Cozy Finance verliert erneut 170.000 Dollar auf Optimism
Blockaid meldet, dass der Angriff über eine Bridge schnell abgezogen wurde, während Cozy Finance auf Optimism bereits zuvor Ziel war. Der Exploit passt in ein Jahr, in dem die DeFi-Sicherheit stark unter Druck steht.

Wichtigste Erkenntnisse
- Cozy Finance hat auf Optimism erneut rund 170.000 Dollar durch einen Exploit verloren, der innerhalb von 13 Minuten über eine Bridge verschoben wurde.
- Der Angriff zog etwa 163.326 USDC.e ab und verbrannte gleichzeitig rund 1,6 Millionen Cozy PToken.
- Bereits im August 2025 verlor Cozy Finance durch einen anderen Angriff in derselben Umgebung etwa 427.000 Dollar.
Cozy Finance ist erneut von einem Exploit auf Optimism betroffen. Nach Angaben von Blockchain-Sicherheitsunternehmen Blockaid wurden am frühen Montag rund 170.000 Dollar (146.300 Euro) abgezogen und innerhalb von 13 Minuten über eine Bridge verschoben. Der Vorfall betrifft ein Protokoll, das Schutz vor DeFi-Ausfällen bietet, und kommt zu einem früheren Angriff auf dieselbe Umgebung im Jahr 2025 hinzu.
Schneller Abzug auf Optimism
Die Exploit-Transaktion ging laut Explorer-Daten um 05:43 UTC ein. Dabei wurden rund 163.326 USDC.e über 63 Token-Transfers aus dem Protokoll abgezogen. In derselben Transaktion wurden außerdem etwa 1,6 Millionen Cozy PToken, CPT, verbrannt. Kurz darauf genehmigte der Angreifer einen Token und leitete die Beute um 05:56 UTC an eine Bridge weiter.
Blockaid veröffentlichte seine Warnung erst, nachdem das Geld bereits verschoben worden war. Laut dem Explorer wurden danach keine weiteren Bewegungen mehr aus der Wallet beobachtet. Auffällig ist, dass der Angriffsvertrag bereits am 2. September live ging, fünf Tage vor dem Abzug. Die Wallet erhielt ihr erstes Geld über einen Relay Solver.
Zweiter Schlag für Cozy Finance
Das ist nicht das erste Mal, dass Cozy Finance auf Optimism Geld verliert. Im August 2025 kostete ein früherer Angriff das Protokoll laut dem Sicherheitsunternehmen Verichains rund 427.000 Dollar (367.400 Euro). Die Schwachstelle lag damals im Withdrawal-Code, der nicht prüfte, wer eine Redemption abschloss.
Der Zeitpunkt ist besonders heikel, weil die DeFi-Sicherheit im Jahr 2026 stark unter Druck steht. In den ersten acht Monaten dieses Jahres verloren DeFi-Protokolle laut einer aktuellen Übersicht bereits mindestens 1,3 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro) durch Exploits. Dabei sind kompromittierte Private Keys als Angriffsvektor wichtiger geworden als Smart-Contract-Fehler. Eine weitere Analyse zeigt außerdem, dass nur 41% der TVL in Protokollen mit formaler Verifizierung oder mehreren unabhängigen Audits liegen. Dieses Muster passt zu breiteren Sicherheitsproblemen in DeFi, etwa bei Crypto-Hacks im Jahr 2026, wo Key Compromise und Governance-Angriffe häufiger auftreten als klassische Contract-Bugs.
Warum das für DeFi wichtig ist
Für europäische Kryptonutzer zeigt dieser Fall, dass selbst Nischenprotokolle mit Versicherungsfunktion verwundbar bleiben. Cozy Finance liegt inzwischen auf Platz fünf unter den Versicherungsprotokollen bei DefiLlama, mit rund 1,3 Millionen Dollar (1,1 Millionen Euro) an gebundenem Wert. Auf der Optimism-Seite standen laut DefiLlama noch etwa 172.000 Dollar (148.000 Euro), wodurch der Angreifer dort offenbar fast die gesamte Deployment-Basis geleert hat.
Das macht den Vorfall über ein einzelnes Protokoll hinaus relevant. Die Kombination aus wiederholten Angriffen, begrenzter Audit-Abdeckung und einer wachsenden Zahl von Claims in der DeFi-Versicherung deutet darauf hin, dass Sicherheit und Schadensabwicklung für Nutzer und Anbieter immer wichtiger werden.