CZ nennt größten Fehler bei Binance: Gesetzgebung unterschätzt
Zhao sagt, dass Binance vor allem juristisch zu schnell gewachsen ist und Compliance unterschätzt hat. Die Aussagen fallen, während die Exchange weiter unter Beobachtung steht, unter anderem in Frankreich und im MiCA-Rahmen.

Wichtigste Erkenntnisse
- CZ sagt, dass sein größter Fehler bei Binance nicht technischer Natur war, sondern dass er Gesetzgebung, Compliance und Politik unterschätzt hat.
- Binance wuchs zur größten Krypto-Exchange heran, geriet aber stark unter Druck von Aufsichtsbehörden und zahlte 2023 eine Einigung über 4,3 $ Milliarden.
- Zhao berät inzwischen Regierungen zu Krypto-Politik, während Binance 2025 in Frankreich erneut ins Visier der Ermittler geriet.
Changpeng Zhao, besser bekannt als CZ, sagt, dass sein größter Fehler bei Binance nicht im technischen Bereich lag, sondern auf der rechtlichen Seite. Im Talking Tokens Podcast blickte der Gründer auf die frühen Jahre der Krypto-Exchange zurück und erklärte, dass er Gesetzgebung, Compliance und Politik deutlich unterschätzt habe.
Gesetzgebung wog schwerer
Nach Zhaos Darstellung dachte er 2017 vor allem wie ein Tech-Gründer. Sein Fokus habe darauf gelegen, ein besseres Produkt zu entwickeln und Nutzer zu schützen. Die rechtliche Dimension habe er damals jedoch nach eigener Aussage klar unterschätzt. Er sagte außerdem, dass er nur wenig über internationale Gesetze gewusst habe und darüber, wie unterschiedlich Staaten ihre Regeln anwenden.
Diese Fehleinschätzung hatte später spürbare Folgen. Binance wuchs zwar schnell zur größten Krypto-Exchange der Welt, geriet aber zugleich immer stärker ins Visier von Aufsichtsbehörden. 2023 einigte sich das Unternehmen auf eine Zahlung von 4,3 $ Milliarden an die US-amerikanischen Behörden, eine der größten Unternehmensstrafen in der US-Geschichte.
Mehr Fokus auf Regeln
CZ sagte, dass er anderen Gründern heute raten würde, die rechtlichen Rahmenbedingungen zuerst genau zu verstehen. Aus seiner Sicht reicht es nicht, nur das Produkt zu bauen. Wer ein Krypto-Unternehmen aufsetzt, sollte die geltenden Regeln von Beginn an mitdenken. In diesem Zusammenhang erwähnte er auch, dass Binance Futures erst zwei Jahre nach dem Start eingeführt wurde und er das im Rückblick früher umgesetzt hätte.
Die Aussagen fallen in eine Phase, in der Binance weiter unter Beobachtung steht. 2025 geriet die Exchange in Frankreich wegen mutmaßlicher Geldwäsche, Betrug und illegaler Finanzaktivitäten ins Visier der Ermittler. Für europäische Krypto-Leser ist das relevant, weil es zeigt, wie schnell starkes Wachstum im Krypto-Sektor mit strengeren Vorgaben kollidieren kann, vor allem seit MiCA die Anforderungen an Plattformen in der EU verschärft. Das Spannungsfeld zeigt sich auch an anderer Stelle in Europa, wo Binance bereits zuvor mit MiCA-Aufsichtsbehörden in Europa zu tun hatte.
Vom Gründer zum Politikberater
Nach seinem Guilty Plea im Jahr 2023 trat Zhao als CEO zurück, zahlte eine Geldstrafe von 50 $ Millionen (43,9 € Millionen) und verbrachte vier Monate im Gefängnis. 2025 erhielt er eine präsidentielle Begnadigung, etwa ein Jahr nach seiner Freilassung. Heute berät er Regierungen zu Krypto-Politik, also genau zu dem Bereich, dem er nach eigener Aussage früher zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt hat.