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Deutschland stellt Krypto-Steuervorteil ab 2027 infrage

Die Steuerfreiheit nach zwölf Monaten steht im Haushaltsplan 2027 unter Druck. Das könnte Deutschland für Langfristanleger unattraktiver machen, während MiCAR und DAC8 die Aufsicht bereits verschärft haben.

Deutschland stellt Krypto-Steuervorteil ab 2027 infrage

Wichtigste Erkenntnisse

  • Deutschland nimmt die Steuerbefreiung für Krypto-Gewinne nach zwölf Monaten im Bundeshaushalt 2027 ins Visier.
  • Nach der aktuellen Regelung sind Gewinne aus Krypto nach einer Haltedauer von zwölf Monaten steuerfrei; ein Verkauf innerhalb eines Jahres kann mit bis zu 45% besteuert werden.
  • Ein Wegfall der Befreiung könnte Deutschland für Langfristanleger weniger attraktiv machen und die europäische Debatte über Krypto-Steuern neu beleben.

Die Bundesregierung hat Krypto-Steuern auf die Liste möglicher Spar- und Einnahmemaßnahmen für den Bundeshaushalt 2027 gesetzt. Damit gerät die bisherige Steuerfreiheit für Gewinne aus Krypto nach einer Haltedauer von zwölf Monaten unter Druck. Genau diese Regel hat Deutschland für Langfristanleger bislang zu einem der attraktivsten Standorte in Europa gemacht.

Der Haushalt sucht zusätzlichen Spielraum

Das Bundesfinanzministerium hat den Plan in seinem Monatsbericht vorgestellt. Das Kabinett hat die Eckwerte für 2027 bereits verabschiedet. Vorgesehen sind Ausgaben von €543,3 Milliarden sowie ein Nettofinanzierungsbedarf von €110,8 Milliarden.

Die Koalition kalkuliert mit strukturellen Einsparungen von rund €4 Milliarden pro Jahr und will diese durch zusätzliche Einnahmen flankieren. Auf der Liste stehen unter anderem höhere Verbrauchsteuern auf Alkohol und Tabak, neue Abgaben auf Plastik und Zucker sowie ein schärferes Vorgehen gegen Steuerbetrug. Auch eine Anpassung der Krypto-Besteuerung gehört dazu.

Was sich jetzt ändern könnte

Nach den geltenden deutschen Regeln zählt Krypto als Privatvermögen im Sinne von Abschnitt 23 des Einkommensteuergesetzes. Wer Coins länger als 12 Monate hält, muss auf den Gewinn keine Steuer zahlen. Erfolgt der Verkauf innerhalb eines Jahres, kann dagegen der persönliche Steuersatz greifen, der bis zu 45% betragen kann. Jährliche Gesamtgewinne unter €1.000 bleiben steuerfrei.

Die Diskussion über ein Ende dieser Befreiung läuft schon seit Längerem. Seit Ende 2025 wird die Forderung nach einer Abschaffung lauter, während der Bundestags-Finanzausschuss im Mai 2026 einen ähnlichen Vorstoß der Grünen noch abgelehnt hat. Die deutsche Krypto-Branche reagiert erneut kritisch: Laut dem Bitcoin Bundesverband würde eine Besteuerung bei jedem Verkauf auch alltägliche Zahlungen zu einem Steuerereignis machen und Unternehmen möglicherweise in steuerlich freundlichere Länder wie Portugal drängen.

Bedeutung für Europa

Für europäische Krypto-Anleger ist vor allem relevant, dass Deutschland die Frage nicht isoliert betrachtet. Portugal ist derzeit das einzige andere EU-Land, das Krypto-Gewinne nach einer Haltedauer von einem Jahr vollständig befreit. Österreich hat diese Ausnahme 2022 gestrichen und wendet inzwischen einen pauschalen Satz von 27,5% an.

Gleichzeitig wurde die deutsche Krypto-Regulierung in den vergangenen Jahren durch MiCAR und DAC8 weiter verschärft. Berichtspflichten und Aufsicht sind dadurch bereits strenger geworden. Sollte die Steuerbefreiung wegfallen, könnte das die Debatte über Krypto-Steuern in Brüssel und in anderen Mitgliedstaaten erneut anstoßen, zumal die steuerliche Transparenz in Europa weiter zunimmt.


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