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Fan-Coins und soziale Tokens haben noch eine Zukunft?

Bevor die Flutwelle von Memecoins den Kryptomarkt überschwemmte, gab es bereits ähnliche Kryptowährungen: die sogenannten Fan-Coins und sozialen Tokens.

Fan-Coins und soziale Tokens haben noch eine Zukunft?

Bevor die Flutwelle von Memecoins den Kryptomarkt überschwemmte, gab es bereits ähnliche Kryptowährungen: die sogenannten Fan-Coins und sozialen Tokens. Diese Projekte, die Brücken zu sozialen Medien oder großen Fußballvereinen wie FC Barcelona und Paris Saint-Germain schlossen, verkauften ihre eigenen Kryptowährungen. Der kurze Hype während der Corona-Pandemie ebbte jedoch schnell wieder ab. Heutzutage ist der Markt für solche Tokens sehr still geworden. Soziale Tokens werden von Memecoins verdrängt, während große Fußballvereine nur noch in unteren Bereichen des Kryptomarkts agieren. Wie kommt es, dass die Bekanntheit großer Marken sich nicht in Kapital am Kryptomarkt umsetzen lässt? Und gibt es noch Spielraum für ein Comeback dieser Tokens?

Die goldenen Jahre der Krypto

Während der Corona-Jahre war Geld frei leicht zu verwenden. Ein großer Nutznießer dieser Zeit war der Kryptomarkt. Die Marktkapitalisierung von Bitcoin stieg erstmals über eine Billion US-Dollar, NFTs wurden für Millionen von Dollar verkauft, und das Metaverse schien so attraktiv, dass Facebook beschlossen hat, den Namen zu ändern. Das waren optimale Bedingungen für Fan-Coins.

In 2020 und 2021 brachten viele Fußballvereine ihre eigenen Tokens auf den Markt. Lazio Rom, FC Barcelona, Paris Saint-Germain, und als einer der ersten Juventus Turin, brachten bereits 2018 einen eigenen Token heraus. Partnerschaften hierfür wurden oft mit Socios oder Chiliz eingegangen, beides Blockchain-Plattformen, die Teil von Mediarex sind, dem Sportmarketing-Unternehmen, gegründet vom britischen Unternehmer Alexandre Dreyfus.

Marketing spielte hier eindeutig eine Hauptrolle. Während Stadien und Fanshops leer blieben, boten Tokens eine schnell verfügbare finanzielle Injektion. Der Gegenwert ließ jedoch zu wünschen übrig. Buchstäblich, denn als Investition waren Fan-Coins nicht wirklich als Investition gedacht.

Käufer erhielten bestimmte Rechte wie die Teilnahme an Klubstimmrechten. Auch deshalb war ihr Erfolg außerhalb von Fan-Kreisen vermutlich nicht groß auf dem Kryptomarkt. Paris Saint-Germain und FC Barcelona erreichten mit ihren Tokens eine Marktkapitalisierung von fast 100 Millionen US-Dollar.

Für Vereine, die Millionendeals im Sponsoring einfuhren, blieben Fan-Münzen jedoch höchstens ein nettes Extra, selbst mit den Einnahmen aus dem ersten Token-Verkauf. Nach ein paar goldenen Kryptojahren folgten schnell harte Jahre, von denen sich einige Trends niemals erholten.

Fancoins heute

Eine Comeback der Projekte scheint heute schwer vorstellbar. Die Marktkapitalisierung aller Fan-Coins liegt aktuell bei lediglich 190 Millionen US-Dollar. Die Preise erreichten die Höhen der Corona-Phase nie wieder. Verluste von rund 90 Prozent sind seitdem eher die Regel als die Ausnahme.

Das Konzept der Fan-Coins scheitert vor allem daran, dass der Bezug zu den echten Bedürfnissen von Fans und Investoren gering ist. Für die Fans der Vereine bieten die Tokens wenig Mehrwert, und für Investoren sind sie als Anlage schlicht uninteressant.

Wie steht es mit Sozialen Tokens?

Ein weiteres Überbleibsel aus einer Zeit, in der man gezwungen virtuell enger beieinander war, sind soziale Tokens. Auch hier ist die Idee, exklusive Rechte an die Tokens zu koppeln. Viele soziale Tokens entstehen im Kontext von Blockchain-basierten Social-Media- und Gaming-Plattformen, werden aber auch von Einzelpersonen ausgegeben, die sie für Crowdfunding nutzen.

Im Gegensatz zu Fancoins, die vielleicht als »crypto-native« gelten könnten, haben soziale Tokens nie viel Interesse bei Investoren geweckt. Der gesamte Marktwert aller Projekte liegt mittlerweile bei 315 Millionen US-Dollar, wobei UXLINK das größte web3-basierte soziale Netzwerk ist. Auch hier sprechen die jüngsten Entwicklungen Bände mit Kursverlusten um die 90 Prozent.

Obwohl soziale Tokens ein größeres Marktsegment potenziell ansprechen könnten durch die große Überschneidung von Gaming, Social Media und Web3, hat sich der Markt inzwischen vor allem auf Memecoins konzentriert, die soziale Tokens in gewisser Hinsicht ersetzt haben. Hier bilden sich auch große Netzwerke, und auch hier kann es darum gehen, vom Erfolg einer Person zu profitieren, wie z. B. Donald Trump. Ob soziale Tokens jemals eine bedeutende Rolle am Kryptomarkt spielen werden, bleibt jedoch fraglich.


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