Ungarn schafft Orbáns strenge Kryptoregeln ab und entkriminalisiert den Handel
Ungarn nimmt die Strafbarkeit von Krypto-Handel nach Druck aus der EU zurück. Das könnte den Markt für Plattformen öffnen, die ihre Dienste zuvor pausieren mussten.

Wichtigste Erkenntnisse
- Ungarn schafft die strengen Kryptoregeln von Viktor Orbán ab und entkriminalisiert den Krypto-Handel.
- Die Regeln vom 1. Juli 2025 machten nicht lizenzierte Transaktionen strafbar und konnten Haftstrafen nach sich ziehen.
- Europäischer Druck und politische Veränderungen beschleunigten die Lockerung, Plattformen wie Revolut könnten ihre Dienste möglicherweise wieder aufnehmen.
Ungarn will die strengen Kryptoregeln, die unter Viktor Orbán eingeführt wurden, abschaffen. Diese Regeln machten den Handel mit Krypto strafbar und konnten zu Haftstrafen führen. Die Kehrtwende bedeutet, dass Krypto-Trading nicht länger als Straftat gilt, wie die ungarische Regierungssprecherin Anita Kobol mitteilte.
Strenge Validierungspflicht führte zu Dienstunterbrechungen
Die Regelung, die am 1. Juli 2025 in Kraft trat, verpflichtete Krypto-zu-Fiat- und Krypto-zu-Krypto-Transaktionen dazu, über genehmigte Validierungsprozesse zu laufen. Diese Maßnahme führte dazu, dass mehrere digitale-Asset-Plattformen, darunter Revolut, ihre Kryptodienste in Ungarn aussetzten. Das Gesetz stellte die Nutzung nicht lizenzierter Börsen und bestimmte nicht autorisierte Transaktionen unter Strafe, mit Geldbußen zwischen 50 Millionen und 500 Millionen ungarischen Forint, was etwa 162.000 bis 1,62 Millionen Dollar entspricht. Je nach Wert der Transaktionen konnten Nutzer Haftstrafen von zwei bis fünf Jahren bekommen, während Anbieter bei Betrieb ohne Zentralbanklizenz mit bis zu acht Jahren rechnen mussten.
Europäischer Druck und politischer Wandel treiben Lockerung voran
Die strengen Validierungsanforderungen standen nicht im Einklang mit den europäischen Vorschriften, was zu einer Prüfung durch die Europäische Kommission zur Einhaltung der EU-Regeln führte. Im Februar 2026 leitete die Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Ungarn ein, weil die nationalen Regeln nicht mit den EU-Standards vereinbar waren. Dieser Druck, zusammen mit dem politischen Wandel in Ungarn im April 2026, als die pro-EU-Partei Tisza an Einfluss gewann, hat den Weg für die Abschaffung der strafrechtlichen Sanktionen frei gemacht. Wissenschafts- und Technologieminister Zoltán Tanács bezeichnete die früheren Regeln eher als politisch motiviert denn als notwendig für die Marktsicherheit.
Diese Entwicklung könnte dazu führen, dass Plattformen wie Revolut ihre Kryptodienste in Ungarn wieder aufnehmen und dass sich der ungarische Kryptomarkt besser an die EU-Regulierung anpasst. Damit endet eine Phase strenger Beschränkungen, die den Handel mit digitalen Assets im Land deutlich beeinflusst haben.
Relevanz für europäische Krypto-Nutzer
Die Lockerung der ungarischen Kryptoregeln zeigt, dass Mitgliedstaaten ihre nationalen Gesetze anpassen können, um sie besser mit EU-weiten Regulierungen wie MiCA in Einklang zu bringen. Für europäische Krypto-Nutzer könnte das auf eine Zukunft hindeuten, in der grenzüberschreitende Dienste und Handelsmöglichkeiten innerhalb der EU weniger durch nationale Beschränkungen behindert werden. Diese Entwicklung könnte die Zugänglichkeit und das Vertrauen in Krypto-Börsen in Europa stärken.