Trump bremst CLARITY Act im Senat aus
Durch Trumps Druck auf den Senat rückt die CLARITY Act, der US-Vorschlag für die Krypto-Marktstruktur, noch weiter in den Hintergrund. Das fällt in eine ohnehin enge Sommeragenda und fällt zusammen mit der Debatte über ethische Fragen rund um Krypto-Einnahmen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Trump will das Wohnungsbaugesetz erst unterzeichnen, wenn der Senat seine Wahlreform aufgreift.
- Dadurch gerät die CLARITY Act, der zentrale US-Vorschlag für die Krypto-Marktstruktur, noch stärker unter Zeitdruck.
- Für das Ende der Debatte braucht der Senat 60 Stimmen, während politische Spannungen und ethische Vorbehalte die Beratung verzögern.
Präsident Donald Trump hat angekündigt, ein überparteiliches Wohnungsbaugesetz erst dann zu unterzeichnen, wenn der Senat seine Wahlreform behandelt. Damit gerät die CLARITY Act, der wichtigste Vorschlag für die Krypto-Marktstruktur in den USA, in einem ohnehin knappen Gesetzgebungsfenster noch stärker unter Druck.
Für die Kryptobranche kommt das zur Unzeit. Weil Trump den SAVE America Act ganz oben auf die politische Agenda setzt, muss Krypto-Gesetzgebung um die begrenzte Redezeit konkurrieren, die den Senatoren vor der Sommerpause im August noch bleibt. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Beratung der Clarity Act erneut nach hinten rutscht.
Wohnungsbaugesetz als Druckmittel
Trump sagte die geplante Unterzeichnungszeremonie für den 21st Century ROAD to Housing Act ab, obwohl das Gesetz im Juni bereits mit breiter, parteiübergreifender Unterstützung beide Kammern passiert hatte. Auf Truth Social schrieb er, dass er das Wohnungsbaugesetz nicht unterzeichnen werde, weil der Senat seiner Ansicht nach nicht in der Lage sei, den SAVE America Act zu verabschieden.
Formell wird das Wohnungsbaugesetz ohnehin automatisch Gesetz, sobald die Frist von 10 Tagen abläuft. Trumps Vorgehen ist deshalb vor allem als politisches Druckmittel zu verstehen und nicht als echtes Veto. Für den Senat bedeutet das zusätzlichen Zeitdruck, denn nach der Rückkehr aus der Pause am 13. Juli bleiben bis zur Unterbrechung am 8. August nur noch knapp drei Arbeitswochen.
CLARITY wartet weiter
Der Digital Asset Market Clarity Act wurde im Juli 2025 im Repräsentantenhaus mit 294 zu 134 Stimmen angenommen. Im Mai billigte der Bankenausschuss des Senats anschließend eine überarbeitete Fassung mit 15 zu 9 Stimmen. Seitdem liegt der Entwurf im Senatskalender, ohne dass eine Abstimmung im Plenum angesetzt wurde.
Für das Ende der Debatte braucht das Gesetz im Senat 60 Stimmen. Bei 53 republikanischen Sitzen sind dafür mindestens sieben demokratische Stimmen nötig, und genau dort liegt das Problem. Senatorin Elizabeth Warren fordert, dass Präsidenten, Abgeordnete und ihre Familien nicht länger mit Krypto profitieren, während die Regeln noch geschrieben werden. Das dürfte die Verhandlungen zusätzlich erschweren.
Die politische Brisanz rund um den Entwurf hat zuletzt noch zugenommen, weil Trump in seiner jüngsten Finanzangabe mehr als 1 $ Milliarde (0,9 € Milliarden) an Krypto-Einnahmen gemeldet hat, vor allem aus seinen Krypto-Unternehmen wie World Liberty Financial und dem $TRUMP Meme Coin. Republikaner halten den Entwurf inzwischen für abstimmungsreif, während Senator Bernie Moreno Demokraten dazu aufforderte, „ja“ als Antwort zu nehmen.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Beobachter ist das relevant, weil die CLARITY Act genau darauf abzielt, die US-Regeln für Krypto und Tokens klarer zu fassen. Der Entwurf wurde bereits mehrfach überarbeitet und hatte im Repräsentantenhaus breite Unterstützung, doch im Senat bremsen politische Prioritäten sowie die Debatte über Ethik und Stablecoin-Yields die weitere Behandlung. Deshalb bleibt das Ergebnis auch für alle wichtig, die verfolgen, wie die USA ihre Marktstruktur für Krypto am Ende ausgestalten wollen.