CFTC schickt Krypto-Regeln nach gescheitertem Clarity Act ins Weiße Haus
Nach dem Scheitern des Clarity Act sucht die CFTC über das Weiße Haus dennoch Spielraum für eigene Kryptoregeln, während die SEC einen Weg für tokenisierte Aktien öffnet.

Wichtigste Erkenntnisse
- Die CFTC hat einen neuen Krypto-Regelvorschlag an das Weiße Haus geschickt, nachdem der Senat die Clarity Act nicht angenommen hat.
- Der Inhalt des CFTC-Vorschlags ist noch nicht bekannt und muss zunächst durch das OMB, die CFTC und eine öffentliche Konsultation.
- Die SEC und die CFTC eröffneten gleichzeitig neue Wege für tokenisierte Aktien und Software, die Zugang zu regulierten Derivatemärkten bietet.
Die amerikanische Commodity Futures Trading Commission (CFTC) treibt eigene Kryptoregeln voran, nachdem der Senat die Clarity Act Anfang dieser Woche nicht angenommen hat. Die Aufsichtsbehörde schickte am Donnerstag einen neuen Vorschlag an das White House Office of Management and Budget zur Prüfung, während die SEC am selben Tag einen separaten Weg für den Handel mit tokenisierten Aktien eröffnete.
CFTC sucht eigenen Weg
Der Inhalt des CFTC-Vorschlags wurde noch nicht veröffentlicht. Daher ist weiterhin unklar, auf welche Krypto-Assets sich die Regeln genau beziehen, welche Exchanges sich qualifizieren müssten, welche Beschränkungen gelten würden und wie weit die Aufsichtsbehörde ihre eigene Zuständigkeit einschätzt.
Nach der Prüfung durch das OMB geht der Entwurf zurück an die CFTC für eine Abstimmung und eine öffentliche Konsultation. Danach ist noch eine zweite Abstimmung nötig, bevor die Regeln tatsächlich in Kraft treten können.
CFTC-Vorsitzender Mike Selig sagte nach der Abstimmung am Mittwoch, dass die Aufsichtsbehörde bereit sei, ihre Regeln für die neue finanzielle Grenze zu liefern. Der Schritt passt zu einem breiteren Versuch der CFTC und der SEC, innerhalb ihres bestehenden Mandats mehr Klarheit für die Kryptobranche zu schaffen, nachdem die Clarity Act im Kongress ins Stocken geraten ist.
SEC öffnet tokenisierten Weg
Die SEC erließ am Donnerstag eine sogenannte Innovation Exemption. Damit können Plattformen, die die Bedingungen erfüllen, fünf Jahre lang Onchain-Handel mit bestimmten tokenisierten Aktien anbieten, ohne sich als Securities Exchange registrieren zu müssen. Die Maßnahme soll die Kapitalmärkte moderner machen, indem sie Krypto-ähnlichen Handel mit traditionellen Aktien verbindet.
Auch die CFTC veröffentlichte am Freitag einen No-Action Letter. Dieser gibt bestimmten Softwareanbietern eine Möglichkeit, Nutzer mit regulierten Derivatemärkten zu verbinden, ohne sich als Introducing Broker registrieren zu müssen. Gemeint ist passive Software, mit der Nutzer Märkte ansehen und Orders direkt bei registrierten Parteien einreichen können, auch über Krypto-Wallets.
Damit setzte die SEC einen Schritt, der an ihren früheren Plan anknüpft, tokenisierten Securities-Venues fünf Jahre Spielraum zu geben, um unter Bedingungen zu operieren. Zusammen mit dem Schritt der CFTC zeigt das, dass beide Aufsichtsbehörden den Markt nun über bestehende Befugnisse steuern wollen.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Beobachter zeigt das, wie schnell sich die US-Regeln rund um Krypto, tokenisierte Assets und Derivate gleichzeitig entwickeln. Die Kombination aus einem CFTC-Verfahren und einem neuen SEC-Weg könnte für Unternehmen wichtig sein, die in den USA aktiv sind oder dort Angebote ausrollen wollen. Für den breiteren Kryptomarkt ist vor allem relevant, dass die Aufsichtsbehörden nun innerhalb ihrer bestehenden Regeln Spielraum schaffen wollen, während der Kongress noch kein neues Gesetz verabschiedet hat.