CME nimmt Bitcoin-Cash- und Uniswap-Futures auf
Die Börse wartet noch auf die Genehmigung der CFTC. Für Institutionen bietet die Erweiterung über Standard- und Mikrokontrakte regulierten Zugang zu UNI und BCH.

Wichtigste Erkenntnisse
- Die CME Group nimmt am 19. Oktober Futures für Bitcoin Cash und Uniswap auf, sofern die Aufsichtsbehörde zustimmt.
- Die Ankündigung sorgte sofort für Kursanstiege: Uniswap legte um etwa 5 % zu und Bitcoin Cash um fast 10 %.
- CME bietet Standard- und Mikrokontrakte an, wodurch Institutionen reguliertes Krypto-Exposure aufbauen oder absichern können.
Die CME Group nimmt am 19. Oktober Futures für Bitcoin Cash und Uniswap in ihr Angebot an Krypto-Derivaten auf, sofern die Aufsichtsbehörde zustimmt. Die Ankündigung sorgte sofort für Bewegung bei beiden Tokens: Uniswap legte um etwa 5 % zu und Bitcoin Cash um fast 10 %.
Neuer Zugang für Institutionen
Die größte Derivatebörse der Welt bestätigte die Kontrakte am Dienstag. Für beide Tokens wird es einen Standardkontrakt und eine kleinere Mikroversion geben, sodass Händler mit geringerem Exposure pro Kontrakt arbeiten können.
Ein Futures-Kontrakt macht es möglich, auf den Kurs eines Tokens zu spekulieren oder sich dagegen abzusichern, ohne den Token selbst zu besitzen. CME unterliegt der Aufsicht der US Commodity Futures Trading Commission, der CFTC. Für viele Banken, Hedgefonds und Vermögensverwalter ist so ein regulierter Markt oft der einzige Weg, um eine Position in einem Coin aufzubauen, weil sie nicht auf Offshore-Krypto-Exchanges handeln dürfen oder wollen.
Die Standardkontrakte decken 10.000 UNI oder 250 BCH ab. Die Mikrokontrakte entsprechen 1.000 UNI oder 25 BCH. Zu den aktuellen Kursen steht ein Standard-UNI-Kontrakt für ein Exposure von rund 90.000 Dollar (78.300 Euro), während ein Standard-BCH-Kontrakt etwa 69.000 Dollar (60.100 Euro) repräsentiert.
CME baut weiter aus
CME hat bereits ein großes Krypto-Geschäft. In der ersten Hälfte von 2026 wurden im Schnitt 279.800 Krypto-Kontrakte pro Tag gehandelt, was laut der Ankündigung einem nominalen Wert von 8,3 Milliarden Dollar (7,2 Milliarden Euro) entspricht. Im Februar nahm die Börse bereits Futures für Cardano, Chainlink und Stellar auf, und im Mai stellte CME auf einen 24/7-Krypto-Handel um.
Diese breitere Expansion passt zu einem klaren Muster: Institutionelle Marktteilnehmer erhalten immer mehr regulierten Zugang zu Krypto. Im dritten Quartal 2025 lag das Volumen in den Krypto-Futures und -Optionen von CME bei mehr als 900 Milliarden Dollar (783 Milliarden Euro), bei einem durchschnittlichen Open Interest von 31,3 Milliarden Dollar (27,2 Milliarden Euro). Das zeigt, dass die Nachfrage professioneller Händler schon länger robust ist.
Was das für den Markt bedeutet
Für europäische Krypto-Beobachter ist vor allem relevant, dass eine Notierung bei CME oft mehr bedeutet als nur zusätzlichen Handel in den USA. Sie kann die Preisfindung auf einen regulierten Markt verlagern und macht es für größere Akteure einfacher, Exposure aufzubauen oder zu reduzieren. Gleichzeitig erleichtert der Futures-Handel auch Short-Positionen, daher ist eine Notierung keine Einbahnstraße.
Die erste Reaktion zeigte, dass der Markt die Nachricht sofort aufgenommen hat, doch die längerfristige Entwicklung hängt von der Nutzung der neuen Kontrakte ab. Entscheidend ist vor allem, ob sich nach dem 19. Oktober tatsächlich Open Interest aufbaut oder ob der Anstieg vor allem eine kurze Nachrichtenreaktion bleibt.