FASB will Stablecoins als Cash-Equivalent einstufen
Der Vorschlag könnte die Jahresabschlüsse von Unternehmen mit US-Dollar-Stablecoins vereinfachen. Damit schließt FASB eine Lücke nach dem GENIUS Act, der die Bilanzierung nicht regelt.

Wichtigste Erkenntnisse
- FASB schlägt vor, dass bestimmte Stablecoins als Cash-Equivalents verbucht werden können.
- Das gilt nur für Tokens mit liquiden Reserven, voller Deckung und Einlösbarkeit in Dollar.
- Die Konsultation läuft bis zum 19. November; danach entscheidet FASB, ob der Vorschlag weiterverfolgt wird.
Der US-amerikanische Standardsetzer FASB hat einen Vorschlag vorgelegt, der bestimmte Stablecoins unter die bilanzielle Kategorie der Cash-Equivalents fallen lassen könnte. Für Unternehmen und Institutionen, die diese Tokens halten, könnte das die Behandlung im Jahresabschluss klarer machen, auch wenn es bislang nur um einen Vorschlag und nicht um eine endgültige Regel geht.
Was FASB genau vorschlägt
Laut FASB können Stablecoins mit liquiden Reserven, die mindestens der Zahl der ausstehenden Tokens entsprechen und deren Zusammensetzung jährlich offengelegt wird, als Cash-Equivalents gelten. Außerdem müssen die Tokens jederzeit in Dollar einlösbar sein. In der Praxis ordnet FASB Stablecoins damit derselben Kategorie zu wie andere sehr liquide, cash-nahe Anlageinstrumente wie Treasuries, Commercial Paper und Money Market Funds.
Das Board sagt, die vorgeschlagene Änderung solle mit Beispielen verdeutlichen, wie die bestehende Definition von Cash-Equivalents für bestimmte digitale Assets gilt. Damit will FASB verhindern, dass dieselbe Stablecoin je nach Auslegung der Regeln von verschiedenen Parteien unterschiedlich verbucht wird.
Warum das jetzt relevant ist
Der Schritt passt zu einer breiteren Linie, in der FASB seit 2023 krypto-spezifische Bilanzierungsregeln ausarbeitet. Die Debatte über Stablecoins bekam zusätzliches Gewicht, nachdem im Juli 2025 der GENIUS Act unterzeichnet wurde, der bundesweite Regeln für Stablecoins festlegt, aber nichts zur bilanziellen Klassifizierung sagt. Genau diese Lücke versucht FASB nun zu schließen.
Für den Kryptomarkt ist das relevant, weil Rechnungslegungsregeln bestimmen, wie Unternehmen ihre Bilanz und Kapitalflussrechnungen darstellen. Wenn Stablecoins häufiger als Cash-Equivalent behandelt werden, könnte das die Berichterstattung für Unternehmen mit großen Positionen in diesen Tokens einheitlicher machen. Das betrifft auch Akteure wie Coinbase und Circle, bei denen die bilanzielle Behandlung von USDC direkt mit der Art zusammenhängt, wie Stablecoin-Einnahmen und -Reserven dargestellt werden. FASB hat die Konsultation geöffnet bis zum 19. November; erst danach wird klar, ob der Vorschlag weiterverfolgt wird.