DraftKings fordert Kalshi und Polymarket mit Prediction Markets heraus
DraftKings startet seine Predictions-App in 38 Staaten und zielt auf Märkte, in denen Sportwetten verboten sind. Gleichzeitig geraten Kalshi und Polymarket unter wachsenden juristischen Druck und CFTC-Aufsicht.

Wichtigste Erkenntnisse
- DraftKings startet Prediction Markets, um mit Kalshi und dem Krypto-basierten Polymarket zu konkurrieren und Zugang zu California, Texas und Florida zu erhalten.
- CEO Jason Robins sagt, dass nur etwa 3% der DraftKings-Kunden in erlaubten Staaten Geld bei Kalshi einzahlen.
- Kalshi und Polymarket sehen sich mit neuem juristischem und operativem Druck konfrontiert, während die Branche unter strengere Aufsicht gerät.
DraftKings geht mit seinen Prediction Markets direkt gegen Kalshi und den Krypto-basierten Polymarket vor. CEO Jason Robins sagt, dass der neue Dienst dem Unternehmen einen Weg nach California, Texas und Florida eröffnet, drei Staaten, in denen die Sportsbook-App nicht aktiv sein darf. Damit verlagert sich der Wettbewerb nicht nur auf neue Kunden, sondern auch auf einen Markt, der zunehmend unter Aufsicht steht.
Neuer Weg für DraftKings
Robins sagte, dass nur etwa 3% der DraftKings-Kunden in Staaten, in denen Sportwetten erlaubt sind, auch Geld bei Kalshi einzahlen. Das sieht er als Obergrenze, was seiner Ansicht nach bedeutet, dass sich der eigentliche Wettbewerb vor allem um neue Nutzer dreht. DraftKings versucht, diese Gruppe über seine Predictions-App zu erreichen, die in 38 Staaten unter Aufsicht der Commodity Futures Trading Commission gestartet wurde.
Prediction Markets sind Märkte, auf denen Nutzer Verträge kaufen und verkaufen, die an das Ergebnis eines Ereignisses gekoppelt sind. DraftKings will dabei von seinen eigenen Marketingdaten und Preismodellen profitieren. Robins bezeichnete den Vorsprung von Kalshi als gering und sagte, dass der Markt gerade Chancen für neue Anbieter biete.
Druck auf Kalshi und Polymarket
Der Zeitpunkt ist auffällig, denn Kalshi hat am Donnerstag noch 1 Milliarde Dollar eingesammelt, bei einer Bewertung von 40 Milliarden Dollar (35,9 Milliarden Euro), nach einer Bewertung von 22 Milliarden Dollar (19,8 Milliarden Euro) im Mai. Gleichzeitig bleibt das rechtliche Umfeld unruhig. Im August entschied das Ninth Circuit Court of Appeals, dass Kalshis Sportkontrakte unter das Glücksspielrecht von Nevada fallen und nicht unter den bundesrechtlichen Schutz für Rohstoffe. Robins sagte, dass sich für DraftKings dadurch wenig geändert habe, weil das Unternehmen dort nie aktiv gewesen sei.
Auch Utah setzte die Branche unter Druck, indem es am Mittwoch strafrechtliche Anklagen gegen Kalshi und seine beiden Gründer erhob. Die CFTC reichte am selben Tag eine Klage gegen Utah ein. Für Polymarket kam noch ein eigenes Problem hinzu: Das Unternehmen fror den Handel auf seiner internationalen, Krypto-basierten Plattform vorübergehend ein, nachdem Nutzer gemeldet hatten, dass Wallets über einen Drittanbieter geleert worden seien. Polymarket expandiert derweil unter CFTC-Aufsicht, während das Unternehmen auch mit neuen Compliance-Fragen zu tun hat.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Nutzer ist das vor allem relevant, weil Polymarket eine der bekanntesten Krypto-basierten Prediction-Plattformen ist. Die Kombination aus neuer Konkurrenz, Klagen und Aufsicht zeigt, wie schnell dieser Markt reift, aber auch, wie unterschiedlich die Regeln je nach Land und Staat ausfallen können. Das macht deutlich, dass Prediction Markets längst keine Nische mehr sind, sondern ein Feld, auf dem traditionelle Glücksspielunternehmen, Krypto-Plattformen und Aufsichtsbehörden direkt aufeinandertreffen.