Frankreich will Krypto-Swaps in Stablecoins besteuern
Der Vorschlag betrifft auch Stablecoins unter MiCA und könnte Nutzer in Richtung DeFi oder Self-hosted Wallets drängen. Frankreich diskutiert die Maßnahme noch im Haushalt für 2027.

Wichtigste Erkenntnisse
- Frankreich will ab 2027 Swaps von Krypto in EU-regulierte Stablecoins besteuern.
- Chainalysis warnt, dass die Maßnahme Nutzer eher in Richtung DeFi und Self-hosted Wallets drängen könnte.
- Neben diesem Vorschlag gibt es Pläne für eine Meldepflicht großer Wallets und eine Ausweitung der Exit Tax.
Frankreich will ab 2027 auch Swaps von Krypto in EU-regulierte Stablecoins besteuern. Laut Chainalysis könnte das Anleger eher in Alternativen außerhalb der MiCA-Regeln drängen, während das Land bereits eine Flat Tax von 31,4% auf Krypto-Gewinne bei Cash-out oder Ausgaben erhebt.
Besteuerung von Stablecoin-Swaps
Die französischen Gesetzgeber haben einen Vorschlag in den Haushalt für 2027 aufgenommen. Ein am 7. Oktober angenommener Änderungsantrag des Finanzausschusses der Nationalversammlung macht den Tausch von Krypto wie Bitcoin in Stablecoins, die unter den EU-Regeln als Electronic Money Tokens gelten, zu einem steuerpflichtigen Ereignis.
In Frankreich gilt bislang, dass ein Krypto-zu-Krypto-Swap im Allgemeinen nicht direkt zu einer Steuer führt. Der neue Plan würde dafür eine Ausnahme für einen Teil der Stablecoins schaffen, und zwar ab dem 1. Januar 2027. Regierung und Parlament müssen den Haushalt noch weiter beraten, und die Vorschläge sind noch nicht endgültig.
Der Frankreich-Chef von Chainalysis, Francois Volpoet, warnte, dass die Maßnahme den gegenteiligen Effekt haben könnte, den die Regierung anstrebt. Seiner Ansicht nach ist es für Behörden einfacher, regulierte Stablecoin-Transaktionen nachzuverfolgen als Handel über DeFi-Plattformen oder Self-hosted Wallets. Er stellte auch die Frage, ob die Regierung mehr Steuerzahler zur Meldung bewegen will oder stattdessen einen höheren Satz auf eine immer kleinere Basis erheben möchte.
Mehr Druck auf Wallets
Neben der Stablecoin-Maßnahme liegt noch ein weiterer Vorschlag auf dem Tisch. Dieser würde französische Steuerpflichtige verpflichten, Self-hosted Krypto-Wallets mit mindestens 100.000 € anzugeben, mit Strafen von bis zu 11.600 $ (10.400 €) bei Nichtbeachtung. Der Ausschuss unterstützte außerdem eine Ausweitung der Exit Tax auf Krypto-Bestände von rund 900.000 $ (804.400 €), wodurch nicht realisierte Gewinne denselben Regeln unterliegen würden wie bei wohlhabenden Aktionären, die umziehen.
Volpoet verwies dabei auf die Sicherheitsrisiken rund um solche Meldungen. In Frankreich wurden in letzter Zeit mehrere physische Angriffe auf Kryptobesitzer gemeldet, und den zitierten Zahlen zufolge fand ein großer Teil der weltweiten Vorfälle in Europa statt, wobei Frankreich den größten Anteil hatte. Das macht die Debatte über Wallet-Meldungen besonders sensibel.
Bedeutung für Europa
Die Debatte in Frankreich passt in einen breiteren europäischen Trend, in dem Länder unterschiedlich mit Stablecoins und Krypto-Besteuerung umgehen. MiCA sollte eigentlich für mehr Einheit in der EU sorgen, doch nationale Steuerregeln können trotzdem zu Unterschieden im Verhalten zwischen den Ländern führen. Für europäische Krypto-Nutzer zeigt das, wie schnell eine Steuermaßnahme die Wahl zwischen regulierten Stablecoins, DeFi und Self-hosted Verwahrung beeinflussen kann.
Ein weiterer Änderungsantrag würde Verluste auf Krypto bis zu 10 Jahre vortragsfähig machen, also näher an der Behandlung von Aktien. Gleichzeitig lehnte Frankreichs Finanzausschuss die Einnahmenseite des Haushalts mit 31 zu 3 ab, sodass die Krypto-Änderungsanträge für die Debatte im Plenum der Nationalversammlung erneut eingebracht werden müssen. Eine Abstimmung über die Einnahmenseite ist für den 20. Oktober geplant.