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SEC öffnet die Tür für tokenisierte Aktien, TD Cowen bleibt skeptisch

Die Innovation Exemption erlaubt Plattformen, tokenisierte NMS-Aktien zu testen, doch TD Cowen erwartet wenig Nachfrage, solange Liquidität und Vorteile ausbleiben.

SEC öffnet die Tür für tokenisierte Aktien, TD Cowen bleibt skeptisch

Wichtigste Erkenntnisse

  • Die SEC hat eine Innovation Exemption für den Handel mit tokenisierten Aktien auf qualifizierten Plattformen für fünf Jahre eingeführt.
  • TD Cowen erwartet vorerst eine begrenzte Adoption, weil der bestehende US-Aktienmarkt bereits effizient und zugänglich ist.
  • Unternehmen zeigen wenig Interesse daran, Aktien zu tokenisieren; bei Figure fand 99,9 % des Handels in der traditionellen Notierung statt.

Die US-amerikanische Aufsichtsbehörde SEC hat vergangene Woche einen neuen Weg für den Handel mit tokenisierten Aktien eröffnet, doch laut TD Cowen dürfte die Nachfrage vorerst begrenzt bleiben. Die Bank sieht zwar einen wichtigen politischen Meilenstein, erwartet aber nicht, dass Anleger massenhaft auf tokenisierte Handelsplätze umsteigen, solange der bestehende Aktienmarkt bereits effizient funktioniert.

Neue SEC-Regeln

Die sogenannte Innovation Exemption gibt qualifizierten Plattformen für fünf Jahre den Spielraum, tokenisierte Wertpapier-Handelsplätze mit automatisierten Market Makern zu betreiben, ohne sich direkt als Börse registrieren zu müssen. Auch bestimmte Liquiditätsanbieter können unter Bedingungen außerhalb der Dealer-Registrierung bleiben. Die Regelung gilt nur für tokenisierte NMS-Aktien und nicht für OTC-Aktien, wodurch der Anwendungsbereich bewusst eng bleibt.

Laut der SEC müssen die Token dieselben wirtschaftlichen Rechte behalten wie die zugrunde liegenden Aktien, einschließlich Dividende, Stimmrecht und Rechte im Fall einer Liquidation. Dritte, die Aktien tokenisieren wollen, müssen ein Unternehmen vor Handelsstart zunächst informieren. Dieses Unternehmen hat dann 30 Tage Zeit, um Einspruch zu erheben. Außerdem sind die Handelsvolumina begrenzt.

Warum TD Cowen zurückhaltend ist

Reid Noch, Vice President U.S. Equity Market Structure bei TD Cowen, schrieb am Freitag, dass die Bank kurzfristig nur eine begrenzte Adoption sowohl bei privaten als auch bei institutionellen Anlegern in den USA erwartet. Seine Begründung ist einfach: US-Anleger haben bereits guten Zugang zu den zugrunde liegenden Aktien, während tokenisierte Handelsplätze erst noch einen klaren Vorteil gegenüber begrenzter Liquidität und zusätzlicher operativer Komplexität zeigen müssen.

Noch wies außerdem darauf hin, dass 24-Stunden-Handel nicht automatisch besseren Handel bedeutet. Wenn die Liquidität dünn ist, können die Preise sogar unattraktiver werden. Das macht es für tokenisierte Aktien schwierig, neben dem bestehenden Markt einen eigenen Platz zu finden.

Begrenzte Nachfrage von Emittenten

Eine zweite Bremse ist laut TD Cowen das Interesse der Unternehmen selbst. In Gesprächen mit Dutzenden Emittenten, darunter mehrere mit einer großen Retail-Anhängerschaft, sah die Bank wenig Bereitschaft, Aktien zu tokenisieren, abgesehen von Krypto-nahen Namen wie Figure. Das Unternehmen zeigt allerdings auch, wie gering die Nutzung derzeit noch ist: In einem von TD betrachteten Zeitraum entfielen 99,9 % des nominalen Handels auf die traditionelle Börsennotierung und nicht auf die blockchain-native Variante.

Für europäische Krypto- und Marktbeobachter ist das relevant, weil die USA damit ein Modell testen, das Blockchain und traditionellen Aktienhandel näher zusammenbringt. Gleichzeitig zeigt der begrenzte Umfang der Regelung, dass Aufseher tokenisierte Märkte vorerst vor allem als kontrolliertes Testfeld sehen und nicht als vollständigen Ersatz bestehender Börsen.

Der Schritt passt auch in eine breitere Welle von Experimenten rund um tokenisierte Wertpapiere. So arbeitet die EZB an einer Abwicklungsplattform für tokenisierte Assets, mit der Zentralbanken und Marktteilnehmer nach einer sichereren Abwicklung solcher Transaktionen suchen.


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