Coinbase und Miner steigen nach CFTC-Genehmigung
Die CFTC gab Coinbase grünes Licht für Equity Perpetual Futures, während auch Riot, MARA und Strategy von der Erholung bei Tech- und Krypto-Aktien profitierten.

Wichtigste Erkenntnisse
- Coinbase, Strategy, Riot Platforms und MARA Holdings stiegen am Dienstag zwischen 5 % und 13 %, während Bitcoin in 24 Stunden nur 0,3 % zulegte.
- Der Anstieg folgte auf eine Erholung nach einer jüngsten Verkaufswelle, eine Aufwärtsbewegung bei Tech-Aktien und die CFTC-Genehmigung für Equity Perpetual Futures bei Coinbase.
- Riot legte mit 13,3 % am stärksten zu; das Short Interest bei MARA und Riot war zuvor gestiegen, ein Short Covering ist aber nicht bestätigt.
Krypto-Aktien Coinbase, Strategy, Riot Platforms und MARA Holdings stiegen am Dienstag zwischen 5 % und 13 %, während Bitcoin selbst in 24 Stunden nur 0,3 % zulegte. Die Bewegung folgte auf einen zweitägigen Rückgang, durch den die vier Aktien zuvor bereits um 8 % bis 14 % gefallen waren. Für Anleger in diesen Werten bleiben die Schwankungen also deutlich größer als bei Bitcoin selbst.
Drei Treiber gleichzeitig
Die Erholung fiel mit drei Entwicklungen zusammen. Die Aktien erholten sich von der jüngsten Verkaufswelle, und auch Tech-Aktien zogen an. Der Nasdaq Composite stieg um etwa 1 %, nachdem der Index in den beiden Sitzungen davor 3,9 % verloren hatte.
Hinzu kamen Nachrichten rund um Coinbase, die größte US-amerikanische Krypto-Exchange. Die Commodity Futures Trading Commission gab am Dienstag grünes Licht für Perpetual Futures. Das sind Kontrakte ohne Enddatum, die einzelne US-Aktien abbilden, und Coinbase hatte über seine Derivate-Sparte beantragt, diese Produkte listen zu dürfen.
Auffällig war, dass Riot, ein Bitcoin-Miner ohne Handelsplattform, mit 13,3 % am stärksten zulegte. Coinbase gewann 8,6 %, MARA 7,6 % und Strategy 5,4 % kurz vor 11.00 Uhr ET.
Warum diese Namen mitlaufen
Die vier Unternehmen sind eng mit Krypto verbunden, aber auf unterschiedliche Weise. Miner verdienen neue Bitcoin, indem sie spezialisierte Computer laufen lassen. Strategy kauft und hält Bitcoin als Kern des Unternehmens. Deshalb reagieren ihre Aktien oft stärker als die Münze selbst auf Nachrichten, Sentiment und breitere Marktbewegungen.
Auch Short Seller können eine Rolle spielen. Sie leihen sich Aktien und verkaufen sie in der Hoffnung, sie später günstiger zurückzukaufen. Wenn der Kurs schnell steigt, müssen sie manchmal hastig zurückkaufen, was den Anstieg weiter antreiben kann. Bei MARA stieg das Short Interest Mitte Oktober auf 111,9 Millionen Aktien, nach 100,8 Millionen zwei Wochen zuvor. Bei Riot stieg diese Position im selben Zeitraum auf 53,6 Millionen Aktien. Spätere Daten wurden noch nicht veröffentlicht, daher ist nicht bestätigt, ob Short Covering tatsächlich eine Rolle spielte.
Was Anleger jetzt beobachten
Die Genehmigung von Perpetual Futures auf einzelne US-Aktien zeigt, wie Krypto-Handelsmechanismen weiter in traditionelle Märkte vordringen. Für europäische Krypto-Beobachter ist das relevant, weil es die Grenze zwischen Krypto und klassischen Anlageinstrumenten weiter verwischt. Gleichzeitig hängt das Ergebnis solcher Handelstage oft von breiteren Marktbedingungen ab, nicht nur von einem einzelnen Nachrichtenereignis.
Barclays senkte vorige Woche sein Kursziel für Coinbase auf $120 (€107), nachdem die Handelserlöse im Oktober bei rund $165 Millionen (€148 Millionen) lagen. Dennoch hatte Coinbase zuvor schon gezeigt, dass ein schwacher Start in ein Quartal nicht alles aussagt. Das Unternehmen meldete bis zum 26. Juli rund $130 Millionen (€116 Millionen), während der Handelsumsatz im dritten Quartal letztlich bei $590 Millionen (€528 Millionen) lag. Riot veröffentlicht die Quartalszahlen vor der Eröffnung am Mittwoch, während Analysten mit einem Verlust von $0,32 (€0,29) je Aktie rechnen.
Coinbase steht derweil auch breiter unter Druck durch die Markterwartungen rund um den Umsatzmix. Der Vergleich mit Robinhoods sinkenden Krypto-Einnahmen zeigt, wie empfindlich die Erträge von Handelsplattformen gegenüber Schwankungen bei Aktivität und Preisgestaltung bleiben.