Galaxy senkt Chance für Clarity Act auf 50 Prozent
Galaxy verweist auf den vollen Terminkalender des Senats und schleppende Verhandlungen. Das Gesetz soll die Zuständigkeiten zwischen SEC und CFTC im US-Krypto-Markt klarer abgrenzen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Galaxy Research senkt die Wahrscheinlichkeit, dass die Clarity Act 2026 verabschiedet wird, von 60 % auf 50 %.
- Hauptforscher Alex Thorn nennt den engen Zeitplan des Senats und den geringen Fortschritt in den Gesprächen als zentrale Gründe.
- Die Clarity Act soll die Aufsicht zwischen der SEC und der CFTC für Krypto klarer regeln.
Galaxy Research hat die Wahrscheinlichkeit für eine Verabschiedung der Clarity Act im Jahr 2026 auf 50 % reduziert. Anfang des Monats hatte das Research-Team noch mit 60 % gerechnet. Nach Einschätzung von Hauptforscher Alex Thorn ist vor allem der knappe Zeitrahmen im amerikanischen Senat ausschlaggebend, während die Gespräche über den Gesetzestext nur langsam vorankommen.
Die Tagesordnung des Senats wird voller
Thorn schrieb am Freitag, dass die Einschätzung inzwischen bei einer 50-50-Chance liege. Der Grund sei, dass der Senatskalender immer dichter werde und eine Einigung weiter entfernt wirke als noch vor einigen Wochen. Aus seiner Sicht betrifft die Herabstufung vor allem den Zeitplan und nicht den Inhalt des Entwurfs.
Die Clarity Act steht seit Monaten im Zentrum der US-Debatte über Krypto-Regulierung. Der Entwurf soll klarer festlegen, wie die Aufsicht über Krypto zwischen der Securities and Exchange Commission und der Commodity Futures Trading Commission aufgeteilt wird. Dabei würde letztere nach dem Vorschlag die Hauptzuständigkeit für die meisten Krypto Assets erhalten. Für die Branche ist das besonders wichtig, weil der Gesetzentwurf mehr Klarheit über die Marktstruktur schaffen soll.
Der politische Druck nimmt zu
Galaxy hatte die Wahrscheinlichkeit für eine Verabschiedung bereits am 5. Juni auf 60 % gesenkt. Seitdem wurde jedoch weder ein Termin im Plenum angesetzt noch eine motion to proceed eingebracht. Thorn sagte, Senatsführer Thune müsse spätestens Anfang Juli Klarheit über die Redezeit schaffen. Andernfalls könnte sich das Thema bis in den September verschieben.
Dazu kommt, dass Präsident Donald Trump die Agenda zusätzlich belastet hat. Er drohte vergangene Woche damit, ein Wohnungsbaugesetz nicht zu unterzeichnen, falls der Kongress den SAVE Act nicht verabschiedet. Das setzt den ohnehin vollen Senatskalender weiter unter Druck. Thorn zufolge schmälert das die Chancen für die Clarity Act zusätzlich.
Warum das relevant ist
Für europäische Krypto-Anleger ist das vor allem deshalb relevant, weil die Clarity Act zu den wichtigsten US-Vorhaben gehört, um die Marktstruktur für Krypto gesetzlich zu ordnen. Das Ergebnis könnte vorgeben, wie Aufsichtsbehörden, Börsen und andere Krypto-Unternehmen ihre Aktivitäten in den USA ausrichten müssen. Der Zeitpunkt des Gesetzes ist damit nicht nur ein politisches Detail, sondern auch ein Faktor, den der breitere Kryptomarkt genau im Blick behält.