Finst

Hyperliquid gerät in Singapur nach MAS-Warnung unter die Lupe

Die MAS sieht Hyperliquid trotz Registrierung in Singapur nicht als unter Aufsicht stehend. Die Warnung lenkt die Aufmerksamkeit auf DEX-Regeln, und der HYPE-Token fiel um 3 %.

Hyperliquid gerät in Singapur nach MAS-Warnung unter die Lupe

Wichtigste Erkenntnisse

  • Hyperliquid bestätigte die Registrierung in Singapur, doch die MAS sieht die Plattform nicht als Teil ihrer Aufsicht.
  • Die singapurische Aufsichtsbehörde setzte Hyperliquid am 26. Juni auf ihre Krypto-Warnliste.
  • Der HYPE-Token fiel innerhalb von 24 Stunden um 3 % auf 91,64 $, während Hyperliquid keine MAS-Lizenz beantragt hat.

Hyperliquid hat bestätigt, dass es in Singapur registriert ist, doch die singapurische Aufsichtsbehörde sieht die Plattform laut einem Bericht der Financial Times nicht als Teil ihrer Aufsicht. Der Fall lenkt die Aufmerksamkeit auf die Frage, wie eine dezentrale Krypto-Plattform in bestehende Regeln passt, zumal der HYPE-Token innerhalb von 24 Stunden um 3 % auf 91,64 $ (81 €) fiel.

MAS setzt Hyperliquid auf die Liste

Die Monetary Authority of Singapore, die Zentralbank und Aufsichtsbehörde des Landes, setzte Hyperliquid am 26. Juni auf ihre Krypto-Warnliste. Diese Liste ist für Anbieter gedacht, bei denen die Öffentlichkeit möglicherweise fälschlicherweise annimmt, dass die MAS ihre Dienste beaufsichtigt.

Das ist kein Verbot, aber eine klare Warnung. Hyperliquid erklärte, dass es permissionless Infrastruktur anbiete und Nutzer die Kontrolle über ihre eigenen Gelder behielten. Laut dem FT-Bericht ist gerade dieser dezentrale Charakter ein wichtiger Grund dafür, dass die MAS die Plattform nicht als unter ihre Jurisdiktion fallend sieht.

Keine Lizenz beantragt

Hyperliquid hat ein Team von rund 11 Personen, das 2024 unter der Leitung von Mitgründer Jeff Yan nach Singapur zog. Dennoch beantragte das Unternehmen nie eine MAS-Lizenz.

Dieser Unterschied ist relevant, weil Singapur die Regeln für Kryptounternehmen in den vergangenen Jahren weiter verschärft hat. Die MAS setzte zuvor eine Frist bis zum 30. Juni 2025 für lokale Unternehmen, die nur ausländische Kunden bedienen: Sie mussten eine Lizenz beantragen oder den Betrieb einstellen. Die Aufsichtsbehörde machte dabei auch deutlich, dass solche Lizenzen in der Praxis meist nicht vergeben werden.

Laut dem von CMS zitierten Gesetz fallen darunter unter anderem der Betrieb einer Exchange, die Vermittlung von Transaktionen und die Verwahrung von Kundengeldern. Hyperliquid sagt hingegen, dass Transaktionen on-chain abgewickelt werden, während die Nutzer ihre eigenen Gelder behalten.

Warum das für Trader wichtig ist

Für europäische Krypto-Leser zeigt dieser Fall, wie groß der Unterschied zwischen Registrierung, einer Warnung und echter Regulierung sein kann. Die Aufnahme auf eine Warnliste bedeutet nicht automatisch, dass eine Plattform verboten ist, aber sie zeigt, dass Nutzer auf den rechtlichen Status eines Dienstes besonders achten sollten.

Das spielt auch breiter eine Rolle, weil Aufsichtsbehörden weltweit genauer auf Krypto-Exchanges und dezentrale Plattformen schauen. In den USA bittet die CFTC derweil um Stellungnahmen zu neuen Handelsregeln, auch mit Verweis auf den FTX-Betrug in Höhe von 8 Milliarden Dollar (7,1 Milliarden Euro) als Grund für früheres Eingreifen. Auch das breitere Wachstum von Hyperliquid als Handelsplattform zieht dabei Aufmerksamkeit auf sich; die SEC sprach bereits zuvor mit Parteien rund um das Protokoll über die Regeln für Onchain-Derivate.


Haftungsausschluss: Dieser Inhalt dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine finanzielle, anlagebezogene, rechtliche oder steuerliche Beratung dar. Die bereitgestellten Informationen können unvollständig, ungenau oder veraltet sein und sollten nicht als solche herangezogen werden. Nichts auf dieser Website sollte als Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Halten von Kryptowährungen angesehen werden. Investitionen in Krypto-Assets sind mit Verlustrisiken verbunden.