Bitget stellt Japan-Nutzer nach strengeren Regeln ein
Bitget baut seinen Japan-Service zurück, nachdem die FSA die Regeln für Krypto-Exchanges weiter verschärft hat. Bestehende Kunden haben bis Ende 2026 Zeit, ihre Positionen abzuwickeln.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitget stoppt neue Registrierungen für japanische Nutzer und fährt den Service schrittweise zurück.
- Konten mit Japan-Bezug müssen spätestens am 1. November 2026 verifiziert sein; offene Positionen werden am 31. Dezember 2026 geschlossen.
- Die Maßnahme folgt auf strengere japanische Regeln für Krypto-Exchanges und frühere Warnungen der Financial Services Agency.
Die Krypto-Exchange Bitget nimmt keine neuen Nutzer aus Japan mehr auf und zieht sich schrittweise aus dem Markt zurück. Der Prozess endet mit der verpflichtenden Schließung offener Positionen am 31. Dezember 2026. Der Schritt fällt in eine Phase, in der Japan die Vorgaben für Krypto-Exchanges weiter verschärft und der Yen unter deutlichem Druck steht.
Strenge Frist für Nutzer
Bitget teilte am 3. August mit, dass Konten mit möglichem Japan-Bezug ihre Verifizierung spätestens bis zum 1. November 2026 abschließen müssen. Wer diese Frist verpasst, muss ab diesem Zeitpunkt mit Einschränkungen rechnen. Noch offene Positionen werden zum Jahresende zwangsweise geschlossen.
Die Krypto-Exchange kündigt an, betroffene Nutzer per E-Mail über die Abwicklung zu informieren. Nach Angaben von Bitget steht die Entscheidung im Zusammenhang mit einem stärkeren Fokus auf regulatorische Compliance. Für japanische Kunden bedeutet sie vor allem, dass der Zugang zur Plattform nach und nach eingeschränkt wird.
Japan setzt Exchanges unter Druck
Der Schritt ist auch vor dem Hintergrund des japanischen Aufsichtsrahmens zu sehen. Die Financial Services Agency verlangt, dass Krypto-Dienstleister mit lokalen Kunden sich nach dem Payment Services Act registrieren. Dazu kommen strenge Vorgaben zu Kapital, Verwahrung, Verbraucherschutz und Geldwäschebekämpfung. Laut der Aufsicht müssen Exchanges außerdem den Großteil der Kundengelder in Cold Wallets halten und sich regelmäßigen Audits sowie Compliance-Prüfungen unterziehen.
Bitget und andere ausländische Exchanges hatten im November 2024 bereits Warnungen der FSA erhalten, weil sie ohne passende Registrierung aktiv waren. Danach verschwand die Bitget-App aus dem japanischen App Store, während Web und Android für bestehende Nutzer weiter verfügbar blieben.
Japanische Aufseher sind in den vergangenen Jahren wiederholt gegen ausländische Plattformen vorgegangen. So wurde Bitbank über eine Übernahme durch SBI Holdings stärker im lokalen Markt verankert, was zeigt, wie wichtig Registrierung und lokale Präsenz sind.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Beobachter macht dieser Rückzug deutlich, wie groß die Unterschiede zwischen offenen Märkten und Jurisdiktionen mit schnell steigenden regulatorischen Anforderungen sein können. Für Offshore-Plattformen kann das die Entscheidung auf eine teure Registrierung oder einen Rückzug vom Markt verengen. In einem Umfeld mit strengen Auflagen und wechselndem Druck auf die Währung dürfte das auch Einfluss darauf haben, wie Exchanges ihre regionale Strategie ausrichten.