Gemini führt Krypto-IPO-Verluste mit 89 Prozent Minus an
Auch Circle, BitGo und Bullish notieren unter ihrem Debütkurs, und der schwache IPO-Markt legt neue Krypto-Listings wie Kraken-Mutter Payward und Grayscale vorerst auf Eis.

Wichtigste Erkenntnisse
- Gemini notiert inzwischen 89 % unter seinem Debütkurs und führt damit die Verluste unter den jüngsten Krypto-IPO’s an.
- Auch Circle, BitGo, Bullish, eToro und Figure handeln unter ihrem ersten Handelspreis.
- Wegen der schwachen Stimmung verschieben mehrere Kryptounternehmen ihre Börsenpläne vorerst.
Die jüngste Serie von Krypto-IPO’s fällt für Anleger bislang ernüchternd aus. Gemini liegt mittlerweile 89 % unter dem Debütkurs. Auch Circle, BitGo, Bullish, eToro und Figure werden unter ihrem ersten Handelspreis gehandelt. Die Entwicklung reiht sich in die breitere Schwäche von Krypto-Aktien ein, seit der Markt im Herbst 2025 spürbar nachgegeben hat.
Tiefe Verluste bei der neuen Runde
Gemini (GEMI) startete im September 2025 bei 37 $ (32 €) und kostet inzwischen nur noch rund 4,19 $ (3,66 €). BitGo (BTGO) liegt etwa 77 % unter dem ersten Kurs von 22,43 $ (20 €) aus dem Januar 2026, während Bullish (BLSH) rund 71 % unter dem Eröffnungspreis von 90 $ (79 €) notiert.
Auch die übrigen Neuemissionen stehen unter Druck. eToro (ETOR) wird derzeit bei rund 41 $ (36 €) gehandelt und liegt damit etwa 42 % unter 69,69 $ (61 €). Figure (FIGR) hat seit dem Debütpreis von 36 $ (31 €) rund 14 % verloren. Circle (CRCL) notiert mit etwa 6 % im Minus gegenüber dem Eröffnungskurs von 69 $ (60 €).
Der Angebotspreis zeigt ein anderes Bild
Verglichen mit dem IPO-Angebotspreis fällt das Bild etwas differenzierter aus. Circle liegt weiterhin rund 110 % über seinem Angebotspreis von 31 $ (27 €), und Figure notiert etwa 24 % über dem Ausgabepreis von 25 $ (22 €). Die anderen vier Titel handeln unter ihrem Angebotspreis. Das zeigt, wie schnell sich die Stimmung nach einem Börsengang drehen kann.
Die Entwicklung passt zu einem vorsichtigeren IPO-Umfeld, in dem Anleger neue Krypto-Listings deutlich kritischer bewerten. Vor allem mittelgroße Transaktionen, grob im Bereich zwischen 500 $ Millionen (437 € Millionen) und 1 $ Milliarde (0,9 € Milliarden), haben sich zuletzt schwächer entwickelt als größere Platzierungen. Für den Markt spricht das dafür, dass Bewertungen bei neuen Listings inzwischen strenger geprüft werden als noch in der früheren Hype-Phase.
Neue Listings bleiben aus
Die schwache Kursentwicklung wirkt sich auch auf die Pipeline neuer Börsengänge aus. Kraken-Mutter Payward hat seine Listing-Pläne im März 2026 auf Eis gelegt, während Grayscale seine Vorbereitungen für einen Börsengang verschoben hat und möglicherweise erst im vierten Quartal 2026 weitermacht. Auch Consensys und Ledger haben ihre Pläne nach hinten verschoben.
Für europäische Krypto-Beobachter ist das relevant, weil es zeigt, wie sensibel der Kapitalmarkt für Kryptounternehmen weiterhin auf das breitere Marktumfeld reagiert. Sollte sich der Kryptomarkt weiter erholen, könnte das neue Listings wieder begünstigen. Im Moment bleibt der Ton am Markt jedoch klar abwartend.