CoinShares sieht Bitcoin nach Fed-Zinserhöhung unter 80.000 Dollar bleiben
CoinShares verweist auf die hawkishe Fed und den festgefahrenen CLARITY Act als Bremse für Bitcoin. Auch Stablecoin-Infrastruktur und Inflationserwartungen belasten die Stimmung.

Wichtigste Erkenntnisse
- CoinShares erwartet nicht, dass Bitcoin in diesem Jahr über 80.000 Dollar steigt, wegen einer hawkishen Fed und festgefahrener US-Kryptogesetzgebung.
- Bitcoin handelt bei rund 78.040 Dollar, etwa 2 % unter 80.000 Dollar, während die Fed die Zinsen anhob und Zinssenkungen bis 2027 aus den Projektionen strich.
- VanEck bleibt mit einem Kursziel von 100.000 Dollar innerhalb eines Jahres optimistischer, doch Glassnode-Daten zeigen, dass Bitcoin unter seinem True Market Mean schloss.
CoinShares erwartet nicht, dass Bitcoin in diesem Jahr über 80.000 Dollar (69.700 Euro) steigt. Nach Einschätzung des Krypto-Unternehmens drücken eine hawkishe Federal Reserve und der festgefahrene CLARITY Act auf die Stimmung, während Bitcoin bei rund 78.040 Dollar (68.000 Euro) handelt, also etwa 2 % unter dieser Marke.
Fed hält den Ton straff
Die Federal Reserve erhöhte den Leitzins am Mittwoch um einen Viertelprozentpunkt auf eine Spanne von 3,75 % bis 4,00 %. Es war die erste Anhebung seit 2023. In den neuen Projektionen ließ die Zentralbank außerdem Erwartungen für Zinssenkungen bis einschließlich 2027 weg.
James Butterfill, Leiter Research bei CoinShares, sagte in einem Update am Freitag, dass ein klarer Ausbruch über 80.000 Dollar (69.700 Euro) ohne bessere Inflationsdaten oder eine klare Kehrtwende in der Geldpolitik unwahrscheinlich sei. Er verknüpfte das auch mit Iran, weil höhere Energiepreise die Inflation weiter anheizen und der Fed wenig Spielraum für eine schnelle Lockerung lassen könnten.
Der Zeitpunkt ist für Kryptobeobachter relevant, weil die Fed mit Zinsentscheidungen und Ausblicken oft den Ton für risikoreiche Märkte setzt. Die Zentralbank tagt achtmal im Jahr und nutzt den Leitzins als eines ihrer wichtigsten Instrumente, um Preisstabilität und Beschäftigung zu steuern.
Regulierung bleibt eine Bremse
CoinShares sieht Bitcoin weniger anfällig für die amerikanische Gesetzgebung als andere Token, weil der rechtliche Status von BTC laut Butterfill bereits klarer sei. Ether und Altcoins seien das weniger, auch weil ein großer Teil der Stablecoin-Zahlungsinfrastruktur auf diesen Netzwerken läuft.
Der CLARITY Act, der Regeln für den Kryptomarkt festlegen soll, liegt in den Vereinigten Staaten weiter auf Eis. Laut der Primärquelle erwartet CoinShares, dass eine angepasste Version möglicherweise erst im nächsten Jahr zurückkommt. Das passt zu einem breiteren Bild anhaltender Unsicherheit rund um die Krypto-Regulierung in Washington.
VanEck blickt höher
Nicht alle teilen diesen düsteren Ausblick. Matthew Sigel von VanEck sagte am Freitag gegenüber CNBC, dass er Bitcoin innerhalb eines Jahres bei 100.000 Dollar (87.100 Euro) sieht. Seiner Ansicht nach stützen die steigenden Staatsschulden in den USA die Nachfrage nach Bitcoin.
CoinShares sieht den Druck am Anleihemarkt zwar ebenfalls als Risiko, aber nicht als Basisszenario. Das Unternehmen meint, dass eine kräftige Liquiditätsreaktion sowohl Bitcoin als auch Gold helfen könnte. Gleichzeitig zeigten Glassnode-Daten in dieser Woche, dass Bitcoin unter seinem True Market Mean schloss, einem On-Chain-Durchschnitt dessen, was Halter bezahlt haben. Das deutet darauf hin, dass der Markt kurzfristig noch keine überzeugende Beschleunigung zeigt.
Auch die Nachfrage von Unternehmen scheint nachzulassen. Der Zufluss von Unternehmens-Treasuries hat sich in den vergangenen Monaten deutlich verlangsamt, was die Unterstützung unter dem Kurs weiter begrenzen könnte.