Illinois bekommt neue Klage wegen 0,2 % Krypto-Abgabe
CCI und die Blockchain Association gehen gegen die neue Transaktionssteuer vor; Illinois ist der erste US-Bundesstaat mit einer solchen Abgabe auf Exchanges und Custodians.

Wichtigste Erkenntnisse
- Der Crypto Council for Innovation und die Blockchain Association ziehen Illinois erneut wegen einer Krypto-Abgabe von 0,2 % vor Gericht.
- Das Gesetz gilt für Unternehmen, die Krypto für Kunden handeln oder verwahren, und betrifft Parteien mit mehr als $100.000 Umsatz.
- Die Branche nennt die Abgabe verfassungswidrig und sagt, Illinois belaste Krypto stärker als traditionelle Assets.
Die Kryptobranche setzt Illinois mit einer neuen Klage gegen die erst kürzlich verabschiedete Abgabe von 0,2 % auf Unternehmen, die Krypto für Kunden handeln oder verwahren, erneut unter Druck. Der Crypto Council for Innovation und die Blockchain Association argumentieren, dass das Gesetz gegen die US-amerikanische und die Illinois-Verfassung sowie gegen den Internet Tax Freedom Act verstößt. Zuvor war auch die Digital Chamber bereits vor Gericht gezogen.
Neuer Angriff auf das Gesetz
Der Fall wurde am Freitag eingereicht in Sangamon County. Laut der Klage betrifft die Abgabe Unternehmen, die in Illinois ansässig sind oder Dienstleistungen für Einwohner des Bundesstaats erbringen, solange ihre Gesamterlöse über $100.000 (€85.500) liegen.
Das Gesetz gilt für Akteure wie Krypto-Exchanges, Custodians, Handelsplattformen und andere Zwischenhändler. Damit ist Illinois nach dem aktuellen Kontext rund um den Fall der erste US-Bundesstaat, der eine Transaktionssteuer auf digitale Assets einführt.
Warum die Branche Einwände erhebt
Die Kritiker finden, dass die Steuer Krypto anders behandelt als traditionelle Assets. Ji Kim, der CCI leitet, sagte in einer Stellungnahme, die Abgabe behandle digitale Assets auf eine einzigartig strenge Weise, basierend auf der zugrunde liegenden Technologie und nicht auf der Art der Transaktion.
Summer Mersinger, CEO der Blockchain Association, sagte, Illinois könne kein neues Steuerregime einführen, das digitalen Handel benachteiligt, Unsicherheit für Verbraucher und Unternehmen schafft und den Markt weiter fragmentieren könnte. Die Abgabe könnte dem Staatshaushalt Schätzungen zufolge $60 Millionen (€51,3 Millionen) einbringen, wird aber auch dann erhoben, wenn ein Steuerzahler bei Krypto Verlust macht, weil die Maßnahme auf Transaktionen basiert.
Relevanz für europäische Leser
Für europäische Krypto-Leser ist dieser Fall vor allem deshalb relevant, weil er zeigt, wie unterschiedlich Staaten Krypto besteuern können. In den USA entsteht so ein Flickenteppich aus Regeln je Bundesstaat, während in Europa gerade MiCA und die nationale Umsetzung mehr Einheitlichkeit bringen sollen. Das macht das Ergebnis in Illinois als Beispiel dafür interessant, wie weit der fiskalische Druck auf Krypto gehen kann.
Die Debatte berührt auch breitere Regeln zur US-Marktstruktur: Die Blockchain Association warnt schon länger davor, dass unklare Gesetzgebung vor allem Zwischenhändler wie Exchanges und Custodians trifft, was auch in der Debatte um das Clarity Act bekommt Kritik als Pro-Mittelsmänner-Gesetz wieder auftaucht. Für Unternehmen, die in mehreren Bundesstaaten aktiv sind, erhöht das den Druck, ihre Dienste und ihr Compliance-Modell je nach Jurisdiktion anzupassen.