Fasset erreicht nach SBI-Investition eine Bewertung von 1 Milliarde Dollar
Die neue Runde der SBI Group verschafft Fasset zusätzlichen Spielraum bei Stablecoin-Zahlungen und Remittances. Das Unternehmen sagt, bereits in 125 Ländern aktiv zu sein, und arbeitet an weiteren Verbindungen zwischen Japan, Asien und aufstrebenden Märkten.

Wichtigste Erkenntnisse
- Stablecoin-Bank Fasset hat unter Führung der SBI Group 68 Millionen Dollar eingesammelt und kommt damit auf eine Bewertung von 1 Milliarde Dollar.
- Die neue Runde folgte drei Monate nach einer früheren Finanzierung über 51 Millionen Dollar; in diesem Jahr liegt die gesamte Finanzierung damit bei 119 Millionen Dollar.
- Fasset sagt, mehr als 40 Milliarden Dollar an annualisiertem Transaktionsvolumen in 125 Ländern zu verarbeiten und seit 12 Monaten profitabel zu sein.
Die Stablecoin-Bank Fasset hat in einer neuen Finanzierungsrunde unter Führung von Japans SBI Group 68 Millionen Dollar (58,1 Millionen Euro) eingesammelt. Damit liegt die Bewertung des Unternehmens bei 1 Milliarde Dollar (0,9 Milliarden Euro), nur drei Monate nach der vorherigen Kapitalrunde. Der Schritt unterstreicht, wie schnell sich der Markt für Stablecoin-Zahlungen und Abwicklung entwickelt, während Fasset seine Plattform weiter für Verbraucher und Unternehmen ausbaut.
Neue Runde nach Mai
Die neue Investition folgt auf eine Runde über 51 Millionen Dollar (43,6 Millionen Euro) im Mai. Zusammen kommt Fassets Finanzierung in diesem Jahr damit auf 119 Millionen Dollar (102 Millionen Euro). Auch Speedinvest und eine Gruppe strategischer Investoren waren bereits früher in diesem Jahr beteiligt.
Fasset hat seinen Sitz in Los Angeles und bietet eine Finanzplattform, über die Nutzer Geld und Assets über mehrere Währungen hinweg halten, senden, ausgeben und anlegen können. Stablecoins spielen dabei vor allem im Hintergrund als Abwicklungsebene eine Rolle. Nach Angaben des Unternehmens verarbeitet Fasset mehr als 40 Milliarden Dollar (34,2 Milliarden Euro) an annualisiertem Transaktionsvolumen in 125 Ländern.
CEO Mohammad Raafi Hossain sagte, der Umsatz sei im vergangenen Jahr etwa sechsmal so hoch geworden. Außerdem sei das Unternehmen seit 12 Monaten in Folge profitabel. Fasset nannte keine genauen Umsatz- oder Gewinnzahlen.
SBI baut seine Rolle aus
Die Beteiligung der SBI Group passt zu einer breiteren Strategie der japanischen Finanzgruppe, sich stärker im Bereich digitaler Assets zu positionieren. SBI hat in letzter Zeit auch Beteiligungen unter anderem an Boerse Stuttgart Digital und Digital Asset übernommen und arbeitet über verschiedene Tochterunternehmen an Angeboten rund um Emission, Custody und institutionellen Handel.
Für Fasset bedeutet die neue Runde nicht nur zusätzliches Kapital, sondern auch einen engeren Zugang zum Netzwerk von SBI. Das Unternehmen arbeitet bereits mit SBI Remit zusammen und sagt, über diesen Weg Zugang zu einem Remittance-Netzwerk mit rund 470.000 Standorten und Banküberweisungen in etwa 200 Länder zu haben.
Hossain sagte, Fasset wolle gemeinsam mit SBI an mehr Verbindungen zwischen Japan, Asien und anderen aufstrebenden Märkten arbeiten. Die Unternehmen nennen noch keine konkreten neuen Produkte oder Corridors. Fasset will jedoch sein Own Network weiter ausbauen, zusammen mit den KI-Systemen, die Transaktionen über Zahlungsrails, Währungen, Liquiditätsanbieter und Abwicklungsarten routen.
Warum das relevant ist
Der Deal zeigt, dass Stablecoins immer häufiger als Infrastruktur für Zahlungen und Settlement genutzt werden und nicht nur als Mittel, um Geld zwischen Krypto-Exchanges zu verschieben. Für europäische Leser ist vor allem relevant, dass große Finanzgruppen wie SBI ihre Digital-Asset-Aktivitäten stärker mit bestehenden Bank- und Remittance-Kanälen verknüpfen. Das könnte darauf hindeuten, dass Stablecoin-Dienste immer tiefer mit traditionellen Finanzrails verwoben werden, ohne dass dafür sofort eine neue Produkteinführung nötig ist.
Auch außerhalb des institutionellen Bereichs wächst die Nutzung von Stablecoins als Zahlungsrail. So stiegen die Stablecoin-Kartenausgaben im Juli auf über 1 Milliarde Dollar (0,9 Milliarden Euro), was zeigt, dass die Technologie immer häufiger in alltäglichen Zahlungen auftaucht.