Spark setzt auf die Fragmentierung von Stablecoins
Spark will Liquidität zwischen USDT, USDC und PYUSD verschieben, während Stablecoins immer stärker fragmentiert werden. Das DeFi-Protokoll von Sky zielt dabei auf Institutionen und Uniswap v4.

Wichtigste Erkenntnisse
- Der Stablecoin-Markt wird immer stärker fragmentiert, weil immer mehr Emittenten und Konsortien eigene Dollar-Tokens und Netzwerke starten.
- Spark will Liquidität zwischen diesen Stablecoins verschieben und hat rund 150 $ Millionen in Uniswap-v4-Pools migriert.
- Spark verlagert sich von einer Verbraucher-App hin zu Backend-Infrastruktur und richtet den Fokus stärker auf institutionelle Kredite und Liquiditätsdienste.
Der Stablecoin-Markt wird zunehmend unübersichtlich, und Spark versucht genau daraus ein Geschäftsmodell zu entwickeln. Während Fintechs, Börsen und Bankenkonsortien ihre eigenen Dollar-Tokens auf den Markt bringen, will der onchain capital allocator die Ebene werden, die Liquidität zwischen diesen Netzwerken bewegt.
Markt wird immer unübersichtlicher
Nach Einschätzung von Sam MacPherson, CEO von Phoenix Labs, steht der Stablecoin-Markt vor einer weiteren Aufsplitterung. PayPal hat PYUSD, Circle USDC und Tether USDT im Markt, während Robinhood dem Global-Dollar-Konsortium beigetreten ist und an einer eigenen Chain arbeitet. Auch Zusammenschlüsse wie OpenUSD, zu denen unter anderem Stripe und Coinbase gehören, versuchen, Nutzer, Reserven und Transaktionen möglichst im eigenen Ökosystem zu halten.
Hinzu kommen inzwischen Hunderte weitere Stablecoins, darunter Ethena's USDe, World Liberty Financials USD1 und Sky's USDS. Dadurch verteilt sich die Liquidität auf immer mehr Tokens und Netzwerke. Für Trader und Protokolle steigt damit der Bedarf an Anbietern, die Swaps und Settlement zwischen Stablecoins effizienter abwickeln können.
Spark setzt auf Liquidität
Spark ist eine verbundene Lending- und Liquiditätseinheit von Sky, dem DeFi-Ökosystem, das früher als MakerDAO bekannt war und USDS emittiert. Entwickelt wurde das Projekt von Phoenix Labs, unterstützt wird es über Sky's Governance und Kapital. Die FX-Schicht auf Uniswap soll Institutionen den Wechsel zwischen Stablecoins erleichtern, indem Liquidität in yield-bearing Pools gebündelt wird.
Das Protokoll hat rund 150 $ Millionen (131 € Millionen) in Uniswap-v4-Pools mit USDS gegen USDT und PYUSD verschoben. Laut MacPherson entsprach das in den ersten 30 Tagen etwa 30 % des Stablecoin-zu-Stablecoin-Swap-Volumens auf Uniswap, während das System in diesem Zeitraum rund 1,5 $ Milliarden (1,3 € Milliarden) geroutet hat. Technisch steckt dahinter ein Uniswap-v4-Hook namens DualPool, der Erträge in Spark's Vaults belässt, wenn die Liquidität gerade nicht benötigt wird, und sie erst im Block eines Swaps in den Pool zieht.
Darüber hinaus hat Spark direkte Infrastrukturvereinbarungen mit Emittenten geschlossen. PayPal arbeitete im vergangenen Jahr mit Spark zusammen, um die Liquidität von PYUSD zu erhöhen und im Wettbewerb mit USDT und USDC besser zu positionieren. Das passt zu einem breiteren Trend, bei dem Emittenten nicht nur einen Token aufsetzen, sondern auch die Distribution und Abwicklung rundherum stärker kontrollieren wollen, wie bei Circle und anderen großen Stablecoin-Anbietern.
Warum das relevant ist
Die Entwicklung fügt sich in einen breiteren Markttrend ein, in dem Stablecoins immer stärker entlang klassischer Finanzinfrastruktur organisiert werden, mit spezialisierten Emittenten, Settlement Rails und Custodians. Für europäische Krypto-Interessierte dürfte das besonders relevant sein, weil der Sektor zugleich regulatorisch klarer gefasst wird. In den USA kommt der GENIUS Act, und in Europa ist MiCA bereits in Kraft, auch wenn Definitionen und Regeln je nach Finanzzentrum weiterhin unterschiedlich ausfallen.
Von der App zum Backend
Spark hat seine Strategie inzwischen von einer Verbraucher-App hin zu Backend-Infrastruktur verschoben. MacPherson sagte, eine eigene App sei zu schwer gewesen, um gegen Coinbase, PayPal und Robinhood anzukommen, und bezeichnete die Entscheidung, diese App zu pausieren, im Nachhinein als richtig. Stattdessen liefert Spark nun Yield und Liquidität an Apps, die Nutzer bereits kennen.
Auch im institutionellen Markt soll dieser Ansatz greifen. Sparks Jahresumsatz ist von etwa 80 $ Millionen (69,7 € Millionen) im Bullenmarkt auf aktuell rund 20 $ Millionen (17,4 € Millionen) gefallen. Die bitcoin-besicherten OTC-Kredite über Anchorage liegen jedoch bei etwa 260 $ Millionen (226 € Millionen) ausstehend, bei rund 400 $ Millionen (348 € Millionen) an Originations und einem Ziel von 1 $ Milliarde (0,9 € Milliarden) bis zum Jahresende. MacPherson räumte allerdings ein, dass die Marktbedingungen die Nachfrage etwas gebremst haben.
Der Engpass liegt seiner Einschätzung nach vor allem beim Onboarding. Bitcoin-Miner bleiben eine wichtige Zielgruppe, weil sie ihre Betriebskosten unabhängig davon finanzieren müssen, ob der Markt gerade in einer Bull- oder Bear-Phase ist. Spark Prime, die hybride Prime Brokerage mit zentralen und onchain Finanzdienstleistungen, hat etwa 20 $ Millionen (17,4 € Millionen) an ausstehenden Krediten und befindet sich bewusst noch in der Beta. Außerdem sucht das Protokoll neben crypto-nativen Bewertungen auch Kreditratings von S&P und Moody's, um institutionellen Risikoteams mehr Orientierung zu geben.