IWF warnt Nepal trotz Verbots vor wachsender Krypto-Nutzung
Trotz des Verbots wächst Krypto in Nepal weiter. Der IWF drängt auf strengere Regeln, um Kapitalflucht und finanzielle Risiken zu begrenzen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Nepal verzeichnet trotz des Kryptoverbots von 2021 einen starken Anstieg von Kryptotransaktionen, mit einem Höchststand 2021 von über 13% des BIP.
- Der IWF will, dass Nepal einen Regulierungsrahmen nach internationalen Standards einführt, um finanzielle Stabilität, Verbraucherschutz und Kapitalkontrollen zu stärken.
- Die Nepal Rastra Bank prüft eine CBDC und plant Pilottests für 2026, während Stablecoins einen größeren Anteil an der Krypto-Nutzung bekommen.
Nepal kämpft mit einem auffälligen Anstieg von Kryptotransaktionen trotz eines gesetzlichen Verbots, das seit 2021 gilt. Laut einem aktuellen Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) sind die Kryptoströme in Nepal zwischen 2019 und 2024 deutlich gewachsen, mit einem Höchststand, der 2021 mehr als 13% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreichte. Der IWF drängt deshalb darauf, dass Nepal ein Regulierungsrahmen entwickelt, der sich an internationalen Standards orientiert, um die finanzielle Stabilität zu sichern und das Risiko von Kapitalflucht zu begrenzen.
Krypto-Adoption und gesetzliche Beschränkungen in Nepal
Obwohl Nepal 2021 alle Kryptotransaktionen verboten und die Zentralbank Handel, Mining und verwandte Aktivitäten für illegal erklärt hat, ist die Nutzung von Kryptowährungen wie Stablecoins und nicht abgesicherten Tokens weiter gewachsen. Der Krypto-Zufluss war 2020 noch kaum nennenswert, stieg 2021 aber auf mehr als $2,6 Milliarden (€2,3 Milliarden). Nach einem Rückgang auf rund 4% des BIP im Jahr 2023 nahm das Volumen 2024 wieder auf etwa 8% zu. Diese Zahlen zeigen, dass das Verbot die Adoption nicht stoppen konnte, wobei Stablecoins einen immer größeren Anteil ausmachen.
Aufruf zu Regulierung und internationaler Zusammenarbeit
Der IWF betont, dass ein passender Regulierungsrahmen entscheidend ist, um finanzielle Integrität und Verbraucherschutz zu sichern und gleichzeitig die Umgehung von Kapitalkontrollen sowie größere Abflüsse von Einlagen zu begrenzen. Außerdem fordert der IWF Nepal auf, den Aktionsplan der Financial Action Task Force abzuschließen und die graue Liste zu verlassen. Diese Empfehlungen kommen vor dem Hintergrund breiterer regionaler Entwicklungen, in denen auch Nachbarländer wie Indien und Bangladesch ein schnelles Wachstum bei der Krypto-Adoption sehen. Gleichzeitig prüft die Nepal Rastra Bank die Entwicklung einer Central Bank Digital Currency (CBDC), mit Pilottests für 2026, was auf eine Verschiebung hin zu digitalen Währungen hindeuten könnte.
Relevanz für europäische und internationale Krypto-Entwicklungen
Die Lage in Nepal zeigt, welche Herausforderungen Länder bei der Regulierung von Krypto in einem Verbotsumfeld haben. Für europäische und internationale Marktteilnehmer ist das ein Beispiel dafür, wie Handel und Remittances die Krypto-Aktivität am Leben halten, selbst in Ländern mit strikten Verboten. Das unterstreicht, wie wichtig durchdachte Regulierung statt eines reinen Verbots ist, weil Aufsicht dazu beitragen kann, Risiken zu begrenzen und mehr Transparenz im Kryptomarkt zu schaffen.