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Unternehmen kauften in drei Monaten nur 5.900 Bitcoin

Glassnode sieht bei börsennotierten Unternehmen eine deutliche Abkühlung, während Strategy den Großteil der Käufe tätigte. Auch die US-Spot-Bitcoin-ETFs und die Stablecoin-Liquidität liefern noch keine breite Erholung der Nachfrage.

Unternehmen kauften in drei Monaten nur 5.900 Bitcoin

Wichtigste Erkenntnisse

  • Öffentliche Unternehmen haben in den vergangenen drei Monaten rund 5.900 Bitcoin zu ihren Reserven hinzugefügt.
  • Das ist deutlich weniger als ein Jahr zuvor, als Unternehmen im selben Zeitraum mehr als 100.000 Bitcoin kauften.
  • Der durchschnittliche Kaufpreis dieser Gruppe liegt bei rund $80.500 und damit über dem aktuellen Bitcoin-Kurs von etwa $76.400.

Öffentliche Unternehmen haben in den vergangenen drei Monaten rund 5.900 Bitcoin zu ihren Reserven hinzugefügt. Das ist eine deutliche Abkühlung gegenüber dem Vorjahr, während Bitcoin bei rund $76.400 (€66.500) notiert und der durchschnittliche Kaufpreis dieser Gruppe bei etwa $80.500 (€70.100) liegt. Dadurch liegen viele Unternehmensreserven inzwischen im Minus.

Unternehmensreserven kaufen weniger

Laut Glassnode ist die Kaufbereitschaft börsennotierter Unternehmen deutlich zurückgegangen. Die an der Nasdaq notierte Strategy machte den größten Teil der jüngsten Käufe aus, darunter unter anderem einen Kauf von 4.603 BTC Ende August. Dennoch bleibt das Gesamtvolumen klein im Vergleich zum Vorjahr, als Unternehmen im selben Zeitraum mehr als 100.000 BTC hinzufügten.

Der Unterschied ist groß. Die jüngsten 5.900 BTC sind beim aktuellen Kurs rund $451 Millionen (€393 Millionen) wert. Vor einem Jahr beliefen sich die Unternehmenskäufe in nur einem Monat bereits auf mehr als 89.000 BTC, als Bitcoin noch über $100.000 (€87.100) stand.

Glassnode sagt, dass Corporate Treasuries im Jahr 2025 ein wichtiger Käufer waren, sich seitdem aber zurückgezogen haben. Der durchschnittliche Einstieg dieser Gruppe liegt bei rund $80.500 (€70.100), also etwa 6% über dem Spotkurs. Solange Bitcoin darunter bleibt, stellt das laut dem Datenunternehmen eine zusätzliche Bremse für den Markt dar.

Andere Signale bleiben gemischt

Auch andere Nachfrageindikatoren liefern kein eindeutiges Bild. Spot-Bitcoin-ETFs in den USA zogen seit Anfang August zwar Milliarden an, liegen laut SoSoValue aber weiterhin etwa $1 Milliarde (€0,9 Milliarde) hinter einer positiven Jahresbilanz zurück. Das zeigt, dass die institutionelle Nachfrage zwar zurückkehrt, aber noch nicht breit genug ist, um das frühere Defizit vollständig auszugleichen.

Das Coinbase Premium blieb seit Mai meist negativ, mit nur einem kurzen Anstieg am 5. September. Das deutet darauf hin, dass US-Käufer weniger stark vertreten sind als Händler auf Offshore-Plattformen wie Binance. Gleichzeitig blieb das gesamte Stablecoin-Angebot in diesem Jahr weitgehend unverändert bei rund $300 Milliarden (€261 Milliarden) bis $310 Milliarden (€270 Milliarden), was darauf hindeutet, dass noch wenig neues Kapital in den Kryptomarkt fließt.

Bedeutung für Europa

Für europäische Krypto-Anleger ist das relevant, weil Unternehmensreserven und ETF-Zuflüsse oft zusammen ein gutes Bild der breiteren Nachfrage nach Bitcoin geben. Wenn diese Nachfrage schwach bleibt, während der Kurs bereits unter dem durchschnittlichen Einstieg großer Käufer notiert, kann das den Markt zusätzlich anfällig für neue Schocks machen. Es zeigt auch, dass die jüngste Erholung noch nicht breit von allen großen Käufern getragen wird.

Auch bei Strategy ist zu sehen, wie schnell sich das Bild drehen kann, wenn Bitcoin sich bewegt. Das Unternehmen kehrte zuvor noch in die Gewinnzone zurück, als sich der Kurs erholte, steht nun aber wegen des niedrigeren Spotpreises erneut unter Druck.


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