Hyperliquid-Händler preisen Unitree mit dem 4-Fachen des IPO-Werts
Die Pre-IPO-Perpetuals auf Hyperliquid setzen Unitree auf rund 38 Milliarden Dollar, deutlich über dem Shanghai-IPO. Das unterstreicht, wie Onchain-Derivate auch außerhalb von Krypto für hohe Leverage und Preisfindung sorgen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Krypto-Trader preisen Unitree Robotics auf Hyperliquid mit mehr als dem Vierfachen des IPO-Werts.
- Die implizite Bewertung in Pre-IPO-Perpetual-Contracts liegt bei etwa 38 Milliarden Dollar.
- Der Handel mit Unitree-Aktien soll zwischen dem 17. und 21. August starten.
Krypto-Trader preisen Unitree Robotics auf Hyperliquid mit einer Bewertung, die deutlich mehr als viermal so hoch liegt wie der IPO-Wert, mit dem das chinesische Robotikunternehmen an die Börse geht. Während Unitree in Shanghai mit 150,80 Yuan beziehungsweise 22,37 Dollar (19 Euro) je Aktie bepreist wurde, liegt die implizite Bewertung in Pre-IPO-Perpetual-Contracts bei rund 38 Milliarden Dollar (32,9 Milliarden Euro), laut dem Blockchain-Analyseunternehmen Allium.
Hohe Prämie auf Hyperliquid
Die Kontrakte rund um Unitree handelten am Freitag zwischen 92 Dollar (80 Euro) und 94 Dollar (81 Euro), was einer Prämie von mehr als 300 % gegenüber dem Börsenpreis entspricht. Der Abstand zeigt, wie aggressiv die Erwartungen rund um eines der meistbeachteten Robotik-Unternehmen Chinas sind, das vierbeinige und humanoide Roboter für Forschung, Industrie und Verbraucheranwendungen baut.
Allium meldete, dass Unitree im vergangenen Jahr einen Umsatz von 253 Millionen Dollar (219 Millionen Euro) erzielte, ein Plus von 335 %, und dass die Auslieferungen humanoider Roboter über 5.500 lagen. Außerdem soll das IPO 8000-mal überzeichnet worden sein von Retail-Tradern. Der Handel mit der Aktie soll zwischen dem 17. und 21. August starten.
Pre-IPO-Perps ziehen Kapital an
Der Unitree-Handel passt in eine schnell wachsende Nische innerhalb von Krypto-Derivaten: Pre-IPO-Perpetual-Futures. Das sind spekulative Kontrakte, mit denen Trader auf die erwartete Bewertung privater Unternehmen setzen können, bevor diese tatsächlich an die Börse gehen. Sie vermitteln kein Eigentum, keine Dividende und können nicht in echte Aktien umgewandelt werden.
Gerade deshalb können sich Preise stark von einer normalen Einschätzung des Fair Value lösen, vor allem wenn es für das zugrunde liegende Unternehmen noch keinen transparenten Spotmarkt gibt. Für Trader bedeutet das zusätzliche Volatilität und ein höheres Liquidationsrisiko, besonders weil Leverage hier eine große Rolle spielt.
Hyperliquid wurde als Onchain-Venue für Perpetual Futures bekannt, und diese Infrastruktur wird inzwischen auch außerhalb von Krypto genutzt, unter anderem für Rohstoffe und nun eben für private Unternehmen. Frühere Beispiele wie CXMT und SpaceX haben bereits gezeigt, dass dieser Markt manchmal überraschend nah am Eröffnungspreis liegen kann, aber eine Garantie ist das nicht.
Hyperliquids Wachstum als Handelsplatz passt in eine breitere Debatte über die Rolle von Onchain-Derivaten. Die SEC sprach zuvor mit Beteiligten über die Regeln für Onchain-Derivate, gerade weil solche Märkte immer weiter über den traditionellen Kryptohandel hinausreichen.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Leser zeigt dieser Fall, wie weit sich Derivatemärkte inzwischen über Bitcoin und Ethereum hinaus ausgedehnt haben. Er macht auch deutlich, dass Pre-IPO-Perps nicht nur eine Preisvorstellung widerspiegeln, sondern auch eine Marktstruktur mit hoher Leverage, begrenzter Liquidität und unklarer Regulierung. Das kann für alle relevant sein, die verfolgen, wie Onchain-Venues neue Formen von Spekulation und Preisfindung ermöglichen.