Krypto-Krieg in den USA: JPMorgan greift Ripple und Circle an
Der Konflikt zwischen traditionellen Banken und der Krypto-Szene eskaliert erneut.

Der Konflikt zwischen traditionellen Banken und der Krypto-Szene eskaliert erneut. Nachdem Ripple Labs mit Mühe ein jahrelanges Rechtsstreit mit der SEC überstanden hat, folgt nun eine neue Frontlinie: Fünf einflussreiche amerikanische Bankenverbände fordern, dass das Office of the Comptroller of the Currency (OCC) alle Anträge von Kryptobedrijven für een Trustbanklizenz per Direct bevriest.
In einem formellen Schreiben fordern die Banken dazu auf, Lizenzanträge von unter anderem Circle und Ripple zu blockieren. Der Kern der Kritik: ein Mangel an Transparenz und das Potenzial, das amerikanische Banksystem zu unterminieren. Die eingereichten Dokumente – wie die von National Digital Trust Co, Ripple National Trust Bank und Fidelity Digital Assets – würden laut den Banken „zu vage“ sein und lediglich auf Aktivitäten wie „Digital Asset Custody“ verweisen, ohne ein klares Geschäftsmodell offenzulegen.
Deshalb verlangen die Banken nicht nur eine Offenlegung zusätzlicher Informationen, sondern auch eine Verlängerung der öffentlichen Kommentierungsfrist, angeblich um mehr gesellschaftliches Engagement zu garantieren. Ihre zugrundeliegende Sorge: Ripple, Circle und Co. wollten Zugang zu Staatsbankdiensten, ohne tatsächlich als Treuhandinstitut zu agieren. „Die Verwahrung digitaler Vermögenswerte ist KEINE fiduziarische Tätigkeit“, lautet der klare Tenor der Verbände.
Nach geltendem OCC-Politik gilt Crypto-Custody tatsächlich nicht als fiduziäre Dienstleistung, es sei denn, es ist explizit mit der Verwaltung von Nachlässen oder anderen Treuhandverpflichtungen verbunden. Doch nach der Bankenlobby würde eine Lizenz für Ripple oder Circle ohne derartige Bindungen eine „Hintertür zum US-Banksystem“ schaffen, was ihrer Ansicht nach eine Lawine weiterer Anträge auslösen würde.
Die Kryptobranche lässt sich jedoch nicht lumpen. Tyler Winklevoss, Mitbegründer der Kryptobörse Gemini und durch Bitcoin selbst Milliardär, greift die Banken an – insbesondere JPMorgan, das sich entschieden gegen die Kryptosektor positioniert. „JPMorgan und die Banker versuchen FinTech und Crypto den Nacken umzudrehen“, so Winklevoss auf X.
Er warnt weiter: „Sie wollen dir dein Recht nehmen, kostenlos über Apps wie Plaid auf deine Bankdaten zuzugreifen – um dann extrem hohe Gebühren auf Nutzer und FinTechs zu verteilen. Zeit, sich zu wehren.“
Die Botschaft ist eindeutig: Der US-Kryptosektor steht an einem Scheideweg – und der Angriff der Bankenbranche scheint gerade erst zu beginnen.