Gericht in Singapur vergleicht Crypto mit Geld
Ein Gericht in Singapur hat eine wichtige Entscheidung getroffen.

Ein Gericht in Singapur hat eine wichtige Entscheidung getroffen. Laut dem Gericht sind Kryptowährungen genauso Eigentum wie Geld.
Regierungen und Unternehmen weltweit streiten darüber, wie Kryptowährungen rechtlich klassifiziert werden sollten. Richter Philip Jeyaretnam vom Obersten Gerichtshof Singapur kam am 25. Juli zu einer interessanten Entscheidung. Der Richter sieht keinen rechtlichen Unterschied zwischen Kryptowährungen, Fiatgeld und erstaunlicherweise Muscheln. Letztendlich kann man diese drei Dinge als „Vermögenswerte“ klassifizieren, solange sie Wert haben oder Menschen Wert darauf legen, unabhängig davon, ob sie physisch oder digital sind. Er teilt also nicht die Befürchtung einiger Krypto-Kritiker, dass Kryptowährungen keinen Wert hätten. Der Wert ist schließlich ein soziales Konstrukt, das auf der Wahrnehmung der Menschen basiert.
Der Hintergrund der Entscheidung ist ein Fall, in dem die Kryptobörse ByBit gegen einen seiner ehemaligen Mitarbeiter, Ho Kai Xin, vorgegangen ist. Sie soll USDT im Wert von 4,2 Millionen US-Dollar von der Börse gestohlen haben. Es ist nicht verwunderlich, dass Ho Kai Xin die Stablecoins zurückzahlen muss. Die rechtliche Auslegung von Eigentum ist hier jedoch ausschlaggebend. Vor allem, weil Richter Jeyaretnam Kryptowährungen auch in die Kategorie "things in action" einordnet, wie es vom britischen Recht interpretiert wird. „Things in action“ sind laut dem britischen Gerichtshof: Die Bündel persönlicher Rechte an Eigentum, die nur durch Klage geltend gemacht oder durchgesetzt werden können und nicht durch physischen Besitz, zum Beispiel ein Bargeldsaldo bei einer Bank oder Geld, das aus einer Anleihe fällig wird. Übersetzung: Die Bündel persönlicher Rechte an Eigentum, die nur durch rechtliche Schritte geltend gemacht oder durchgesetzt werden können und nicht durch physischen Besitz, z. B. ein Bargeldsaldo bei einer Bank oder Geld, das auf einer Anleihe fällig wird.
Das Urteil in Singapur hilft nicht nur, den legitimen Status von Kryptowährungen weiter zu festigen, sondern dient auch als Grundlage für Entscheidungen in weiteren Verfahren.