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Bithumb verschiebt Börsengang auf 2028

Die südkoreanische Exchange will ihr Risikomanagement, Accounting und Compliance erst weiter festigen, nachdem es Anfang des Jahres zu einem operativen Fehler kam. Eine Notierung am Kosdaq oder Nasdaq bleibt frühestens ab 2028 ein Thema.

Bithumb verschiebt Börsengang auf 2028

Wichtigste Erkenntnisse

  • Bithumb verschiebt den Börsengang auf 2028 und will zunächst interne Abläufe sowie Accounting und Compliance weiter ausbauen.
  • Die südkoreanische Exchange arbeitet dafür mit Wertpapier-, Rechts- und Wirtschaftsprüfungskanzleien zusammen und will die Arbeiten an Risikomanagement und Standards bis Ende 2026 abschließen.
  • Nach einem operativen Fehler Anfang des Jahres steht Bithumb stärker unter Druck, während die strengere Kryptoregulierung in Südkorea den Fokus auf Kontrolle zusätzlich erhöht.

Bithumb, die größte Krypto Exchange in Südkorea, hat ihren Börsengang auf 2028 verschoben. Zuvor hatte das Unternehmen einen früheren Zeitplan verfolgt. Nun will Bithumb erst die interne Organisation weiter stärken und internationale Accounting- sowie Compliance-Anforderungen sauber umsetzen, bevor ein IPO konkret angegangen wird.

Strafferer Zeitplan

Die in Seoul ansässige Krypto-Exchange teilte am Montag mit, dass sie für den IPO-Prozess mit in- und ausländischen Wertpapier-, Rechts- und Wirtschaftsprüfungskanzleien zusammenarbeitet. Welcher Börsenplatz am Ende infrage kommt, ist weiterhin offen. Bithumb galt zunächst als möglicher Kandidat für ein Nasdaq-Listing, später rückte aber vor allem eine Notierung am südkoreanischen Kosdaq in den Fokus.

Nach dem aktuellen Plan will Bithumb die Überprüfung seiner Risikomanagementsysteme bis spätestens Ende 2026 abschließen und zugleich die in- und ausländischen Accounting-Standards erfüllen. Anschließend soll 2027 eine vorläufige Listing-Prüfung beantragt werden, mit 2028 als Zieljahr für den Börsengang. Das Unternehmen betonte allerdings, dass sich der Zeitplan je nach Marktumfeld und Einschätzung der Aufsichtsbehörden noch verschieben kann.

Druck auf die interne Kontrolle

Der neue Zeitplan folgt auf eine Phase, in der Bithumb wegen eines größeren operativen Fehlers unter Druck geraten ist. Anfang dieses Jahres stand die Exchange in der Kritik, nachdem eine fehlerhafte Bitcoin-Übertragung den Verdacht auf mögliche Sabotage aufkommen ließ und der CEO selbst einräumte, dass es Schwächen in der internen Kontrolle gegeben habe. Entsprechend rücken Risikomanagement und Accounting-Standards nun noch stärker in den Mittelpunkt.

Die Verschiebung passt auch zu einem breiteren Trend in Südkorea, wo die Aufsichtsbehörden die Kryptobranche seit Jahren strenger überwachen. Für Exchanges bedeutet das mehr Aufwand bei Compliance, internen Prozessen und Dokumentation, vor allem dann, wenn ein Börsengang vorbereitet wird. Das zeigt sich auch bei anderen Akteuren in der Region: Korbit wird von Mirae Asset eher weiter in Richtung einer digitalen Investmentplattform entwickelt, wobei Compliance ein zentraler Bestandteil dieser Strategie ist.

Was das für den Markt bedeutet

Für europäische Kryptoleser ist vor allem relevant, dass eine große asiatische Exchange ihre Börsenpläne an strengere Governance-Anforderungen knüpft. Das macht deutlich, wie stark Aufsicht, Accounting und operative Kontrolle inzwischen ins Gewicht fallen, wenn Kryptounternehmen Zugang zu den öffentlichen Märkten suchen. Für den Krypto-Markt kann ein solcher Schritt auch als Hinweis darauf dienen, wie reif Exchanges inzwischen sein müssen, bevor Anleger und Aufseher ein Listing akzeptieren.


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