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Lagarde soll Binance-EU-Lizenz in Griechenland blockiert haben

Die Ablehnung soll mit Binances Vergangenheit in den USA und Sorgen über Stablecoins zusammenhängen, während die EZB am digitalen Euro arbeitet. Damit berührt der Fall direkt MiCA und die Aufsicht in der EU.

Lagarde soll Binance-EU-Lizenz in Griechenland blockiert haben

Wichtigste Erkenntnisse

  • Christine Lagarde soll persönlich darauf gedrängt haben, Binances Antrag auf eine EU-Lizenz in Griechenland abzulehnen.
  • Die Ablehnung hing mit Binances früherem Schuldeingeständnis in den USA sowie mit Sorgen über Compliance und Sanktionsrisiken zusammen.
  • Der Fall unterstreicht die Spannung zwischen MiCA, Stablecoins und dem digitalen Euro innerhalb des europäischen Kryptomarkts.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde soll persönlich auf eine Ablehnung von Binances Antrag auf eine EU-Lizenz in Griechenland gedrängt haben. Das berichtete The Wall Street Journal. Der Fall zeigt, wie sensibel der Streit um MiCA, Stablecoins und den digitalen Euro inzwischen für große Krypto-Exchanges in Europa geworden ist.

Lizenz geriet in Griechenland ins Stocken

Binance reichte über griechische Aufsichtsbehörden einen Antrag auf eine Crypto-Asset-Service-Provider-Lizenz im Rahmen von MiCA ein. Damit kann eine Genehmigung in einem EU-Mitgliedstaat grundsätzlich Zugang zum gesamten Block verschaffen. Laut dem Bericht teilten griechische Behörden der ESMA Anfang Juni mit, dass sie vorhatten, den Antrag zu genehmigen.

Die Exchange bereitete sich bereits auf einen formellen europäischen Start vor. So stand laut früheren Berichten sogar ein Besuch von CEO Richard Teng in Athen auf dem Plan. Im Juni meldete BeInCrypto bereits, dass die erste Ablehnung in der Luft lag, woraufhin Binance sagte, es wolle sich andernorts in der EU weiter um eine Lizenz bemühen.

Warum Lagarde Einwände hatte

Laut dem Journal hing Lagardes Einwand mit Binances früherem Schuldeingeständnis in den USA wegen Geldwäsche- und Sanktionsverstößen zusammen. Diese Vergangenheit sei für sie ein klares Compliance-Risiko gewesen. Ein offizieller Mitarbeiter der Hellenic Capital Market Commission soll Binance später mitgeteilt haben, dass Lagarde gegen den Antrag sei.

Eine zweite Sorge war der digitale Euro der EZB. Die Zentralbank arbeitet an diesem Projekt und hat 36 Zahlungsdienstleister für einen Pilotversuch ausgewählt, der in der zweiten Hälfte von 2027 beginnen soll. Lagarde soll befürchtet haben, dass eine größere Rolle von Dollar-Stablecoins in Europa diese Pläne untergraben könnte.

Was das über MiCA aussagt

MiCA ist seit dem 1. Juli 2026 in Kraft und verpflichtet Krypto-Plattformen, die Zustimmung nationaler Aufsichtsbehörden einzuholen, um in der EU aktiv zu sein. Die EZB selbst hat keine formelle Rolle bei Exchange-Lizenzen, doch der Fall macht deutlich, wie eng die politischen und geldpolitischen Interessen rund um Krypto in Europa miteinander verknüpft sind.

Für europäische Krypto-Leser ist das relevant, weil es zeigt, wie Lizenzen, Stablecoins und der digitale Euro in derselben Debatte landen. Der digitale Euro soll gerade ein sicheres digitales Zahlungsmittel neben Bargeld werden, mit stärkerem Fokus auf Privatsphäre und finanzieller Inklusion. Gleichzeitig will die EZB die Abhängigkeit von ausländischen Zahlungsnetzwerken verringern, was die Bedeutung rund um große Krypto-Exchanges noch schärfer macht.

Bereits zuvor sorgte die Auswahl von 36 Unternehmen für den digitalen-Euro-Pilotversuch für mehr Klarheit darüber, wie ernst die EZB dieses Projekt nimmt. Das erhöht die Sensibilität rund um Stablecoins und große Exchanges in Europa nur noch weiter.


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