf Android und soll nach dem CryptoBilis-Leak, bei dem Recovery Phrases abgefangen wurden, zusätzlichen Schutz vor Supply-Chain-Angriffen bieten.

Wichtigste Erkenntnisse
- Ledger arbeitet an der Atom, einer Android-Wallet, die Mitte 2027 erscheinen soll.
- Das Gerät kombiniert Smartphone-Funktionen mit einem abgeschirmten Modus für die Verwaltung von Krypto.
- Die Ankündigung folgt auf den CryptoBilis-Leak, bei dem Ledger zusätzlichen Schutz vor Supply-Chain-Angriffen verspricht.
Ledger arbeitet an einer neuen Hardware Wallet, die eher an ein Smartphone als an eine klassische Wallet erinnert. Die Ledger Atom soll Mitte 2027 erscheinen und kombiniert normale App-Funktionen mit einem abgeschirmten Modus für die Verwaltung von Krypto.
Smartphone und Wallet in einem
Die Atom läuft auf Android, wodurch Nutzer Apps wie WhatsApp, Instagram und TikTok installieren können. Laut Ledger können Nutzer einfach zwischen normaler Telefonnutzung und einem geschützten Modus für digitale Assets wechseln. Das Gerät erhält außerdem eine Integration mit dem KI-Assistenten OpenClaw.
Dieser Ansatz unterscheidet sich von der traditionellen Hardware-Wallet, die bewusst klein und schlicht gehalten wird, damit sie vor allem sicher aufbewahrt werden kann. Ledger setzt nun auf ein Gerät, das sich im Alltag nutzen lässt, während die Sicherheit für Krypto im Hintergrund aktiv bleibt.
Reaktion auf den CryptoBilis-Leak
Die Ankündigung kommt kurz nach dem Supply-Chain-Angriff rund um den Distributor CryptoBilis in Malaysia. Dabei sollen Angreifer Geräte manipuliert haben, bevor sie bei Kunden ankamen. Forschende schätzen den Schaden auf bis zu 93,2 Millionen Dollar (83,3 Millionen Euro) bei mehr als 300 Wallets, während Tether 10 Millionen Dollar (8,9 Millionen Euro) an USDT einfrohr, das mit dem Diebstahl verbunden war.
Laut der Beschreibung des Leaks befanden sich versteckte Chips in den betroffenen Wallets, die Recovery Phrases während des Setups abfangen konnten. Ledger sagt, dass die Atom genau gegen solche Angriffe zusätzlichen Schutz bekommt. Dazu gehören ein schützendes Gehäuse um die sensibelsten Komponenten, Sensoren, die erkennen, ob das Display oder die Rückseite entfernt wurde, sowie eine Verpackung, die zeigt, ob das Gerät geöffnet wurde.
Die Tamper-Erkennung hat außerdem eine eigene Batterie, damit sie auch funktioniert, wenn das Gerät ausgeschaltet ist. Ledger will die Atom zunächst nur über die eigene Website verkaufen, um die Exposition gegenüber Vertriebskanälen zu verringern, die an dem CryptoBilis-Vorfall beteiligt waren.
Warum das relevant ist
Für europäische Krypto-Nutzer zeigt das, wie schnell sich der Markt für Hardware-Wallets verändert. Die Kombination aus Smartphone-Oberfläche und zusätzlicher Sicherheit könnte vor allem für Menschen relevant sein, die ihre Krypto häufiger nutzen wollen, ohne die Speicher-Ebene vollständig aufzugeben. Gleichzeitig unterstreicht der Vorfall rund um CryptoBilis, dass die Sicherheit der Vertriebskette mindestens genauso wichtig ist wie die Wallet selbst.
Solana hat bereits früher gezeigt, dass eine Smartphone-Form auch in Krypto funktionieren kann, mit der Saga und später der Seeker. Ledger wählt nun den umgekehrten Weg: zuerst bei der Sicherheit ansetzen und darum herum ein alltagstaugliches Gerät bauen. Das passt zu dem breiteren Wandel hin zu strengerer Kettenabsicherung, etwa dem Zurückfahren von Resellern nach Sorgen über manipulierte Hardware.