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EZB wählt 36 Teilnehmer für Pilotprojekt zum digitalen Euro aus

Der Test mit Banken und Zahlungsunternehmen prüft Online-, Offline- und E-Commerce-Zahlungen, während die EZB auch auf den Aufstieg von Stablecoins wie USDT und USDC reagiert.

EZB wählt 36 Teilnehmer für Pilotprojekt zum digitalen Euro aus

Wichtigste Erkenntnisse

  • Die EZB hat 36 Banken und Zahlungsunternehmen für einen Pilot mit dem digitalen Euro ausgewählt, darunter Deutsche Bank, Revolut, Adyen, SumUp, UniCredit und Worldline.
  • Der 12 Monate dauernde Test startet in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres und prüft Online-, Offline-, Laden- und E-Commerce-Zahlungen.
  • Die EZB sieht Stablecoins als Risiko für die monetäre Autonomie Europas, während die Kritik an der Privatsphäre bei CBDCs weiter besteht.

Die Europäische Zentralbank hat 36 Banken und Zahlungsunternehmen für einen Pilot mit dem digitalen Euro ausgewählt. Zu den Teilnehmern zählen unter anderem Deutsche Bank, Revolut, Adyen, SumUp, UniCredit und Worldline. Der Start ist für die zweite Hälfte des nächsten Jahres vorgesehen und soll als Vorbereitung auf eine mögliche Ausgabe im Jahr 2029 dienen.

Pilot mit Beta-Version

Die EZB hat die Auswahl aus insgesamt 50 Bewerbungen getroffen. Der auf 12 Monate angelegte Pilot testet eine Beta-Version des digitalen Euro innerhalb der EZB sowie der 19 nationalen Zentralbanken im Euroraum. Im Fokus stehen dabei Zahlungen zwischen Privatpersonen, Zahlungen im Handel sowie Transaktionen im E-Commerce, jeweils online und offline.

Nach Angaben der Zentralbank werden auch Beschäftigte der EZB und der nationalen Zentralbanken als Nutzer eingebunden. Zusätzlich nehmen ausgewählte Restaurants, Cafeterias und Online-Händler teil, damit sich die Zahlungen unter möglichst realistischen Bedingungen prüfen lassen. Es handelt sich dabei noch nicht um eine gesetzliche Einführung, der Test orientiert sich aber bereits eng am Entwurf der EU-Gesetzgebung.

Druck durch Stablecoins

Die EZB treibt das Projekt weiter voran, obwohl die rechtlichen Grundlagen für den digitalen Euro noch nicht abgeschlossen sind. Aus Sicht der Zentralbank stellt der Aufstieg privater, dollarbesicherter Stablecoins wie USDT von Tether und USDC von Circle Internet ein Risiko für die monetäre Autonomie Europas dar. Der Pilot ist damit nicht nur aus technischer Sicht relevant, sondern auch politisch sensibel.

Gleichzeitig bleibt die Kritik an CBDCs bestehen. Datenschutzbefürworter warnen davor, dass Transaktionen nachvollziehbar werden könnten und eine Zentralbank den Zugang zur Währung begrenzen könnte. In den Vereinigten Staaten ist vergangenen Monat ein Gesetz in Kraft getreten, das die Federal Reserve bis Ende 2030 daran hindert, einen digitalen Dollar zu schaffen oder auszugeben. Das Verbot folgt auf eine breitere politische Debatte über Zentralbankwährungen, darunter das jüngste CBDC-Verbot im Rahmen des Housing Law.

Bedeutung für Europa

Für Beobachter des europäischen Krypto- und Zahlungsmarkts ist vor allem wichtig, dass der digitale Euro damit vom Design in die operative Testphase übergeht. Der Ausschuss des Europäischen Parlaments für Wirtschaft und Währung hat seine Position zu dem Vorschlag bereits im vergangenen Monat angenommen und dabei eine sichere, private und kostenlose Zahlungsmethode für die Nutzung online und offline betont. Damit zeigt sich, dass die Debatte nicht nur eine technologische Frage ist, sondern auch die Rolle von öffentlichem Geld in einem zunehmend digitalen Zahlungsumfeld betrifft.


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