Trump bespricht CLARITY Act, während der Senat abstimmt
Die Verfahrensabstimmung soll die Debatte über die CLARITY Act eröffnen, doch eine ethische Passage rund um Trump und seine Familie macht die Unterstützung der Demokraten unsicher.

Wichtigste Erkenntnisse
- Trump sprach am Freitag mit Beratern über eine umstrittene Passage in der CLARITY Act, während der Senat am Dienstag eine Verfahrensabstimmung abhält.
- Die ethische Passage verbietet Präsident, Vizepräsident und Spitzenbeamten, eigene Coins zu lancieren oder zu bewerben; Ehepartner fallen ebenfalls unter die Regel.
- Sieben Demokraten werden für Cloture benötigt, doch sie wollen nicht zustimmen, solange Kinder nicht in der ethischen Bestimmung enthalten sind.
Präsident Donald Trump hat am Freitag mit Beratern über eine umstrittene Passage in der CLARITY Act gesprochen, während der Senat am Dienstag, dem 15. September, eine entscheidende Verfahrensabstimmung abhält. Der Text wurde seit diesem Gespräch nicht angepasst, und gerade diese Stagnation erhöht die Unsicherheit rund um ein Gesetz, das dem US-Kryptomarkt endlich ein klares Regelwerk geben soll.
Umstrittene ethische Passage
Die CLARITY Act soll die Zuständigkeiten von SEC und CFTC abgrenzen und so mehr Klarheit bei der Aufsicht über Krypto in den Vereinigten Staaten schaffen. Wall Street unterstützt den Vorschlag, ebenso wie Trump, doch ein Absatz blockiert den Prozess weiterhin. Diese Passage verbietet dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten, Spitzenbeamten und ihren Ehepartnern, eigene Coins zu lancieren oder zu bewerben.
Auffällig ist, dass Ehepartner zwar unter die Regel fallen, Kinder jedoch nicht. Dieser Punkt ist politisch heikel, zumal Eric Trump und Donald Trump Jr. an World Liberty Financial beteiligt sind, dem Krypto-Unternehmen der Familie hinter dem USD1-Stablecoin. Laut einer Zusammenfassung des Senats bleiben außerdem unter anderem Lizenzdeals, Blind Trusts und bezahlte Auftritte auf Krypto-Events erlaubt.
Was am Dienstag auf dem Spiel steht
Die Abstimmung am Dienstag ist Cloture und damit noch keine endgültige Zustimmung zum Gesetz. Für die Eröffnung der Debatte sind 60 Stimmen nötig, während die Republikaner 53 Sitze haben. Das bedeutet, dass sieben Demokraten mitstimmen müssen, und diese haben seit Monaten gesagt, dass sie nicht zustimmen werden, solange die Kinder außerhalb der ethischen Bestimmung bleiben.
Politico berichtete am Freitag unter Berufung auf zwei anonyme Quellen, dass das Gespräch im Weißen Haus stattgefunden habe. Die Regierung hat sich dazu nicht geäußert. Lummis sagte bereits zuvor, dass die neue Version des Gesetzes mehr als 100 Änderungen enthält, aber auch, dass die Verfahrensabstimmung weiterhin den Ausschlag geben müsse. Patrick Witt, Trumps Krypto-Berater, nannte es im Anschluss einen guten Tag für diejenigen, die weniger pessimistisch auf die CLARITY Act blicken, erklärte aber nicht, was genau sich geändert hat.
Warum das relevant ist
Für europäische Krypto-Beobachter zeigt das, wie eng Regulierung und Politik in den Vereinigten Staaten miteinander verflochten sind. Die CLARITY Act geht nicht nur um Aufsicht, sondern auch um die Frage, wie weit Regeln bei Interessenkonflikten von Amtsträgern gehen sollen. Das Ergebnis könnte daher auch außerhalb der USA für Akteure relevant sein, die mit US-Regeln, Stablecoins oder DeFi-Strukturen zu tun haben.