US-Banken erhalten vierjähriges CBDC-Verbot per Housing Bill
Die Fed darf vier Jahre lang keine digitale Dollar ausgeben. Das Verbot kommt über ein Housing Bill und zeigt den politischen Gegenwind für CBDCs und die breitere Kryptogesetzgebung in den USA.

Wichtigste Erkenntnisse
- Die Federal Reserve darf vier Jahre lang keine eigene digitale Dollar ausgeben, weil ein CBDC-Verbot Teil eines Housing Bill ist.
- Das Gesetz tritt automatisch in Kraft, da Präsident Donald Trump den Entwurf weder unterzeichnet noch formell ein Veto eingelegt hat.
- Das Verbot gilt als symbolischer Erfolg für den Kryptosektor und bremst die föderalen Pläne für einen digitalen Dollar vorerst aus.
Die US-Notenbank darf in den nächsten vier Jahren keine eigene digitale Dollar ausgeben. Auslöser ist ein Housing Bill, das ein CBDC-Verbot enthält und um Mitternacht automatisch Gesetz wird. Für den Kryptosektor ist das vor allem ein symbolischer Erfolg, auch wenn es in den USA bislang keinen ernsthaften Fahrplan für eine solche Währung gegeben hat.
Gesetz tritt automatisch in Kraft
Präsident Donald Trump verzichtete darauf, den Gesetzentwurf zu unterzeichnen, legte aber auch kein formelles Veto ein. Laut der US-Verfassung wird ein vom Kongress verabschiedetes Gesetz in diesem Fall nach zehn Tagen trotzdem wirksam. Damit greift die Maßnahme zum ersten Moment des Samstags.
Auf Truth Social schrieb Trump am Freitag, er werde das Housing Bill aus Protest nicht unterzeichnen, weil der Senat den SAVE AMERICA ACT nicht verabschieden könne. Zugleich erklärte er, dass das Ausbleiben dieses Gesetzes den Republikanern bei den Zwischenwahlen schaden könnte.
Jahrelange Debatte über den digitalen Dollar
Die Federal Reserve beschäftigt sich seit Jahren mit möglichen Vor- und Nachteilen einer US-CBDC. 2022 veröffentlichte die Zentralbank ein Diskussionspapier zur digitalen Transformation von Geld und Zahlungen, ohne sich dabei auf eine Einführung festzulegen. Im Fokus standen vor allem Datenschutz und finanzielle Stabilität, also zwei Punkte, die auch international regelmäßig im Mittelpunkt stehen.
Nach früheren Entwicklungen im Ausland haben inzwischen mehrere Länder bereits eine eigene digitale Währung eingeführt, während viele andere Regierungen noch prüfen. Das US-Verbot ist deshalb vor allem als politisches Signal relevant: Washington bremst die föderalen Pläne für einen digitalen Dollar vorerst deutlich aus. Parallel dazu geht der Streit um die breitere Kryptogesetzgebung weiter, da die Clarity Act später in diesem Sommer möglicherweise auf die Agenda kommt.
Folgen für die breitere Kryptogesetzgebung
Auch für die weitere US-Kryptodebatte ist der Zeitpunkt bedeutsam. Mit seinem Protest gegen das Housing Bill hat Trump neue Fragen dazu aufgeworfen, was passieren könnte, wenn später in diesem Sommer ein fertiger Digital Asset Market Clarity Act auf seinem Schreibtisch landet. Für Marktteilnehmer und Beobachter zeigt sich daran, dass Kryptogesetzgebung in den USA nicht nur vom Kongress abhängt, sondern auch davon, ob die politische Führung einen Entwurf am Ende tatsächlich mitträgt.