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Weißes Haus hinterlässt nach Witt-Abgang ein Vakuum in der Krypto-Politik

Mit Witt fehlt im Weißen Haus ein klarer Treiber für Krypto, während der Clarity Act festhängt und SEC sowie CFTC ihre eigenen Regeln ausarbeiten.

Weißes Haus hinterlässt nach Witt-Abgang ein Vakuum in der Krypto-Politik

Wichtigste Erkenntnisse

  • Patrick Witt ist als letzter Krypto-Berater im Weißen Haus ausgeschieden, wodurch die US-Krypto-Agenda vorerst ohne klaren Antreiber bleibt.
  • Das Weiße Haus nannte keinen Nachfolger, sodass unklar bleibt, wer die tägliche Koordination der Krypto-Politik übernimmt.
  • Der Digital Asset Market Clarity Act ist im vergangenen Monat im Senat festgefahren, während Aufsichtsbehörden wie die SEC und CFTC mit neuen Regeln weitermachen.

Patrick Witt ist als letzter Krypto-Berater im Weißen Haus ausgeschieden. Dadurch bleibt die US-amerikanische Krypto-Agenda von Präsident Donald Trump vorerst ohne klaren Antreiber. Das geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem der Kongress weiterhin über neue Regeln für die Branche spricht, die politische Aufmerksamkeit in Washington aber sichtbar abgenommen hat.

Unklare Nachfolge

Ein Sprecher des Weißen Hauses sagte am Donnerstag, Witts Arbeit werde geschätzt, und wünschte ihm Erfolg, nannte aber keinen Nachfolger. Damit bleibt unklar, wer die tägliche Koordination der Krypto-Politik im Weißen Haus nun übernimmt. Die Regierung hat zwar weiterhin politische Berater und mehrere laufende Vorgänge bei Aufsichtsbehörden wie der Securities and Exchange Commission, doch es gibt keinen neuen Namen, der mit den internen Krypto-Initiativen verbunden ist.

Die Lücke fällt auf, weil Trump bei seiner Rückkehr ins Weiße Haus gerade stark auf Krypto gesetzt hat. Zunächst gab es David Sacks als KI- und Krypto-Zar, später übernahm Bo Hines die Leitung des Digital-Asset-Rats. Hines wurde zum Gesicht der Regierung in Gesprächen mit der Branche und spielte eine sichtbare Rolle rund um den GENIUS Act, das Gesetz für Stablecoin-Emittenten, das in diesem Jahr unterzeichnet wurde.

Clarity Act geriet ins Stocken

Witt übernahm danach die Rolle und wurde zum Gesicht des White-House-Vorstoßes für den Digital Asset Market Clarity Act. Dieses Gesetz sollte einen klareren rechtlichen Rahmen für Kryptomärkte schaffen, geriet aber im vergangenen Monat ins Stocken, als der Senat den Vorschlag nicht weiterverfolgen ließ. Laut Witt blieb er noch im Amt, um die Verhandlungen abzuschließen, auch wegen militärischer Verpflichtungen bei der Georgia National Guard, auf die er zuvor bereits hingewiesen hatte.

In seiner Abschiedsnachricht auf X sagte Witt, dass er in den privaten Sektor wechselt und darauf vertraut, dass die Zukunft der Innovation bei digitalen Assets in Amerika stark bleibt. Für die Branche ist vor allem die Frage, wer im Weißen Haus jetzt noch der Ansprechpartner ist, da die Pläne für die Marktstruktur vorerst auf Eis liegen.

Warum das relevant ist

Für europäische Krypto-Beobachter ist das relevant, weil die USA weiterhin eine große Rolle bei den weltweiten Krypto-Regeln spielen. Die SEC arbeitet inzwischen an einem Vorschlag für 'Regulation Crypto Assets', während die CFTC ebenfalls Retail-Regeln für den Krypto-Handel vorbereitet. Das zeigt, dass die US-Aufsichtsbehörden zwar weiterarbeiten, der politische Schwerpunkt im Weißen Haus aber vorübergehend weniger klar ist.

Auch außerhalb des Weißen Hauses verschiebt sich die Macht in Washington: nach dem Festfahren des Clarity Act übernehmen SEC und CFTC zunehmend die Führung bei der Ausarbeitung neuer Krypto-Regeln.


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